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ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter

Auf dem Gipfel des Gaislachkogls in den Ötztaler Alpen thront Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant spektakulär zwischen Gletschern, Schnee und Eis. Die exponierte Lage auf 3.048 Meter stellt das Team täglich vor Herausforderungen. Trotzdem werden in dem futuristischen Gourmettempel 3- bis 6-Gänge-Menüs und A-la-carte-Klassiker gekonnt inszeniert.


ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter ♥ Lesezeit: 7 Minuten


Es dauert gerade mal 6,7 Minuten, bis man von der Talstation der Gaislachkoglbahn auf 1.363 Meter in Sölden zur Mittelstation auf 2.174 Meter Höhe schwebt. Ein paar Schritte zur nächsten Gondel, ein sanfter Ruck, ein leichtes Schaukeln: In weiteren 5,5 Minuten erreicht man die Bergstation auf 3.040 Meter Höhe – und landet in einer spektakulären Welt aus Gletschern, Schnee und Eis. Bei klarem Wetter blickt man von hier sprachlos staunend auf dutzende Dreitausender. 

ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter im Ötztal

ice Q: Höchster Genuss im Ötztal

Auf dem Weg zur Arbeit legt Klaus Holzer mehr Höhenmeter zurück als mancher Spitzensportler. Jeden Morgen um 8:30 Uhr steigt er in eine Kabine der Gaislachkoglbahn in Sölden und fährt zur Bergstation auf 3.040 Meter – und seinem Arbeitsplatz auf Augenhöhe mit den Ötztaler Alpen.

Seit 2019 ist der aufstrebende Küchenchef in Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant „ice Q“ tätig und sorgt für Gaumenfreuden auf dem höchsten Niveau. Gault Millau verlieh dem von Söldens einzigem Fünf-Sterne-Hotel „Das Central“ betriebenem Lokal und seiner „alpine Cuisine“ zuletzt drei Hauben. 

Schon der Anblick seiner Wirkungsstätte ist spektakulär: Das „ice Q“ wurde vom Innsbrucker Architekten Johann Obermoser entworfen. Der puristische Bau aus Stahl und Glas am Gaislachkogl kostete 4,5 Millionen Euro. Das Architekturbüro Obermoser war bereits 2010 am Bau der Gaislachkoglbahn beteiligt.

Das Q im Namen „ice Q“ steht für Quader: Der futuristische Gourmettempel besteht aus mehreren Kuben, die an gestapelte Eisblöcke erinnern sollen, und ist außen komplett mit Glas verkleidet. Um Setzungen und Verschiebungen des vereisten Bodens entgegenzuwirken, steht das Bauwerk zudem auf verstellbaren und verschiebbaren Fundamenten.

Das Panorama umgeben von Berggiganten ist so einzigartig, dass selbst James Bond hier im Blockbuster „Spectre“ ermittelte. Der vierte Film der Reihe mit Daniel Craig feierte am 26. Oktober 2015 in London Premiere und startete am 6. November 2015 im deutschsprachigen Raum. 2018 wurde neben dem Restaurant die James Bond-Erlebniswelt „007 Elements“ eröffnet.

ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter im Ötztal

ice Q: Futuristischer Gourmettempel 

Sein Arbeitsplatz bringt Klaus Holzer jeden Tag aufs Neue zum Staunen. „Umgeben von Gipfeln und einer Welt aus Eis und Schnee – an diesen Anblick gewöhnt man sich nie“. Der gebürtige Niederösterreicher, der immer schon in der Hauben-Gastronomie arbeiten wollte, sagt von sich selbst, dass er von Visionen geprägt, aber bodenständig ist. Den Höhenflug gibt’s bei ihm lediglich in der Seilbahn. 

Steht er in seiner Küche, sind ihm kurze Wege, Regionalität und eine durchdachte Kreislaufwirtschaft wichtig. „Warum soll ich einen Fisch über 10.000 Kilometer auf den Gipfel liefern lassen?“ Seine Handschrift ist eine alpine Küche mit regionalen und internationalen Elementen aus Italien, Deutschland und Frankreich. Der Fisch kommt aus dem Tal aus Längenfeld, die Äpfel für den Apfelstrudel aus Haiming im Vorderen Ötztal.

ice Q: 3- bis 5-Gänge-Menüs & A-la-carte-Klassiker 

Viele Gäste kommen, um kulinarische Highlights vor dem spektakulären Panorama in der Lounge im Obergeschoss zu erleben – doch auch das Gourmetrestaurant zieht zahlreiche Besucher an. Hier kredenzt Holzers Team 3- bis 6-Gänge-Menüs sowie A-la-carte-Klassiker. Holzers Kompositionen kommen gut an: „Rund 50 Prozent bestellen das Menü“. Zur Wintersaison ändert sich die Speisekarte immer, dann gibt es zwei unterschiedliche Menüs. 

