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Bergmahderweg in Niederthai: Wanderung in das wildromantische Horlachtal

Wo die Ötztaler Bauern einst auf hochgelegenen Bergwiesen und steilen Almen mühsam Heu ernteten, verläuft heute der Bergmahderweg – ein beliebter Wanderweg auf dem „Sonnenbalkon“ über Umhausen. Vom urtümlichen Dorf Niederthai führt er ins wildromantische Horlachtal und eröffnet eindrucksvolle Ausblicke auf die Ötztaler Alpen und die Stubaier Alpen.


Bergmahderweg in Niederthai: Wanderung in das wildromantische Horlachtal ♥ Lesezeit: 7 Minuten


Der Weg führt über 15 Kurven. Die Bergstraße mäandert durch hohe Felswände und dichte Baumkronen, immer wieder nach rechts, nach links und stetig bergauf. Nach der letzten Biegung öffnet sich das Tal, als würde man ein Bilderbuch aufschlagen. Üppig grüne Wiesen schmiegen sich an schroffe Bergriesen, dazwischen stehen vereinzelt Häuser und Hütten wie kleine Tupfen in der weiten Landschaft.

Niederthai liegt auf 1.550 Meter über der Gemeinde Umhausen in Mittleren Ötztal. Das urtümliche Dorf schmiegt sich in einen weiten Talboden, der bekannt ist als „Sonnenbalkon“ von Umhausen. Gerade mal 800 Menschen leben hier. Gäste kommen das ganze Jahr über: Im Sommer ist Niederthai ideal zum Wandern und Bergsteigen, im Winter ein Geheimtipp zum Langlaufen und als kleines, feines Familienskigebiet.

Bergmahderweg in Niederthai

Eine der aussichtsreichsten Wanderungen startet in Niederthai und führt durch die malerische Landschaft des oberen Horlachtales bis zur „Larstigalm“: der Bergmahderweg. Das Horlachtal, das in Niederthai abzweigt, ist ein Seitental des Ötztals und zählt zu den ursprünglichsten Hochgebirgstälern Tirols. Der Bergmahderweg verläuft oberhalb der weiten Bergwiesen und vom Horlachbach. Unterwegs warten atemberaubende Tal- und Landschaftsblicke und viele Rastplätze mit Aussichtspunkten auf die Ötztaler und Stubaier Alpen. 

Bergmahderweg in Niederthai

Auf dem Bergmahderweg ins wildromantisches Horlachtal

Vom Infobüro in Niederthai führt der Weg zuerst über die Brücke, vorbei an der „Alten Dorfschmiede“ und durch den Ortsteil Sennhof entlang der Asphaltstraße hinauf zum Ortsteil Höfle beim Sonnenhof. Hier hält man sich rechts und folgt einem Feldweg, der nun oberhalb der Bergwiesen mitten in die prächtige Landschaft des Horlachtales führt. 

Bergmahderweg in Niederthai

Beim Blick zurück auf Niederthai verrät sich ein Geheimnis: Das ebene Hochplateau war einst ein See. Vor Jahrhunderten wurde das Tal vermutlich durch Bergstürze oder Moränen aufgestaut. Dadurch entstand ein See oder Moorgebiet, das sich später wieder entleerte. Im Laufe der Zeit floss das Wasser ab und es blieb ein ebenes Hochplateau zurück. Noch heute gilt die flache Talform von Niederthai als ungewöhnlich.

Bergmahderweg in Niederthai

Traditionelles Bergmahdern auf dem Bergmahderweg 

Sind die ersten Kilometer und Höhenmeter absolviert, zeigt sich die Landschaft in ihrer urtümlichen Form. Der Weg führt aus dem Wald und öffnet sich in eine weite Landschaft. Jeder Schritt scheint die Bergriesen in der Ferne näher heranzuholen. Es geht durch weite Wiesen, auf denen mehrere holzverwitterte Heustadln stehen.

Bergmahderweg in Niederthai

Der Name des Bergmahderweges entstand wegen der mühsamen Feldarbeit auf den hochgelegene Bergwiesen und steilen Almen: den sogenannten „Bergmahdern“. Der Weg erzählt die Geschichte von einst: vom Leben auf abgelegenen Almen, von der traditionellen Heuwirtschaft und von der harten Arbeit in steilem Gelände. Bis heute werden die „Bergmahder“ händisch gemäht.

Bergmahderweg in Niederthai

Einkehr auf dem Bergmahderweg: Larstigalm

Nach rund vier Kilometern und knapp 300 Höhenmetern ist das Ziel in Sicht: Die „Larstigalm“ zeichnet sich am Ende des Weges ab, der nun sanft bergab in den Talboden führt. Das zweistöckige Almgebäude samt kleiner Kapelle hat eine lange Geschichte: Die „Larstigalm“ geht auf das Jahr 1899 zurück. 

Larstigalm

Lange bewirtschafteten Gerlinde und Ludwig Scheiber die Alm auf 1.778 Metern. 31 Jahre lang waren die beiden die guten Seelen des Hauses. Gerlinde Scheiber kochte, Ludwig Scheiber war für das Service verantwortlich. Heute führen Patric Aschbacher und seine Mutter Maria die Alm. Ihre Familie ist aus Niederthai und betreibt dort seit Generationen eine eigene Landwirtschaft. 

Larstigalm

Erweiterung vom Bergmahderweg: Schweinfurter Hütte 

Nach der Einkehr führt der Weg zurück nach Niederthai, entweder auf dem Grastalweg entlang des Horlachbaches oder rechts am Hang durch den Wald. Da nun die bisher gewanderten Höhenmeter sanft bergab führen, ist der Rückweg schnell geschafft und Niederthai in rund 45 Minuten erreicht.

