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Rezept Schlutzkrapfen: Geschmack und Geschichte der Nudelspezialität aus Südtirol

Schlutzkrapfen, kurz „Schlutzer“ genannt, sind ein fixer Bestandteil der Südtiroler Küche. Die kleinen Teigtaschen sind eine Art Tiroler Ravioli, die aus einer Mischung aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt und mit einer Spinat-Topfen-Mischung gefüllt werden. Das Rezept der alpinen Pastavariation ist sowohl von bäuerlichen Traditionen als auch von italienischer Raffinesse geprägt.


Rezept Schlutzkrapfen: Geschmack und Geschichte der Nudelspezialität aus Südtirol ♥ Lesezeit: 4 Minuten


Halbmondförmig und handlich, klein und köstlich: Schlutzkrapfen sind seit jeher ein Aushängeschild der Südtiroler Küche. Vor allem aber sind sie allgegenwärtig und ein fester Bestandteil im Alltag. Ganz egal ob in urigen Almhütten, in traditionellen Gasthäusern, in der gehobeneren Gastronomie oder zu Hause in Südtiroler Familien. Schlutzkrapfen, kurz „Schlutzer“ genannt, gehören in jede Südtiroler Küche und erzählen ein großes Stück Geschichte des Landes.

Rezept Schlutzkrapfen: Tradition & Geschmack

Die kleinen Teigtaschen sind eine Art Tiroler Ravioli, die je nach Region auch als Schlickkrapfen, Schlierkrapfen oder Schlipfkrapfen bezeichnet werden. In Italien heißen sie „Mezzelune“, also „Halbmonde“, in den ladinischen Tälern „Casunziei“ bzw. „Crafuncins“. Das deutsche Wort leitet sich von dem in Ost- und Südtirol gebräuchlichen Wort „schlu(t)zen“ ab, was so viel wie „gleiten“ oder „rutschen“ bedeutet. 

Die Südtiroler Schlutzkrapfen werden aus einer Mischung aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt. Das sorgt für einen leicht nussigen Geschmack, der etwas herber daherkommt als eine klassische Pasta. Die Füllung besteht in Südtirol traditionell aus einer Spinat-Topfen-Mischung. Der Geschmack ist mild-cremig, leicht erdig und würzig, ohne dabei schwer zu wirken. Zerlassene Butter, Parmesan oder regionaler Bergkäse runden das Gericht ab.

Rezept Schlutzkrapfen: Geschmack und Geschichte der Nudelspezialität aus Südtirol

Geschichte der Südtiroler Schlutzkrapfen

Als einst fremde Völker durch die Täler und über die Berge Südtirols zogen, hinterließen sie Spuren, die noch heute in der regionalen Küche zu finden sind. Die Knödel der Bajuwaren, die Maultaschen der Franken, mediterrane Einflüsse der Italiener, alpenländische Rezepte der k. u.  k. Zeit. Noch heute ist die Küche der Region stark beeinflusst durch die Lage Südtirols, zwischen dem deutschsprachigen Alpenraum und der italienischen Pastakultur.

Neben den Knödeln gelten insbesondere Schlutzkrapfen als Klassiker aus Südtirol. Ihre Wurzeln liegen in der alpinen Bauernküche. Es heißt, dass die Schlutzkrapfen aus dem Pustertal stammen. Hier treffen ladinische, italienische und deutsche Kultur aufeinander. Wo einst nicht viel wuchs, behalf man sich vorwiegend mit Kartoffeln, Kraut, Kohl, Roter Bete Kraut, Rüben, Gerste und Roggen. Man vermutet, dass erste Rezepte bereits im Mittelalter bekannt wurden. Schlutzkrapfen waren ein einfaches Restegericht, bei dem vorhandene Zutaten verarbeitet wurden.

Heute sind Schlutzkrapfen ein fixer Bestandteil der Südtiroler Küche, der sowohl nach dem traditionellen Rezept, aber auch in modernen Varianten zubereitet werden, unter anderem mit Kürbisfüllung, Wildkräutern, Ricotta, Roter Beete, Bärlauch oder Trüffeln. Vegane Varianten setzen auf pflanzliche Füllungen wie Kartoffel, Pilze oder Cashewcreme.


Klassisches Rezept Schlutzkrapfen 

Zutaten:
(für 4 Portionen)

  • Teig:
  • 150 g Roggenmehl
  • 100 g Weizenmehl
  • 1 Ei
  • 1 EL Öl
  • 50-60 ml lauwarmes Wasser
  • Salz
  • Füllung:
  • 150 g Spinat (gekocht) 
  • 50 g Zwiebel
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 100 g Quark
  • 1 EL Parmesan (gerieben)
  • 1 EL Schnittlauch
  • 1 Msp. Muskatnuss
  • Pfeffer
  • Salz
  • Abschluss:
  • Butter (geschmolzen)
  • Parmesan (gerieben)
  • Schnittlauch (geschnitten)

Zubereitung:

Für den Teig beide Mehlsorten sieben, miteinander vermischen und kranzförmig auf ein Nudelbrett geben. Salz hinzugeben. Das Ei mit lauwarmem Wasser und Öl verquirlen. Die Mischung in die Mitte des Mehls gießen und langsam von innen nach außen zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung zuerst den Spinat fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schneiden und langsam in Butter dünsten. Spinat hinzugeben und etwas auskühlen lassen. Anschließend Topfen, Parmesan und Schnittlauch dazugeben, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen und die Masse gut verrühren.

Den Teig mit einer Nudelmaschine dünn ausrollen und rasch verarbeiten, damit er nicht trocken wird. Mit einem runden Ausstecher dünne Teigblätter von ca. 7 cm Durchmesser ausstechen. Nun mit einem kleinen Löffel die Füllung in die Mitte der Teigblätter geben. Den Rand vorsichtig mit Wasser befeuchten und den Teig halbmondförmig zusammenfalten. Mit den Fingern die Ränder andrücken und so die Teigtaschen verschließen.

In einem Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen und die fertigen Schlutzkrapfen für 3 bis 4 Minuten kochen. Anschließend abseihen und anrichten: Mit brauner Butter, Parmesan und Schnittlauch servieren.

Rezept Schlutzkrapfen: Geschmack und Geschichte der Nudelspezialität aus Südtirol

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