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Geheimtipp Grado: 6 Highlights in Grado, die man nicht verpassen darf

Grado gilt nicht grundlos als Insel der Glückseligkeit. Die malerische Lage zwischen der Lagune von Grado und dem Adriatischen Meer im Norden Italiens verleiht der Insel ein ganz besonderes Flair. An der ehemaligen „österreichischen Riviera“ vermischt sich hier die Leichtigkeit des Südens mit dem Charme Österreichs – abseits von Mainstream, Menschenmengen und Massentourismus.


6 Highlights in Grado, die man nicht verpassen darf ♥ Lesezeit: 8 Minuten


#1 Highlights in Grado: Der Hafen

Es wäre ein Leichtes, Grado wegen seiner Strände zu feiern. Die Geschichte der Insel fing allerdings nicht dort an, wo die Wellen der Adria auf den feinen Sand treffen, sondern im Herzen der Altstadt. Nämlich dort, wo der Hafen lange, bevor die ersten Badegäste kamen, die Halbinsel prägte. Die Gradeser sind zurecht stolz auf ihre Geschichte, denn Grado war lange vor Venedig für seinen Hafen berühmt und diente als wichtiger Anlegehafen für Schiffsleute – und das mitten im Zentrum zwischen der Città vecchia und der Fußgängerzone. Gelegen an der Nordküste der Adria auf einer Küstendüne am äußersten Ende des Golfs von Venedig, war Grado früher nur mit dem Schiff erreichbar. Erst 1936 wurde jene fünf Kilometer lange Dammstraße gebaut, über die man heute auf die Insel gelangt. Auch der ursprüngliche Hafen wurde umgebaut. Einst war die westliche Hafenseite die Grenze zum Meer, doch als die Habsburger die Obere Adria zur „österreichischen Riviera“ erklärten, ließen sie den Hafen von Grado ausbauen. Heute liegt der Hafen noch immer im Zentrum, ist aber seit dem Umbau Y-förmig gestaltet. Rund um den Kanal ankern bunte Boote, an den Kaimauern befinden sich Cafés und Bars. Wer in die Lagune von Grado fahren will, ist hier richtig: Am Hafen starten Grados Taxiboote und das Personenschiff „Nuova Cristina“. Wer die authentische Seite des Hafens erleben will, kommt am besten zum Sonnenaufgang, wenn die meisten Touristen noch schlafen. Dann herrscht am Hafen herrliche Ruhe, nur vereinzelt entwirren Fischer ihre Netze und bereiten sich auf ihren Tag auf dem Meer vor. Gegen sieben Uhr öffnen die ersten Cafés ihre Türe und locken mit starkem Espresso, erste Reihe fußfrei mit Blick auf den Hafen.

♥ Bester Espresso: 
Café Bomben“ (Via Campiero 10) und „Bar al Porto“ (Piazza Marinai d’Italia 2)
♥ Coolster Aperitivo: 
Fifty Bar“ (Calle Tunisi 2) 
♥ Hafentouren: 
Personenschiff „Nuova Cristina“ & Taxiboote Grado


#2 Highlights in Grado: Die Altstadt

Die Altstadt von Grado könnte nicht fotogener sein. Nirgendwo anders an der Oberen Adria gibt es ein entzückenderes Labyrinth aus schmalen, blumengeschmückten Gässchen, historischen Mauern, pittoresken Plätzen, versteckten Cafés und Restaurants – und mittendrin die beeindruckende Basilika Sant’Eufemia aus dem 5. Jahrhundert. Die Città vecchia ist das historische Zentrum Grados, in dem sich der Alltag der Gradeser abspielt und wo man die Geschichte der Insel an vielen Ecken entdecken kann. Grado wurde vermutlich im 2. Jahrhundert v. Chr. als Seehafen der Stadt Aquileia gegründet, einer antiken Römerstadt, die gerade mal zehn Kilometer entfernt liegt. Dass die Altstadt jede Menge Spuren aus vergangenen Epochen trägt, ist unübersehbar. In den engen Gassen, zwischen Steinmauern und unter schmalen Stiegen, ist die Geschichte des alten Fischerortes überall spürbar. Praktisch: Beim Schlendern durch die Altstadt begegnen einem keine Autos. Das Zentrum ist eine für den Verkehr gesperrte Fußgängerzone, selbst Fahrradfahrer müssen genau darauf achten, wo sie fahren dürfen. Das hat den Vorteil, dass man entspannt die Altstadt erkunden kann. Was Grado auch von anderen Küstenorten an der Oberen Adria abhebt, ist die Küche: Es ist so gut wie unmöglich, in Grado schlecht zu essen. Selbst in der Altstadt, wo man Touristenfallen vermuten könnte, wird in einfachen Trattorien genauso wie in edlen Restaurants großartige Gradeser Küche serviert: fangfrischer Fisch genauso wie handgemachte Pasta. Die bekannteste lokale Spezialität ist der „Borate alla grades“. Früher das Hauptnahrungsmittel der armen Fischer, ist das Fischgericht eine Spezialität, die aus Heilbutt, Polenta, Essig, Pfeffer und Knoblauch besteht. Ein Tipp sind übrigens jene Lokale, die sich der Vereinigung „I ristornier del Centrum“ angeschlossen haben. Die Mitglieder verpflichten sich, die kulinarische Tradition der Stadt von Generation an Generation weiterzugeben.

