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Großglockner Hochalpenstraße: Österreichs knackigste Kurven

Wer dem höchsten Berg Österreichs auf Augenhöhe begegnen will, muss 36 spektakuläre Kehren überwinden. Die Großglockner Hochalpenstraße ist die höchstgelegene befestigte Passstraße in Österreich und verbindet Salzburg und Kärnten miteinander. Der schönste Roadtrip des Landes offenbart atemberaubende Ausblicke und lässt Besucher sprachlos staunend zurück.


Großglockner Hochalpenstraße: Österreichs knackigste Kurven ♥ Lesezeit: 5 Minuten


Der Großglockner ist mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs, die Großglockner Hochalpenstraße eine der schönsten Panoramastraßen der Welt. Schon die Kelten und Römer waren auf der Passstraße durch die Hohen Tauern unterwegs, um Waren zwischen den Nord- und Südalpen zu transportieren, wie archäologische Funde beweisen. Entdeckt wurden unter anderem alte Münzen, Waffen und Handelsgüter.

Großglocker

Später waren es die Habsburger, die ihre Spuren hinterließen und das Glockner-Gebiet als Jagdrevier nutzen. Als Franz Joseph I. im Jahr 1856 im Alter von 26 Jahren die Pasterze sehen wollte, wanderte er von Heiligenblut vier Stunden lang die 1.100 Höhenmeter hinauf. Sisi zog es damals indes vor, den Berg nicht zu besteigen. Sie blieb an einem Platz, der als Bretterboden bekannt war. Seitdem heißt dieser Ort „Elisabethruhe“. 

Der erste große Streckenabschnitt der Passstraße entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. 1908 wurde von Heiligenblut zum Glocknerhaus ein Fahrweg gebaut, die Kaiserin-Elisabeth-Straße, aus der später ein Teil der Großglockner Straße wurde. 

Großglocker Hochalpenstraße

Bau der Großglockner Hochalpenstraße

Die treibende Kraft hinter dem Großprojekt war der österreichische Ingenieur Franz Wallack. Er hatte die Vision, eine moderne Hochalpenstraße zu bauen, die nicht nur Verkehr ermöglichen, sondern auch die Landschaft rund um den Großglockner touristisch erschließen sollte. Es dauerte bis 1930 und benötigte anschließend fünf Jahre Bauzeit, bis die Großglockner Hochalpenstraße fertig gestellt wurde, die heute Heiligenblut in Kärnten mit Bruck an der Großglocknerstraße in Salzburg verbindet. 

Die Regierung unterstützte das Projekt, weil es viele Arbeitsplätze schuf: Über 3.000 Arbeiter waren beteiligt, größtenteils mit einfachen Maschinen und viel Handarbeit. Besonders herausfordernd war der Bau der Serpentinen und Passabschnitte auf über 2.000 Meter Höhe. Am 3. August 1935 wurde schließlich die 48 Kilometer lange Panoramastraße eröffnet. 

Streckenverlauf der Großglockner Hochalpenstraße

Die Glockner Hochalpenstraße hat in ihrem Gesamtverlauf eine Länge von 48 Kilometern mit 36 Kehren. Sie führt mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern, den größten Nationalpark der Alpen. Vom Tal bis hinauf durchquert man vier Vegetationsstufen. Der Weg in die Hochalpen führt von zwei Seiten: an der Nordseite von Salzburg, an der Südseite von Kärnten. Der höchste befahrbare Punkt liegt auf der Edelweißspitze auf 2.571 Meter. Hier wartet ein gigantisches 360-Grad-Panorama mit bis zu 30 Dreitausendern.

