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Opatija: Die 10 schönsten Orte in der „Grande Dame der Adria“

Manchmal reicht eine Kurve, ein Blick aufs Meer oder eine alte Villa, um in Opatija für einen Moment in eine andere Zeit zu geraten. Die einstige Sommerfrische der k. u. k.-Gesellschaft hat ihren Zauber bewahrt. Die schönsten Geschichten führen entlang des Lungomare, hinauf in mittelalterliche Dörfer und hinein in kleine Häfen, in denen die Zeit langsamer zu vergehen scheint.


Opatija: Die 10 schönsten Orte in der „Grande Dame der Adria“ ♥ Lesezeit: 7 Minuten


Opatija wirkt ein wenig wie ein Seebad aus einer anderen Zeit. Zwischen üppigen Palmen und prächtigen Villen, alten Grandhotels und dem Blau der Kvarner-Bucht hat sich etwas von jener Eleganz bewahrt, die den Ort einst zur Sommerfrische der k. u. k. Gesellschaft machte. Wer heute durch Opatija spaziert, bewegt sich durch mehrere Epochen zugleich. Hier alte Villen und Hotels aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie, dort kleine Häfen und die lange Küstenpromenade. Dahinter ragt das Učka-Gebirge auf, vor der Stadt öffnet sich die Kvarner-Bucht.

Opatija: Die 10 schönsten Orte in der „Grande Dame der Adria“

Dabei war Opatija lange kaum mehr als ein kleines Fischerdorf. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der Ort zu verändern. Der Wiener Kaufmann Iginio Scarpa ließ 1844 die „Villa Angiolina“ errichten und legte damit einen der Grundsteine für Opatijas Aufstieg zum mondänen Seebad. Wenige Jahrzehnte später kamen Hotels, Sanatorien und Sommerresidenzen hinzu. Opatija wurde zur bevorzugten Adresse für die Sommerfrische. Sogar im Winter zog das milde Klima Gäste aus der Monarchie an.

Seinen besonderen Reiz hat sich der Ort bis heute bewahrt. Opatija liegt an der Kvarner-Bucht im Nordosten der kroatischen Adriaküste, geschützt vom Učka-Gebirge und zugleich offen zum Meer. Am schönsten lässt sich die Stadt zu Fuß entdecken. Wer sich auf den Weg macht, begegnet einer Stadt, in der die schönsten Geschichten hinter der nächsten Kurve auf einen warten.

1. Lungomare in Opatija: Spaziergang zwischen Meer und Geschichte

Es gibt wohl keinen schöneren Weg, Opatija kennenzulernen, als über den Lungomare. Die rund zwölf Kilometer lange Küstenpromenade verbindet Volosko im Norden mit Lovran im Süden und führt dabei immer wieder ganz nah am Wasser entlang. Mal geht es vorbei an alten Villen und üppigen Parks, mal öffnet sich der Blick weit über die Kvarner-Bucht. Dazwischen laden kleine Buchten und steinerne Badeplätze dazu ein, kurz stehenzubleiben und aufs Meer hinauszuschauen.

Lungomare in Opatija

Angelegt wurde die Promenade Ende des 19. Jahrhunderts, als Opatija zum mondänen Seebad der österreichisch-ungarischen Monarchie aufstieg. Offiziell heißt sie noch heute „Obalno šetalište Franza Josefa I.“ – benannt nach Kaiser Franz Joseph I., der selbst mehrfach in Opatija zu Gast war. Im Herzen der Stadt liegt der Slatina-Strand, der bis heute zu den bekanntesten Badeplätzen gehört. Und wer am Lungomare unterwegs ist, begegnet schon bald einem der berühmtesten Wahrzeichen Opatijas: dem Mädchen mit der Möwe, das seit 1956 auf einem Felsen über dem Meer steht.

2. Villa Angiolina in Opatija: Am Anfang war eine Sommerresidenz

Mit der „Villa Angiolina“ beginnt gewissermaßen die moderne Geschichte Opatijas. Der Wiener Kaufmann Iginio Scarpa ließ die elegante Sommerresidenz 1844 errichten, nachdem er das damalige kleine Fischerdorf für sich entdeckt hatte. Rund um die Villa entstand ein weitläufiger Park mit exotischen Pflanzen, Palmen und Bäumen aus verschiedenen Teilen der Welt. Noch heute ist er eine der schönsten grünen Oasen der Stadt.