♥ Urigste Trattoria:
Trattoria da Toni“ (Piazza Duca D’Aosta 37)
♥ Bestes Fritto misto: 
Androna“ & „Santa Lucia“ (beide in der Calle Porta Piccola) 
♥ Leckerste Spaghetti: 
Laura e Christian“ (Via Gradenigo 27)
♥ Coolste Weinbar:
Enoteca Santa Lucia“ (Via Orseolo 19) 
♥ Bestes Eis:
La Gioiosa“ (Viale Dante Alighieri 44)
♥ Stadtführungen: 
Grado Tourismus


#3 Highlights in Grado: Die Strände

Die Insel von Grado wird gerne Sonneninsel oder Goldinsel genannt. Das liegt nicht nur am mediterranen Klima, sondern vor allem an der Lage der Strände: Diese sind nämlich alle komplett nach Süden ausgerichtet, sodass alle Sonnenstunden des Tages genutzt werden können. Insgesamt hat Grado rund 120.000 Quadratmeter Strand zu bieten, die sich auf die drei kleineren Abschnitte “Costa Azzura” im Westen, “Al Bosco” im Osten und den Hauptstrand “Spiaggia Principale GIT” aufteilen, der drei Kilometer lang ist. Grados Strände halten auch den Langzeitrekord unter den prämierten Badeorten von Friaul-Julisch Venetien. Seit 1998 weht hier die blaue Flagge, die verliehen wird, wenn bestimmte Anforderungen in Bezug auf Umweltmanagement und Umweltkommunikation erfüllt werden. Das tun sie in Grado: Das Projekt „Plastic Free“ sorgt für eine starke Reduktion von Einwegprodukten aus Plastik, mehrere Strandbäder erzeugen Energie aus Solarzellen und für SUP-Paddler gibt es Paddel mit Haken, um Abfälle aus dem Meer fischen zu können. Der alte Strand Grados liegt übrigens am anderen Ende der „Diga“; hier baden vor allem Gradeser sehr gerne. Als Geheimtipp gilt ein Spaziergang am äußersten Ende der Spiaggia Azzurra bis zum Leuchtturm, von dem man einen tollen Blick auf die Bucht hat.

♥ Grados Strände im Überblick
♥ Neue Strand-App (wegen COVID-19)


#4 Highlights in Grado: Die „Diga

Die Einheimischen kühlen sich längst nicht nur an ihren Stränden ab. Wer wirklich Gradeser ist, sonnt sich auf den Felsen der „Diga“ von Grado und springt von dort in die Wellen. Zwischen dem Strand Spiaggia dell’Imperatore im Osten und dem Strand Costa azzurra im Westen liegt jene berühmte „Diga“ von Grado. Weil die Halbinsel immer wieder von Sturmfluten heimgesucht wurde, entschied man sich bereits im 18. Jahrhundert, Maßnahmen zu setzen. Damals wurde ein Damm errichtet, der die Altstadt vor Sturmfluten schützen sollte: der Lungomare Nazario Sauro. Weil der Name den Gradesern aber zu sperrig war, etablierte sich bald der Begriff „Diga“. Einst als hölzerne Struktur entstanden, wurde daraus eine Art in den Ton gerammter Zaun und später eine breite Promenade, die die Österreicher im Jahr 1885 errichteten. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich dann entlang der „Diga“ Hotels, Restaurants und Villen im Jugendstil an. Heute flanieren vor allem am Abend Gradeser und Touristen entlang der „Diga“.

