Strände, Steilküsten und spektakuläre Ausblicke auf die Keltische See: Das historische Städtchen Tenby zählt zu den schönsten Küstenorten in Wales. Gelegen in der meerumspülten Grafschaft Pembrokeshire im äußersten Südwesten des Landes, bezaubert Tenby mit farbenfrohen georgianischen Häusern, einer mittelalterlichen Altstadt und einer jahrhundertealten Geschichte.
Tenby in Wales: Farbenfrohes Küstenstädtchen an der walisischen Atlantikküste ♥ Lesezeit: 8 Minuten
An der Spülsaumkante kräuseln sich die Wellen der Keltischen See. Der goldene Sand scheint nicht zu enden. Über dem Strand erhebt sich ein schroffer Felsvorsprung, auf dessen höchstem Punkt sich bunte Häuschen aneinanderschmiegen, wie Perlen einer Reihe. Rosa, lila, gelb, türkis: Die georgianischen Häuser der Altstadt von Tenby wurden direkt auf den Felsen über dem Meer errichtet und scheinen alles zu überblicken.

Das walisische Städtchen Tenby ist berühmt für dieses Panorama. Schon von Weitem sind die farbenfrohen Häuser zu sehen, die sich wie gemalt an die Küste schmiegen. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit siedelten Menschen auf dem felsigen Vorsprung, da dieser einen natürlichen Schutz und einen ausgezeichneten Blick über die Bucht bot. Gelegen an der Südküste von Wales in der Grafschaft Pembrokeshire, trägt der malerische Küstenort auf Walisisch den Namen „Dinbych-y-pysgod“. Das bedeutet so viel wie „kleine Festung der Fische“.

Meerumspülte Grafschaft Pembrokeshire
Das Meer ist in Tenby eine feste Konstante. Vier Strände liegen nur einen kurzen Fußweg von der Altstadt entfernt. Das passt zur Umgebung. Pembrokeshire, die südwestlichste walisische Grafschaft, ist auf drei Seiten vom Meer umgeben und hat eine Küstenlinie von 237 Kilometern, die fast komplett zum Pembrokeshire-Coast-Nationalpark gehört. Großbritanniens einziger Küstennationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 240 Quadratkilometern entlang der Küste.






Auf dem oberen Rand der Steilküsten verläuft der Pembrokeshire Coast Path über knapp 300 Kilometer entlang der gesamten Küste der Grafschaft, von St Dogmaels im Norden bis Amroth im Süden. Die Strecke wurde 1970 eingerichtet. Heute zählt der Pembrokeshire Coast Path zu den schönsten Küstenwanderwegen Europas. Der Weg führt an 58 Stränden und 14 Häfen vorbei und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Keltische See. Der Abschnitt rund um Tenby gehört zu den beliebtesten Teilstrecken.

Tenby in Wales: Mittelalterliches Städtchen
Wer durch Tenby schlendert, kommt irgendwann an der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer vorbei. Die erinnert daran, dass Tenby eine lange Geschichte als befestigte Hafenstadt hat. Im 11. und 12. Jahrhundert ließen sich die Normannen in der Region nieder und errichteten eine erste Burg sowie Befestigungsanlagen. Einst schützten die Mauern die Stadt vor Überfällen und Piraten. Sie wurden Ende des 13. Jahrhunderts errichtet, rund zwei Drittel sind heute noch erhalten und umschließen die historische Altstadt.





Im Laufe des 13. Jahrhunderts entwickelte sich Tenby zu einem wichtigen Handels- und Hafenort, von dem vor allem Wolle, Getreide und Schiefer verschifft wurden. So wurde Tenby zu einer der wohlhabendsten Städte in Wales. Der heutige Hafen entstand überwiegend im 19. Jahrhundert und ist stark von den Gezeiten abhängig. Bei Ebbe zieht sich das Wasser weit zurück und viele Boote liegen auf dem Hafenboden. Entlang der Kaianlagen gibt es mehrere Cafés, Restaurants und Eisdielen, auch ist der Hafen der Ausgangspunkt für Bootsausflüge.





Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte Tenby einen Wandel. Mit dem aufkommenden Boom der britischen Seebäder wurde das kleine Städtchen zum beliebten Seebad. Wohlhabende Gäste aus ganz Großbritannien reisten an und immer mehr elegante Hotels, Restaurants und Promenaden entstanden. Damals wurden auch die pastellfarbenen Häuser auf dem schroffen Felsvorsprung gebaut, die noch heute das Stadtbild ausmachen.

Tenby in Wales: St Catherine’s Island
Wer hier oben steht und weit über den South Beach blickt, hat auch eines der Wahrzeichen Tenbys direkt vor Augen: die Insel St Catherine’s, die rund 100 Meter vom Ufer entfernt in der Keltischen See liegt. Die Keltische See, auch bekannt als walisische Atlantikküste, ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans und bekannt für zerklüftete Küsten, Sandstrände und vorgelagerten Inseln. An der Küste von Pembrokeshire beträgt der Tidenhub, also der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut, etwa fünf bis sieben Meter. Bei Ebbe ziehen sich die Wassermassen weit zurück und legen große Sandflächen frei, bei Flut steigt das Wasser rasch und bedeckt fast alles vollständig.



In Tenby ist der Tidenhub besonders am stadtnahen Ende des South Beach gut erklärbar, wenn man auf die Insel St Catherine’s blickt. Spaziert man am Meer entlang, kann man sich nicht vorstellen, dass es hier je anders aussehen könnte, doch sobald die Flut kommt, ist der Strand von Wassermassen bedeckt – und die Insel St Catherine’s nicht mehr erreichbar.
St Catherine’s ist etwas mehr als 200 Meter lang und 60 Meter breit, an ihrem höchsten Punkt ragt sie auf 25 Meter. Sobald die Flut kommt, wird sie vom Meer umspült und größte Teile der Insel liegen unter Wasser. Nur das alte viktorianische Fort ist dann zu sehen. Der nicht sichtbare Teil von St Catherine’s wurde als „Site of Special Scientific Interest“ ausgewiesen.


