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Kärnten im Kanu kennenlernen: Der Draupaddelweg in Kärnten

749 Kilometer legt die Drau auf ihrem Weg von Südtirol nach Kroatien zurück. Wo früher auf dem Wasserweg Waren transportiert wurden, erkunden heute viele Urlauber die Uferseiten der Drau via Fahrrad. In Kärnten fährt man auf 222 Kilometer auf dem Drauradweg. Eine andere Art, den Fluss kennenzulernen, ist Kanuwandern: Seit 2018 gibt es den Draupaddelweg in Kärnten, der völlig neue Perspektive von der Drau zeigt.


Mit Unterstützung vom Land Kärnten durch ein Arbeitsstipendium für freiberufliche Künstler*innen und freischaffende Wissenschaftler*innen


Kärnten im Kanu kennenlernen: Der Draupaddelweg in Kärnten ♥ Lesezeit: 6 Minuten


Die Drau legt eine lange Reise zurück. Über 749 Kilometer und durch vier Länder fließt das Wasser des viertgrößten Nebenarms der Donau: Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien. Ihren Ursprung hat die Drau am Nordabhang des Neunerkofels in der Nähe von Toblach im Südtiroler Pustertal, ihr Ende findet sie bei Dravski Kut in Kroatien in der Donau.

Draupaddelweg in Kärnten: Bekannte Wasserstraße

Nicht nur der Weg der Drau ist lang, sondern auch die Geschichte des Flusses: Die Drau wurde schon seit der Römer- und Völkerwanderungszeit als Wasserstraße genutzt. Ob Waren, Kohle und Bodenschätze: Auf dem steten Strom wurde alles transportiert, was weitere Strecken benötigte, daher siedelten sich auch viele Menschen in den Gebieten rund um den Fluss an. Die Drau und das Drautal in Kärnten spielten eine große Rolle im Güterverkehr: Ab Greifenburg war die Drau mit Flößen schiffbar. Das machte den Wasserweg zu einer wichtigen und schnellen Verbindung in den Osten. Schon im Jahr 1209 wurde erstmals der Güterverkehr auf der Drau erwähnt.

In Kärnten spielte die Flößerei immer schon eine große Rolle. Hier war die Drau ab dem 17. Jahrhundert als „Kärntner Holzstraße“ für Sägewerke und später auch Zellulosefabriken bekannt. Die Technik des Floßbauens hat sich vor allem an der Oberen Drau bis heute erhalten und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahr 1190 wurde der Verein der Oberdrautaler Flößer als Zusammenschluss von Flößergruppen aus den Gemeinden Oberdrauburg, Dellach, Berg, Greifenburg, Sachsenburg und Spittal-Baldramsdorf gegründet. Seither bemühen sie sich, dass das Wissen um die Technik des Floßbauens und -fahrens nicht verloren gehen zu lassen. 

Draupaddelweg in Kärnten: 222 Kilometer Radweg

Heute ist der Verkehr auf dem Wasser geringer, Menschen gibt es auf den Uferseiten aber noch immer. Aus kleinen Siedlungen von einst wurden große Ortschaften, aus schlammigen Dammwegen gesicherte Radwege. Der Drauradweg gilt als einer der schönsten Radwege Europas. 510 Kilometer führt die Strecke von Toblach in Südtirol über Lienz in Osttirol nach Kärnten und dann weiter bis nach Marburg in Slowenien. Die Strecke in Kärnten ist 222 Kilometer lang. Als in den 80er Jahren viele Draukraftwerke gebaut wurden, entstanden auch Dammwege, die als Zufahrten zu den Kraftwerksbaustellen dienten. Daraus entstanden viele der heutigen Radwege. Wer heute den Drauradweg entlangradelt, entdeckt eine der schönsten Seiten von Kärnten. Der Weg führt entlang Wälder und Wiesen, Badeseen und Berggipfeln – immer dem Wasser entlang. 

Die Kraft des Wassers war es auch, die die zwei Kärntner Wassersportler Manfred Winkler und Daniel Rebernik auf die Idee brachte, neues Leben auf die Drau zu bringen. Im Jahr 2018 starteten die beiden ihr Projekt „Draupaddelweg“. Ihr Gedanke war es, die ruhige Fließgeschwindigkeit der Drau zu nutzen und sich auf dem Wasser fortzubewegen. „Kanuwandern“ nennen Manfred Winkler und Daniel Rebernik das, was sie kreiert haben. Man sitzt im Kanu oder im Kanadier – und lässt sich einfach treiben. Denn da die Drau eine maximale Geschwindigkeit von 10 bis 15 km/h erreicht, braucht es wenig Körperkraft, um schnell voranzukommen. Statt zu paddeln, kann man sich treiben lassen. Vor allem im Oberen Drautal ist der Draupaddelweg ein sanftes Gleiten durch die malerische Flußlandschaft. Die Umsetzung ist einfach: Der Hintermann steuert, vorn wird angetrieben, die meiste Arbeit macht der Fluss. 

Draupaddelweg in Kärnten: Projekt mit Zukunft

Oder eben Manfred Winkler und Daniel Rebernik, die emsig daran arbeiten, dass der Draupaddelweg ausgebaut wird. Der Plan? In seiner vollen Ausbaustufe soll der Draupaddelweg und somit das Kanuwandern von Lienz in Osttirol bis Ptuj in Slowenien reibungslos funktionieren – auf 18 Etappen und über 320 Flusskilometern durch zwei Länder. Geplant sind zudem Paddel-Center auf der Strecke, Verleihe und Kurse – und als Highlight, um das Thema Wasser noch mehr auszuweiten, sollen Seen wie der Faaker See und der Wörthersee, aber auch der Bleder See und der Bohinjer See, eingebunden werden. Der Ehrgeiz der beiden Wassersportler ist groß: Ist ihr Projekt erst geschafft, soll es als eines der Top-Kanuwandergebiete in Europa bekannt werden.

Info: www.draupaddelweg.com

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