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Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Über den wilden Wellen der nordirischen Küste spannt sich eine spektakuläre Attraktion: die Carrick-a-Rede Rope Bridge. Inmitten der wildromantischen Landschaft der Causeway Coastal Route verbindet sie das Festland mit einer winzigen Felseninsel. Wo einst Lachsfischer tollkühn über das Wasser balancierten, liegt heute die bekannteste Hängebrücke Nordirlands.


Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route ♥ Lesezeit: 6 Minuten


Die Causeway Coastal Route gehört zu den eindrucksvollsten Küstenstraßen Europas. Sie verläuft entlang der Nordküste Nordirlands, von Belfast bis nach Derry/Londonderry. Auf einer Strecke von rund 200 Kilometern zeigt sich die wilde Schönheit des Landes geballt. Schroffe Klippen wechseln sich ab mit sanften grünen Hügeln und hinter jeder Kurve wartet ein neuer Blick auf die wilden Wellen der nordirischen Küste.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Ein besonderes Erlebnis verbirgt sich in der Nähe von Ballintoy. Der kleine Küstenort liegt ganz im Norden in der Grafschaft County Antrim, etwa auf halber Strecke zwischen den bekannten Orten Ballycastle und Portrush. Die Umgebung ist geprägt von einer besonders zerklüfteten Küstenlinie mit kleinen Buchten, vorgelagerten Felseninseln und steilen Klippen. Ballintoy besteht aus zwei Teilen: dem Dorf im Landesinneren und dem bekannteren Ballintoy Harbour, der sich malerisch in eine Bucht schmiegt. Er diente schon als Drehort für verschiedene Film- und Serienproduktionen.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Abseits der Hauptstraße liegt eine der spektakulärsten Attraktionen an der nordirischen Küste: die Carrick-a-Rede Rope Bridge (sprich: kerit-a-rid). Die schmale, schwankende Hängebrücke zieht sich kühn über eine tiefe Felsspalte und verbindet das Festland mit einer winzigen, felsigen Insel. Dabei überspannt sie eine Meerenge von 20 Metern in einer Höhe von 30 Metern über dem Wasser. 

Geschichte der Carrick-a-Rede Rope Bridge

Der Name der Insel ist eine anglisierte Version des Schottisch-Gälischen Wortes „Carraig a Rade“. Übersetzt bedeutet es soviel wie „ein Fels auf dem Weg“. Dieser Name entstand wegen der Geschichte der kleinen Felsinsel. Schon im 18. Jahrhundert führte hier eine Art Brücke über das Meer. Die erste Brücke war allerdings nichts weiter als ein Seil mit Latten.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Sie wurde ursprünglich von Fischern errichtet, die auf der Insel mit einem Netz Lachse fingen. Da der Atlantik oft zu wild war, um mit dem Boot überzusetzen, errichteten die Lachsfischer 1755 an dieser Stelle eine erste Version einer improvisierten Brücke, um einfacher zu ihren Fangplätzen zu gelangen. Genutzt wurde diese allerdings nur in der Lachssaison von Juni bis August. Weil die Insel genau im Weg der Lachse zu ihren Laichplätzen liegt, schwimmen sie um das kleine Eiland und sind so leicht zu fangen. 

Carrick-a-Rede Rope Bridge heute

In den 1970er Jahren führte eine einfache Hängebrücke mit einseitigem Handlauf und weit auseinander liegenden Holztritten vom Festland zur Felsinsel. Obwohl die Brücke oft starkem Wind ausgesetzt ist und entsprechend schwankt, soll noch nie jemand verunglückt sein. Eine Anekdote hält sich allerdings: Es heißt, dass manche den Weg hinüber schaffen, aber sich nicht mehr zurücktrauen und per Boot abgeholt werden müssen.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Im Jahr 2008 wurde eine neue Brücke aus Stahlseil und Douglasienholz errichtet. Heute ist die Carrick-a-Rede Rope Bridge im Besitz des National Trust, für die Benutzung wird eine Gebühr verlangt (Erwachsene: £ 16, Kinder 5 bis 17 Jahre: £ 8, Familen – 2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder – £ 40). In der Hochsaison wagen sich rund 2.000 Menschen täglich über die schwankende Hängebrücke, die von März bis November geöffnet ist (von 9:00 bis 16:30 Uhr).