Die Villa wurde bald zum Treffpunkt der feinen Gesellschaft und bekam Besuch von illustren Gästen, darunter Kaiser Franz Joseph I. Heute beherbergt sie das Kroatische Tourismusmuseum. Nur wenige Schritte entfernt steht mit dem „Hotel Kvarner“ ein weiteres Stück Opatija-Geschichte: Es wurde 1884 eröffnet und war das erste große Hotel des Ortes. Kurz darauf entstanden weitere Grandhotels und Sanatorien. Aus der privaten Sommerresidenz war längst ein mondänes Seebad geworden.

3. Kirche Sv. Jakova: Zwischen Klostermauern und Meeresrauschen

Mitten im eleganten Opatija liegt ein Ort, der viel älter ist als die Grandhotels und Villen ringsum: die Kirche Sv. Jakova. Sie steht auf dem Gelände einer ehemaligen Benediktinerabtei und erinnert damit an eine Zeit, in der hier noch kein mondänes Seebad, sondern ein kleines Dorf lag. Selbst der Name Opatija geht auf diese Geschichte zurück: Das kroatische Wort bedeutet so viel wie Abtei.

Opatija: Kirche Sv. Jakova

Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert, sodass von ihrer ursprünglichen Gestalt heute nur noch wenig zu erkennen ist. Gerade dieser Gegensatz macht den Platz so besonders: Rundherum flanieren Besucher zwischen Cafés und historischen Fassaden, während die kleine Kirche still an das viel ältere Opatija erinnert. Im Sommer finden hier außerdem regelmäßig Konzerte statt.

4. Mädchen mit Möwe: Opatijas ewiger Blick aufs Meer

Ein Mädchen, eine Möwe und dahinter nichts als das Blau der Kvarner-Bucht: Kaum ein Motiv steht so sehr für Opatija wie die Statue auf dem Felsen am Meer. Das „Mädchen mit Möwe“ wurde 1956 vom Bildhauer Zvonko Car geschaffen und ist seither eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Besonders schön ist der Blick am frühen Morgen oder am Abend, wenn das Licht über der Bucht weicher wird.

Dabei war die Statue ursprünglich gar nicht für diesen Platz gedacht. Zuvor stand hier die „Madonna del Mare“, eine Marienstatue des Grazer Bildhauers Hans Rathausky. Sie erinnerte an den jungen Grafen Arthur Kesselstadt, der 1891 vor der Küste Opatijas ertrank. Ein Sturm beschädigte die Madonna später schwer, woraufhin sie durch das Mädchen mit der Möwe ersetzt wurde. Die ursprüngliche Figur ist heute in der „Villa Angiolina“ zu sehen. 

5. Portić in Opatija: Wo die Barkajoli einst übers Wasser glitten

Nur ein paar Schritte vom Mädchen mit der Möwe entfernt liegt der kleine Hafen Portić. Heute wirkt er beinahe unscheinbar zwischen den eleganten Häusern und der Uferpromenade. Doch während der großen Zeit Opatijas als Seebad war hier ein wichtiger Treffpunkt für die Sommergäste. Die Barkajoli warteten mit ihren Booten auf die Besucher, die vom Wasser aus die Küste erkunden wollten.

Hafen Portić in Opatija

Die traditionellen Bootsführer gehörten genauso zum Bild des alten Opatija wie die Grandhotels und Villen. Mit ihren Ruderbooten, später mit Motorbooten, brachten sie die Gäste hinaus aufs Meer oder in die benachbarten Küstenorte. Heute haben moderne Ausflugsboote ihre Aufgabe übernommen. Wer am Portić steht, kann sich trotzdem gut vorstellen, wie die ersten Kurgäste hier einst auf ihre Barkajola warteten und Opatija vom Wasser aus entdeckten.

6. Markthalle: Wo Opatija noch ganz alltäglich ist

Zwischen all den historischen Villen, Grandhotels und prachtvollen Fassaden lohnt sich ein Abstecher an einen Ort, an dem Opatija ganz alltäglich wirkt: die Markthalle. Hier geht es nicht um Sommerfrische und k. u. k.-Eleganz, sondern um Fisch, Obst, Gemüse und die Dinge, die in den Küchen der Stadt gebraucht werden. Der Markt liegt an der Nova Cesta oberhalb des Zentrums und ist bis heute ein guter Ort, um einen anderen Blick auf Opatija zu bekommen.

Die Markthalle entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als die Zahl der Hotels und Sommergäste rasant zunahm. 1898 wurde der erste Teil eröffnet, wenig später kam der Fischmarkt hinzu. Auch in der Umgebung begegnet man noch dem alten Opatija: An der Nova Cesta steht unter anderem das ehemalige „Hotel Imperial“, das 1885 als zweites Hotel der Stadt eröffnet wurde. So erzählt selbst ein Marktbesuch von jener Zeit, in der aus dem kleinen Küstenort innerhalb weniger Jahrzehnte eine elegante Adresse an der Adria wurde.