Das Restaurant verfügt über 130 Innensitzplätze, 82 Terrassenplätze und eine Panorama-Sonnendachterrasse. Einzigartig ist der PINO 3000, der im Restaurant reift: Der eigens kreierte Drei-Länder-Wein stammt aus den Trauben von drei renommierten Weingütern in Österreich, Deutschland und Italien und reift langsamer durch weniger Sauerstoff und Luftdruck in der Höhe.

ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter im Ötztal

ice Q: Flexibilität & Improvisation

Vieles in Holzers Team geschieht mit Weitsicht – nicht nur vor den Fenstern im „ice Q“, sondern auch im Küchenalltag. Die Logistik fängt schon vor dem Abheben der Seilbahn an. Was mittags auf den Tellern landen soll, wird jeden Tag pünktlich um 8:15 Uhr von den Lieferanten angeliefert. Dabei handelt es sich nicht nur um frische Lebensmittel, sondern auch um essentielle Dinge wie Wasser. 

ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter im Ötztal

Durch die exponierte Lage auf über 3.000 Meter steht Holzer und seinem Team kein fließendes Wasser zur Verfügung. Dieses wird mit Wassertanks, die von den Bergbahnkollegen unter großem persönlichen Einsatz per Gondel nach oben transportiert werden, angeliefert. Umgekehrt wird jeden Abend der Müll ins Tal transportiert.

ice Q: Improvisieren gehört zum Alltag

Unwägbarkeiten im täglichen Restaurantbetrieb stellen Klaus Holzer vor viele Herausforderungen. Manche sind planbar, manche nicht. „Fällt die Seilbahn wegen Wind und Wetter aus, kann die Küche erst später starten. Dann heißt es: improvisieren. Hier oben musst du immer flexibel sein.“ Stürme oder Gewitter ändern alles im Alltag, manch Wintertag mit -25 Grad kann durchaus zum Problem werden. 

Holzer jongliert an seinem Arbeitsplatz häufig zwischen den Extremen. Denn die Höhe hat Einfluss auf seine Arbeit am Herd. „Das bringt dir keiner in der Ausbildung bei“, schmunzelt er. Ein Ei, so erzählt er grinsend, kocht auf über 3.000 Meter 20 Minuten. Denn der Siedepunkt in diesen Höhen ist niedriger und liegt bei 85 Grad. Das Wasser kocht dann zwar schneller, die Temperatur bleibt aber geringer – deshalb braucht das Ei länger, bis es fertig ist.

ice Q: Höhe hat Einfluss auf Lebensmittel

„Man probiert viel aus und testet Lebensmittel auf solch einer Höhe“, sagt Klaus Holzer. Vieles plant er akribisch. Eine Rinderconsommé kocht drei Tage statt üblicherweise einem, Sous Vide-Gerichte sind nur über Nacht möglich. Dass am Ende des Tages alle Gerichte perfekt vor dem Gast landen, liegt an seinem Team, davon ist Holzer überzeugt. „Teamplay, Respekt und Wertschätzung sind mir enorm wichtig. Alle Erfolge erreichen wir gemeinsam.“ 

Der Fachkräftemangel hat den Gipfel hoch über Sölden noch nicht erreicht. „Wir haben Arbeitszeiten von 8:30 bis 16:30 Uhr“, so Holzer. „Das wissen unsere Mitarbeiter sehr zu schätzen.“ Er selbst erweiterte seinen Blick trotz des herrlichen Panoramas im „ice Q“ Ende 2024 noch mehr: Da stieg Klaus Holzer vom Chef de Cuisine zum Küchendirektor der gesamten Berggastronomie der Bergbahnen Sölden auf. 

ice Q: Signature-Menü & A-la-carte-Klassiker

Die Speisekarte besteht aus dem  „ice Q signature menu“, das als 3- bis 6-Gänge-Menü wählbar ist, und den „ice Q classics“. Das Signature-Menü lockt unter anderem mit Lachsforelle & Avocado, dazu Yuzu, Gurke, Maracuja und Apfel, mit Duroc-Backerl & Topinambur, dazu Haselnuss, Portwein und Wildreis, mit Perlhuhn & Trüffel, dazu Champignon, Sellerie und Muskateller oder mit Erdnuss & Nashi Birne, dazu Salzkaramell und Schokolade.