Großglocker Hochalpenstraße

Strecke von Salzburg aus (Nordseite)

  • Start: Fusch an der Großglocknerstraße (ca. 800 Meter)
  • Abschnitt 1, Fuschertal: Die Straße folgt zunächst dem Fuschertal. Hier beginnt der stetige Anstieg durch Wälder und Almwiesen.
  • Abschnitt 2, Aussichtspunkt Schöneck: Der Aussichtspunkt (ca. 2.000 Meter) liefert einen der ersten spektakulären Ausblicke über das Tal.
  • Abschnitt 3, Hochalpenzone: Weiter hinauf zum Fuscher Törl (2.428 Meter), von dem eine kurze Straße zur Edelweißspitze abzweigt, dem höchsten befahrbaren Punkt der Strecke.
  • Abschnitt 4, Passübergang: Danach erreicht man das Hochtor (2.504 Meter), wo die Grenze zwischen den Bundesländern Salzburg und Kärnten verläuft.
Großglocker Hochalpenstraße

Strecke von Kärnten aus (Südseite)

  • Start: Heiligenblut am Großglockner (ca. 1.300 Meter)
  • Abschnitt 1, Hochalpenstraße ins Mölltal: Die Straße beginnt mit einem moderaten Anstieg oberhalb des Mölltal mit ersten Blicken auf den Großglockner.
  • Abschnitt 2, Abzweigung zur Gletscherstraße: Kurz vor dem Pass zweigt die Gletscherstraße ab. Sie führt zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf Großglockner und Pasterze, dem bekanntesten Aussichtspunkt der ganzen Straße.
  • Abschnitt 3, Hochgebirge: Danach steigt die Straße weiter Richtung Pass an und man erreicht ebenfalls das Hochtor.

Franz-Josefs-Höhe

Wer heute Österreichs knackigste Kurven nach oben cruist, begegnet dem österreichischen Kaiser erneut auf der Franz-Josefs-Höhe. Der Ort wurde nach Franz Joseph I. benannt, da dieser von genau diesem Punkt aus erstmals den Großglockner und den Gletscher darunter betrachtete. Auf der Aussichtsplattform auf 2.369 Meter Höhe hat man einen atemberaubenden Blick auf Großglockner, Glocknerwand und die acht Kilometer lange Pasterze. 

Franz-Josefs-Höhe

Leider hat die Pasterze wegen der voranschreitende Erderwämung einiges an Länge eingebüßt. Seit den 1850er-Jahren hat der Gletscher über die Hälfte seiner Fläche verloren. Wer will, wandert hinunter oder fährt mit der Standseilbahn zu der Stelle, an der sich zur Zeit der Inbetriebnahme der Gletscherrand befand. Heute ist die Pasterze so weit abgeschmolzen, dass zusätzlich eine 300 Meter lange Treppe zur Gletscherzunge führt. 

Als die Großglocknerstraße eröffnet wurde, entwickelte sich die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe schnell zum touristischen Hauptziel der gesamten Straße. Heute befinden sich auf der Franz-Josefs-Höhe auch mehrere Panoramaterrassen, ein Besucherzentrum auf über 1.4500 Quadratmetern mit Ausstellungen, Restaurants und Cafés, Souvenirshops und Informationszentren über den Nationalpark Hohe Tauern.

Wilhelm-Swarovski-Beobachungswarte

Ein Highlight ist die kurze Wanderung über den Panoramaweg zum Kaiserstein hinauf zur „Wilhelm-Swarovski-Beobachungswarte“. Sie ist Teil des Besucherbereichs der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und liegt direkt oberhalb des Gletschertals der Pasterze. Die Plattform wurde gebaut, um Besuchern Wildtiere in natürlicher Umgebung zu zeigen, einen sicheren Aussichtspunkt im Hochgebirge zu bieten und Informationen über die Tierwelt und Ökologie der Alpen zu vermitteln.

Wilhelm-Swarovski-Beobachungswarte

Hier kann man mit Hilfe von hochpräzisen optischen Geräten der Tiroler Firma Swarovski in die Ferne zoomen und sowohl Bergsteiger auf dem Gipfel, als auch Steinböcke, Murmeltiere, Gämsen oder Steinadler in freier Wildbahn bestaunen. Benannt ist die Warte nach Wilhelm Swarovski, der sich stark für Naturschutz, Wildtierforschung und alpine Umweltprojekte engagiert, besonders in den Hohe Tauern.