Wer die Wanderung erweitern will, kann von der „Larstigalm“ weiter ins Horlachtal gehen. Der Weg führt in rund einer Stunde stetig talaufwärts, vorbei an den Almhütten der „Kleinhorlachalm“ und „Großhorlachalm“ zur „Schweinfurter Hütte“ auf 2.028 Metern. Einst eine private Jagdhütte, wurde die „Schweinfurter Hütte“ 1918 in eine Schutzhütte umfunktioniert. Heute gibt es eine ausgezeichneter Verpflegung und eine tolle Sonnenterrasse. 


Bergmahderweg kurz & knapp

  • Anfahrt mit dem Auto: Auf der Ötztaler Bundesstraße B 186 bis nach Umhausen fahren, am Ortseingang nach links auf die Bergstraße abbiegen und dem Hinweisschild „Niederthai“ folgen. 
  • Anfahrt mit dem Bus: Mit dem Wanderbus mehrmals täglich von Umhausen bis Niederthai. Am Kreisverkehr in Umhausen gibt es sogar ein „Mitfahrbankerl“: Wer hier Platz nimmt, signalisiert, dass er nach Niederthai mitgenommen werden möchte.
  • Start & Ende: Infobüro / Parkplatz in Niederthai
  • Länge: 7,6 Kilometer
  • Dauer: 2 bis 3 Stunden
  • Höhenlage: rund 1.500 bis 1.800 Meter
  • Aufstieg: 300 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel
  • Einkehr: Larstigalm, optional „Schweinfurter Hütte“ 
  • Link: Wanderregion Umhausen-Niederthai
Bergmahderweg in Niederthai

Tipps für Niederthai

Kulturgut: Alte Dorfschmiede“ 

Günther Falkner führt in vierter Generation die „Alte Dorfschmiede“ in Niederthai. Die Schmiedekunst ist seit jeher ein uraltes Handwerk im Ötztal. Die historische Schmiede nahm ihren Betrieb bereits im Jahr 1890 auf. Jede Woche lädt er Gäste zu sich ein und lässt sie an seiner Handwerkskunst teilhaben. Bei der Führung plaudert er über Rohstoffe wie Kupfer, Eisen oder Edelmetalle und die richtige Schmiedetechnik. 

„Alte Dorfschmiede“ Niederthai

Reiterferien: Veitenhof

Der familiär geführte „Veitenhof“ bietet einen Urlaub auf einem Biobauernhof, bei dem Tiere im Mittelpunkt stehen, allen voran die herzigen Haflinger-Pferde aus eigener Zucht. Gastgeberin Margreth Leiter ist die gute Seele, ihr Mann Michael gibt kleinen Gästen Reitunterricht. Alle Appartements sind mit Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Badezimmer und Balkon ausgestattet.

Veitenhof Niederthai

Kaffee und Kuchen: Café Grüner

Ein Sportgeschäft und ein Café als dynamisches Duo in Niederthai: Im „Café Grüner“ gibt es direkt neben „Sport Grüner“ feine Tiroler Küche, kleine Snacks, Eisbecher sowie Kuchen und Kaffee im Lokal oder direkt auf der Sonnenterrasse mit Blick auf das Dorf und das Ötztaler Bergpanorama.

Genussplatzle: Wiesle Alm

Von Niederthai führt ein einfacher Weg in rund 45 Minuten zur „Wiesle Alm“. Das Gebäude-Ensemble samt kleiner Kapelle liegt in Alleinlage auf einer Wiese vor der Ötztaler Bergkulisse. Das Stück Land wurde jahrhundertelang landwirtschaftlich genutzt. Seit 2021 wird die „Wiesle Alm“ von Fabio Riml und seiner Partnerin Michaela geführt. Auf 1.520 Metern bieten sie ihren Gästen authentische regionale Küche. 

Wiesle Alm Niederthai

Hotel am Talschluss: Hotel Falknerhof

„Herzlich geht’s bei uns zu. Wir leben gerne am Ursprung und lieben die Ötztaler Bergwelt“: Das sagen die Gastgeber Steffi und Peter Falkner vom „Hotel Falknerhof“ in Niederthai. Das Hotel mit rund 40 Zimmern (Doppelzimmer, Familienzimmer oder Suiten) ist das letzte Haus am Talschluss. Geboten wird unter anderem ein Restaurant, eine Greisslerei, einen Weinkeller und ein Berg-Spa.

Familiäres Haus: Hotel Tauferberg

Das „Hotel Tauferberg“ liegt auf einem sonnigen Hochplateau in Niederthai. Das familiär geführte Hotel von Brigitte und Hermann Falkner ist mit modernen Komfort- und Biozimmern, gemütlichen Appartements und sogar Ferienwohnungen ausgestattet. Im Angebot sind unter anderem ein Restaurant, ein Saunabereich und Massagen.

Gasthof: Leiter’s Hoamatl

Die authentischen Aromen Tirols, zubereitet mit Liebe und Respekt für regionale Zutaten: Das verspricht das Restaurant „Leiter’s Hoamatl“ in Niederthai. Gespeist wird in zwei Gaststuben oder auf der Sonnenterasse mit Ausblick auf die Ötztaler Alpen und die Gletscherwelt. Wer will, kann in einem von vier Zimmern einchecken.


Hotels in Niederthai

♥ Weiterreisen im Ötztal ♥

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