♥ Schönes Hotel, tolles Restaurant: 
Hotel Marea“ (Via dei Provveditori 6)
♥ Edles Hotel, romantische Terrasse: 
Hotel Villa Marin – Ristorante alla Diga“ (Via dei Provveditori 20)


#5 Highlights in Grado: Die Kaiservillen

Als die Habsburger Grado und sein mildes Klima für sich entdeckten und zum Seebad ausbauen ließen, stieg die Wichtigkeit der „österreichischen Riviera“ enorm. Damals entstanden Meerwasserthermen mit Pools, Saunen, Fitness- und Massageräumen und das adelige k.u.k.-Umfeld kam genauso hierher wie viele andere Österreicher, die ihre Sommerfrische in Grado genießen wollten. Der Badetourismus startete im Jahr 1854, damals noch bezeichnet als „Kur- und Badeanstalt Grado“ und von Kaiser Franz Joseph mit dem Titel „kaiserlich-königliches Seebad“ ausgezeichnet. Entlang der Promenade, die sich zwischen Stränden und Altstadt ausbreitet, gibt es heute noch jede Menge Spuren der Habsburger zu finden. Am augenfälligsten sind die Jugendstilvillen, die direkt an der Promenade liegen, allen voran die berühmten „Ville Bianchi“. Hier gibt es auch noch heute ein kleines schmiedeeisernes Tor, das zum Strand führt und auf dem die Initialen von Kaiser Franz Joseph angebracht wurden. Lustigerweise ist bis heute nicht bewiesen, dass der Kaiser jemals in Grado war, obwohl er aus der Ferne viel dazu beitrug, die Insel bekannt zu machen. Das Tor steht heute noch zur Erinnerung an einen Besuch des Kaisers, für den die Gradeser jenes Tor und exklusiven Strandzugang errichten ließen. Zwar kam er nie an, aber noch heute erzählt man sich gerne, dass er doch in Grado war und die Kaisertür benutzte.

♥ Schönste Villa:
Ville Bianchi“ (Viale Dante Alighieri 50)
♥ Beste Aussicht:
Dachterrasse vom „Hotel Fonzari“, Piazza Biagio Marin 6
Promenaden-Café mit vielen Gradesern:
Cristallo“ (Via Dante Alighieri 35)


#6 Highlights in Grado: Die Lagune

Die Lagune von Grado ist einzigartiges Ensemble aus Kanälen, Inseln, Sümpfen, Wasserflächen und Sandbänken, malerisch gelegen zwischen Land und Meer. In der unendlichen Weite des Wassers vor der Küste von Grado gibt es rund hundert verschieden Inseln. Diese werden von den Gradesern als „mota“ bezeichnet. Auf vielen der Inseln stehen kleine Fischerhäuschen mit pyramidenförmigen Strohdächern und gebaut aus Produkten der Natur, die man einst in der Lagune fand: Schilfrohr, Holz, Weidenruten, Stroh. Früher wohnten Fischer mit ihren Familien in den sogenannten „Casoni“, heute leben die meisten Lagunenbewohner wieder an Land. Die berühmteste „mota“ liegt im Osten der Lagune: Die Insel Barbana ist ein Marienwallfahrtsort, den man besuchen kann. Vom Hafen aus fahren mehrmals am Tag Schiffe nach Barbana. Die idyllischste Insel ist aber eine andere: die „mota“ Anfora ganz im Westen der Lagune. Auf der Insel befand sich einst die einzige Grundschule der Lagune von Grado. Heute gibt es hier in der „Trattoria ai Ciodi“ ein tolles Fischrestaurant – und aus der Schule wurde ein kleines Hotel, das einzige in der ganzen Lagune. Wer seinen Urlaub in Grado also mit einer spannenden Robinsonade beenden möchte, ist hier genau richtig.

♥ Insel Anfora: 
Trattoria ai Ciodi
♥ Transport zur Insel Anfora: 
Personenschiff „Nuova Cristina“ & Taxiboote Grado


Reisevideo: Eine Nacht in der Lagune von Grado


Offenlegung

Grado Turismo hat mich eingeladen, nach Grado und in die Laguna di Grado zu reisen. Meine Reportagen wurde u. a. auf reisereporter.de und in der Österreichischen Gastro- und Hotelzeitung veröffentlicht.

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