Küstenpfad zur Carrick-a-Rede Rope Bridge

Schon der Weg vom Parkplatz des National Trust zur Carrick-a-Rede Rope Bridge ist ein Erlebnis und wirkt einer Postkarte entsprungen. Ein etwa ein Kilometer langer Spaziergang führt sanft ansteigend entlang dramatischer Klippen, vorbei an sattgrünen Wiesen und mit ständigem Blick auf weiß aufschäumende Wellen und türkisfarbene Buchten. Die Landschaft ist rau und ungezähmt.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Dann steht man plötzlich vor ihr: der nur etwa 20 Meter langen, aber rund 30 Meter über dem Meer schwebenden Hängebrücke Carrick-a-Rede Rope Bridge. Spätestens hier sollte man seine Höhenangst im Griff haben: Die Brücke schwankt leicht im Wind, darunter klatschen Wellen gegen die Felsen. Nur ein paar Schritte genügen, um den Puls in die Höhe zu treiben. Und doch ist genau das der Reiz der Carrick-a-Rede Rope Bridge. Wer sich hinüberwagt, wird mit einem atemberaubenden Blick auf die Küste belohnt. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar bis nach Schottland.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Der Zugang zur Brücke wird von den Mitarbeitern des National Trust geregelt. Sie kontrollieren, wie viele Personen sich auf der Brücke befinden und wann sie diese überqueren dürfen. Maximal dürfen acht Personen gleichzeitig auf der Brücke sein. Im Winter wird die Carrick-a-Rede Rope Bridge komplett abgebaut, um sie vor den rauen Winterbedingungen zu schützen. Erst im Frühjahr wird sie wieder aufgebaut.

Die Insel der Carrick-a-Rede Rope Bridge

Die Insel ist unbewohnt. Eine kleine Hütte und eine Seilwinde für Lachsnetze erinnern an die Anfänge der Tradition im 18. Jahrhundert. Heute haben der Tourismus und die Einnahmen für die Überquerung der Brücke den Lachsfang verdrängt. Wurden 1960 noch 300 Fische pro Tag gefangen, waren es 2002 nur noch 300 in der gesamten Saison. Deshalb wurde der kommerzielle Lachsfang eingestellt. Auf der Insel und der gegenüberliegenden Steilküste nisten verschiedene Seevögel an und auf den Felsen, darunter Papageitaucher, Eiderenten, Sturmvögel, Kittywakes, Lummen und  Tordalke. Die markierten Wege dürfen deshalb nicht verlassen werden.


Carrick-a-Rede Rope Bridge kurz & knapp

Adresse: 119a Whitepark Road, Ballintoy, County Antrim BT54 6LS, Northern Ireland

Website: National Trust

Öffnungszeiten: 9:00 bis 16:30 Uhr

Preise: Erwachsene £ 16, Kinder (5 bis 17 Jahre) £ 8, Familen (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder) £ 40

Anfahrt mit dem Auto: Von Belfast Richtung Norden auf die M2 und der Beschilderung nach Antrim / Ballymena folgen, weiter auf der A26 Richtung Ballymena. Bei Ballymena Richtung A44 (Ballycastle), danach auf die A2 Küstenstraße und in Richtung Cushendall bzw. Ballycastle. Von Ballycastle Richtung Ballintoy / Whitepark Road und auf der B15 der Beschilderung zur Carrick-a-Rede Rope Bridge folgen.

Parken: Direkt an der B15 liegt der Parkplatz des Besucherzentrums. Das Parken ist im Eintrittspreis inkludiert (ohne Ticket für die Carrick-a-Rede Rope Bridge ca. £ 10)

Anfahrt mit dem Bus: Von Belfast mit dem Ulsterbus 252 und 256 oder dem 402 Causeway Rambler. Fahrzeiten und Tickets über Translink.

Einkehren: Direkt beim Besucherzentrum liegt der „Weighbridge Tearoom“. Hier gibt es hausgemachte Leckereien und auch Souvenirs aus Carrick-a-Rede. 

Übernachten: Nahe der Hängebrücke mit herrlichem Meerblick liegt das „Carrick-a-Rede Cottage“ in einem gemütlichen Fischerhaus.

Carrick-a-Rede Rope Bridge: Spektakulärer Stopp an der Causeway Coastal Route

Hotels in der Umgebung


„From the thin line of a bridge
Of ropes and slates, slung
Dangerously out between
The cliff-top and the pillar rock.“

Seamus Heaney, „A Postcard from North Antrim“, 1978

(„Von der dünnen Linie einer Brücke
aus Seilen und Schieferplatten, 
die gefährlich zwischen
der Klippenkante und dem Felspfeiler gespannt ist.“)


„For the boiling breakers are ever dashing themselves madly between the rocks hundreds of feet beneath, and the rope bridge is thrown about by the wind like a fabric of thread. Few trust themselves upon this airy fabrication, but Mr. Wilson and I, for the honor of old Kentucky braved all the terrors – and passed to and from the rock.“

Charles Leonard Thomassan, 1851

(„Die tosenden Wellen schlagen unaufhörlich wild zwischen den Felsen hunderte Meter tiefer, und die Seilbrücke wird vom Wind wie ein dünnes Gewebe hin und her geworfen. Nur wenige wagen sich auf dieses wackelige Gebilde, aber Mr. Wilson und ich trotzten, der Ehre des alten Kentucky zuliebe, allen Gefahren und überquerten den Felsen.“)


♥ Offenlegung

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