Zu den „ice Q classics“ gehören unter anderem die Rinderconsommé mit Frittatenroulade, Kaspressknödel, gekochtem Rindfleisch und Wurzelgemüse, das Wienerschnitzel vom Kalb mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren oder Steinbutt & Kaviar, dazu Beurre blanc, Tomate, Tramezzini, Erbse und Salicornia.


James-Bond-Museum 007 ELEMENTS

Das markante gläserne Gebäude am Gaislachkogl ist aber nicht nur der exponierte Standort von Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant. Hier befindet sich auch das James-Bond-Museum 007 ELEMENTS im Bauch des Berges. Im Juli 2018 eröffnet, ist das 007 ELEMENTS eine einzigartige cineastische Installation, die sich hauptsächlich um den 24. James-Bond-Streifen dreht. Denn einige markante Szenen von „Spectre“ entstanden im Ötztal.

Rund um den Jahreswechsel 2014/15 reiste 007-Darsteller Daniel Craig mit 500 Crew-Mitgliedern ins Ötztal und tauchte tief in die Szenerie aus Schnee und Eis ein. Namentlich wird Sölden zwar nie erwähnt, dennoch erkennt man einige Punkte, wenn man „Spectre“ sieht: das futuristische Gebäude vom ICE Q oder die Ötztaler Gletscherstraße.

Technischen Finessen & Insider-Informationen

Das Erlebnis im 007 ELEMENTS führt über eine Fläche von 1.300 m², durch 10 Räume und über 2 Etagen. Die Installationen kommen mit technischen Finessen und vielen Insider-Informationen daher – von James-Bond-Titelsequenzen mit dramatischer Musik über modernste Technologien im Tech Lab, die in Bond-Filmen zum Einsatz kommen, bis hin zu spannenden Spezialeffekten und Stuntszenen. Und natürlich gibt es die Szenen aus „Spectre“, die in Österreich gedreht wurden, in Kinoqualität zu sehen.

Die Idee, das Bond-Team ins Ötztal zu holen, hatte Jakob Falkner, Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden. Mehrmals flog er vor und nach den Dreharbeiten zu den Filmemachern nach London, um sie von seiner Vision zu überzeugen. 2014 führte er das erste Gespräch, 2015 wurde gedreht, 2018 eröffnete das 007 ELEMENTS.

Insgesamt 31 Drehtage wurden im Ötztal absolviert, die bisher größte und aufwändigste Filmproduktion in der Geschichte Tirols. Das hatte seinen Preis: Es heißt, dass rund 550.000 Euro fließen mussten, dass ein Teil der Actionszenen in, um und über dem Ötztal gedreht wurden. Mit Erfolg: Danach flossen neun Millionen Euro in die Kassen des Tals.

ice Q: Österreichs höchstgelegenes Hauben-Restaurant auf 3.048 Meter im Ötztal

Anfahrt zum ICE Q & 007 ELEMENTS

Im Herzen von Sölden liegt die Talstation der Gaislachkoglbahn. Von hier geht es hinauf auf den Gaislachkogl, der westlich von Sölden und nördlich des Venter Tals in den Ötztaler Alpen liegt. Es dauert 6,7 Minuten von der Talstation auf 1.363 Meter Höhe zur Mittelstation auf 2.174 Meter Höhe. 

Hier wechselt man in die neue 3S-Bahn. 3S steht für die 3-Seil-Technik, bei der zwei Tragseile und ein Zugseil zum Einsatz kommen. In 5,5 Minuten erreicht man die Bergstation auf 3.040 Meter Höhe. Unterwegs sieht man immer wieder Gondeln mit „Spectre“-Schriftzug, die an den Bond-Dreh im Ötztal erinnern.


Offenlegung

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2024 in einer gekürzten Fassung in der ÖGZ, der „Österreichischen Gastro- und Hotelzeitung“.

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