Tenby in Wales: Geheimnisvolle Gezeiteninsel
Der Name der Insel geht vermutlich auf eine Kapelle der heiligen Katharina von Alexandrien zurück, die im Mittelalter hier gestanden haben soll. Allerdings sind keine sichtbaren Überreste erhalten. Das viktorianische Fort entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil eines Verteidigungsnetzes entlang der britischen Küste. Anlass war eine Initiative des Premierministers Viscount Palmerston, der so Großbritannien vor einer französischen Invasion unter Napoleon III . schützen wollte. Doch als die Forts fertiggestellt wurden, war die Gefahr eines Krieges mit Frankreich längst vorüber.



Das Fort wurde so gebaut, dass man den Hafen von Tenby und die Bucht sichern konnte, mit dicken Kalksteinmauern, Geschützstellungen und unterirdischen Munitionsräumen. Weil es nie genutzt wurde, diente die Insel im Laufe des 20. Jahrhunderts zeitweise als Ausflugsziel, verfiel aber immer mehr. 1962 erhielt die Festung eine neue Bedeutung: Ein Unternehmer aus Tenby kaufte die Insel und ließ die Anlage instand setzen. Lange wurde überlegt, was man daraus machen könnte, bis 1968 ein kleiner Zoo eröffnete.
Die Haltung der Tiere auf einer Gezeiteninsel stellte sich jedoch als schwierig heraus. Der Zoo wechselte mehrfach den Betreiber und wurde 1979 geschlossen. Erst 2014 wurde die Insel nach Restaurierungsarbeiten wieder für Besucher geöffnet. Heute ist St Catherine’s eines der markantesten Wahrzeichen Tenbys. Da die Insel nur bei Ebbe über den Strand erreichbar ist, ist sie in der Regel etwa drei Stunden vor bis drei Stunden nach Niedrigwasser geöffnet. Fun-Fact: Die dritte Episode der vierten Staffel der BBC-Serie „Sherlock“ wurde auf der Insel gedreht, die Festung wurde als Hochsicherheitsgefängnis gezeigt.

Sehenswürdigkeiten in Tenby
Tudor Merchant’s House: Toller Einblick in das Lebens in Tenby in der Tudor-Zeit. Vor mehr als 500 Jahren errichtete ein Kaufmann dieses dreistöckige Haus, um darin zu wohnen und Handel zu treiben. Zu sehen sind unter anderem farbenprächtigen Wandbehänge und Nachbildungen von Möbeln aus der Tudor-Zeit.
Tenby Museum & Art Gallery: In der Nähe des Hafens befindet sich das älteste unabhängige Museum von Wales. Es präsentiert unter anderem die Geologie und Vorgeschichte der Region, Themen aus Seefahrt und Piraterie, Lokalgeschichte, die „Story of Tenby“-Galerie und zwei Kunstgalerien, eine für die ständige Sammlung und eine für wechselnde Ausstellungen.
St Mary’s Church: Die aus Stein errichtete Pfarrkirche in Tenby entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich an der Stelle eines älteren Kirchenbaus aus dem 12. Jahrhundert. St. Mary’s ist eine der größten Pfarrkirchen in Wales, der Kirchturm ragt auf 46 Meter Höhe. Besonders sehenswert sind das reich verzierte Gewölbe, die mittelalterlichen Grabmäler und die kunstvollen Holzschnitzereien.

Castle Hill: Auf einem kleinen Hügel zwischen Harbour Beach und Castle Beach stand einst die normannische Burg von Tenby, von der heute nur wenige Mauerreste erhalten sind. Von hier hat man einen tollen Panoramablick auf den Hafen, die Küste und Caldey Island.
Caldey Island: Die fünf Kilometer entfernte Insel Caldey Island ist berühmt für ihr Zisterzienserkloster. Im 6. Jahrhundert gründeten keltische Mönche hier eine christliche Gemeinschaft, im Mittelalter entstand ein Kloster der Benediktiner. Anfang des 20. Jahrhunderts kam ein Orden der Zisterzienser der Strengen Observanz auf die Insel. Die Mönche leben bis heute nach den Regeln des heiligen Benedikt und sind bekannt für die Herstellung von Parfüm, Schokolade und Shortbread.
Hotels & Restaurants in Tenby
Imperial Hotel: Schickes Hotel, das den South Beach überblickt.
Park Hotel: Luxus-Hotel mit Blick auf den North Beach, den Hafen und Caldey Island.
The Giltar Hotel: Direkt auf der Esplanade in Tenby liegt das Viktorianische Hotel mit Blick auf den South Beach.
Trefloyne Manor: Hotel im Herzen des Pembrokeshire Coast National Park, nur fünf Minuten von Tenby entfernt. Großartiges Restaurant, luxuriöse Zimmer.
Beachcomber B&B: Süßes Bed&Breakfast nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt.



The Normandie: Tolle Mischung aus B&B und Bar direkt im Zentrum von Tenby.
Plantagenet House: Nettes Restaurant in einer kleinen Seitenstraße unweit des Tudor Square.
D Fecci & Sons Fish and Chips: Institution in Tenby, Fish and Chips gelten als Klassiker und werden auf die Hand oder im Restaurant serviert.
The Cove: Ausgezeichnetes Restaurant, auf der Karte stehen frische Meeresfrüchte, Klassiker wie Burger, Pasteten und Sandwiches und natürlich Sunday Roast.
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