7. Volosko: Wo das Fischerdorf auf die Grande Dame trifft

Wer dem Lungomare nach Norden folgt, erreicht Volosko. Das ehemalige Fischerdorf ist heute längst mit Opatija zusammengewachsen und hat sich trotzdem seinen eigenen Charakter bewahrt. Rund um den kleinen Hafen stehen alte Häuser dicht am Wasser, Fischerboote liegen in der Bucht und in den Restaurants wird noch immer viel Fisch serviert. Dazwischen erinnern elegante Villen daran, dass auch hier einst die Sommergäste der österreichisch-ungarischen Monarchie ein und aus gingen.

Volosko: Wo das Fischerdorf auf Opatija trifft

Mit Volosko verbinden sich außerdem einige der schönsten Geschichten aus Opatijas k. u. k.-Vergangenheit. Eine davon führt zu Katharina Schratt, der berühmten Burgschauspielerin und Vertrauten von Kaiser Franz Joseph I. Der Kaiser soll sie hier getroffen haben, wenn er in Opatija weilte. Ob jede der Geschichten, die sich um die beiden ranken, tatsächlich so passiert ist, sei dahingestellt. Aber vielleicht gehört auch das ein wenig zum Charme von Volosko: Zwischen Fischerbooten und feinen Villen scheint die Vergangenheit noch immer nicht ganz verschwunden zu sein.

8. Lovran: Wo mittelalterliche Gassen ans Meer führen

Am südlichen Ende des Lungomare liegt Lovran, rund fünf Kilometer von Opatija entfernt. Der kleine Küstenort wurde bereits um die Jahrhundertwende als Luftkurort entdeckt und profitierte wie Opatija vom Aufstieg der Riviera. Die neue Küstenpromenade und eine elektrische Straßenbahn machten den Ort damals bequem erreichbar. Heute ist es vor allem die historische Altstadt, die einen Besuch lohnt.

Hinter dem mittelalterlichen Stadttor beginnt ein Gewirr aus engen Gassen, alten Steinhäusern und kleinen Plätzen. Zwischen Restaurants und Geschäften blitzt immer wieder das Meer auf. Lovran wirkt dabei deutlich kleiner und ruhiger als Opatija und ist gerade deshalb ein schöner Kontrast zur Grande Dame. Wer den Lungomare entlanggeht, merkt hier besonders gut, dass die Küste rund um Opatija aus vielen kleinen Geschichten und Orten besteht.

9. Mošćenice: Ein mittelalterliches Dorf über der Kvarner-Bucht

Für einen Perspektivwechsel geht es hinauf nach Mošćenice. Das mittelalterliche Städtchen liegt auf einem Felsen über der Kvarner-Bucht und bietet einen der schönsten Ausblicke der Region. Unten schimmert das Meer, während sich oben schmale Gassen zwischen alten Häusern und Mauern hindurchziehen. Vieles wirkt hier noch so, als hätte sich der Ort seine mittelalterliche Struktur einfach bewahrt.

Mošćenice: Ein mittelalterliches Dorf über der Kvarner-Bucht

Schon am Eingang zur Altstadt erinnert das Habsburgerwappen an die wechselvolle Geschichte der Region. Dahinter führen enge Gassen zu kleinen Plätzen, alten Kirchen und historischen Gebäuden. Besonders sehenswert ist eine mehrere Jahrhunderte alte Olivenmühle, die heute Teil eines kleinen Museums ist. Mošćenice ist damit mehr als ein schöner Aussichtspunkt: Der Ort erzählt von einer Zeit, in der das Leben an der Kvarner-Küste noch ganz anders aussah als im mondänen Opatija.

10. Mošćenička Draga: Wo die Berge wieder ans Meer reichen

Unterhalb von Mošćenice liegt Mošćenička Draga direkt am Meer. Der kleine Küstenort ist damit der Gegenpol zum mittelalterlichen Bergstädtchen: Hier geht es wieder hinunter zum Wasser, an den Hafen und an die Strände. Alte Steinhäuser säumen die Uferpromenade, dazwischen liegen Restaurants und Cafés. Vieles ist kleiner und beschaulicher als im benachbarten Opatija.

Gerade deshalb eignet sich Mošćenička Draga gut als letzter Stopp. Nach den Villen, Grandhotels und historischen Geschichten Opatijas endet die Reise wieder dort, wo an der Kvarner-Küste alles zusammenkommt: zwischen Bergen und Meer. Von hier aus lässt sich noch einmal nachvollziehen, was diese Region so besonders macht. Und warum Opatija selbst bis heute ein wenig wie ein Seebad aus einer anderen Zeit wirkt.

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