Die Gegend um die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gehört zu den besten Orten Europas, um freilebende Steinböcke aus nächster Nähe zu sehen. Vor allem aber die „Murmele“ sind beliebt und vielerorts so zahm, dass man sie aus der Nähe bestaunen und sogar füttern kann. Das putzige Pfeifen der Murmeltiere ist gut zu hören, wenn man im Panoramarestaurant „Kaiser Franz-Josefs-Haus“ sitzt, eine nach historischem Vorbild errichtete Schutzhütte, wo einst auch der Kaiser rastete.

Murmeltier

Beste Zeit für die Großglockner Hochalpenstraße

Nach sechs Monaten im Winterschlaf wird die Großglocker Hochalpenstraße  jedes Jahr im Frühling eröffnet. Zwischen Mai und November kommen Hunderttausende Urlauber aus aller Welt. Im Winter ist die Passstraße von bis zu zehn Meter hohen Schneebergen bedeckt. Der Rekord liegt bei 21 Metern im Jahre 1953. Nähert sich der Frühling, dauert es rund zwei bis drei Wochen, bis die Schneeräumarbeiten geschafft sind. 

Befahren kann man die Großglocker Hochalpenstraße mit dem eigenen Auto. Tickets für die kostenpflichtige Straße sind vor Ort und online erhältlich. 2026 beträgt die Maut für PKW bis 3,5 Tonnen 38 Euro pro Einzelfahrt, für Motorräder 28 Euro. Größere Fahrzeuge wie Wohnmobile bis 7,5 Tonnen zahlen etwa 48 Euro. Mautstellen befinden sich auf der Nordseite in Fusch an der Großglocknerstraße und auf der Südseite in Heiligenblut am Großglockner. Eine Alternative ist eine Fahrt mit dem „Glocknerbus“, einem Saison-Shuttle, der die Hochalpenstraße bedient. 

Großglocker Hochalpenstraße

Fahr-Tipps für die Großglockner Hochalpenstraße

  • Vorher tanken: Auf der Hochalpenstraße gibt es keine Tankstellen. Am besten tankt man in Fusch an der Großglocknerstraße oder in Heiligenblut am Großglockner.
  • Früh starten: Die ideale Startzeit liegt vor 9 Uhr morgens. Nach 11 Uhr wird es besonders bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe  sehr voll.
  • Zeit einplanen: Für die gesamte Strecke benötigt man mindestens 4 bis 6 Stunden . Die reine Fahrzeit beträgt zwar nur etwa 1,5 Stunden, aber man sollte unbedingt Zeit einplanen für die Aussichtspunkte, kurze Spaziergänge und viele Fotostopps.
  • Serpentinen richtig fahren: Die Straße hat 36 Kehren. Vor der Kurve bremsen, nicht in der Kurve. In engen Kehren gegebenenfalls auf den ersten Gang zurückschalten.
  • Häufig anhalten: Die Großglocker Hochalpenstraße wurde bewusst als Panoramastraße gebaut. Eile hat hier keinen Platz. An den Aussichtspunkten sind viele Parkplätze, sodass man wirklich die Möglichkeit hat, auszustiegen und das Panorama zu genießen.
  • Rücksicht nehmen: In der Hauptsaison sind viele Autos, Motorräder und Fahrräder auf der Straße unterwegs. Hier gilt: auf andere achten, vorsichtig fahren.
  • Schöne Stopps: Die Strecke ist in ihrem Gesamtverlauf atemberaubend. Als schönste Aussichtspunkte gelten Fuscher Törl, Edelweißspitze und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
  • Vorsicht vor Tieren: Besonders in der Früh oder am Abend können Alpenmurmeltiere, Gämsen oder Alpensteinbock auf der Straße auftauchen. Deshalb gilt: langsam fahren und Abstand halten.

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