Nur 80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas liegt mit dem Valley of Fire State Park Nevadas ältester und größter State Park. Vor rund 150 Millionen Jahren entstanden hier einst gewaltige Sandsteinformationen, geformt aus uralten Wanderdünen der Mojave-Wüste. Ihr hoher Eisenoxidanteil lässt die faszinierende Felslandschaft bis heute eindrucksvoll wie in Flammen erscheinen.
Valley of Fire State Park: Felsen in Flammen in Nevadas „Tal des Feuers” ♥ Lesezeit: 7 Minuten
„Tal des Feuers”: Das Valley of Fire in Nevadas Süden trägt seinen Namen wegen der leuchtend roten Sandsteinformationen, die sich vor 150 Millionen Jahren aus Wanderdünen geformt haben und in einem intensiven Feuerrot erstrahlen. Durch Wind und Wasser wurde der Sandstein über Jahrtausende hinweg geschliffen und geformt. Die leuchtend rote Farbe entsteht durch den hohen Gehalt an Eisenoxid, das sich in den Sedimenten abgelagert hat.

Der Valley of Fire State Park hat eine lange Geschichte: An vielen Stellen gibt es Spuren diverser Indianerstämme, die hier vor tausenden von Jahren erste Siedlungen gründeten. Zu den prähistorischen Bewohnern des Tals gehörten unter anderem die Ancestral Puebloan, die einst Bauern aus dem nahe gelegenen Moapa-Tal waren. Sie haben einige beeindruckende Petroglyphen an den roten Wänden hinterlassen.

Valley of Fire State Park: Fakten & Orientierung
Heute ist der Valley of Fire State Park der älteste und größte State Park Nevadas. Er wurde bereits im Jahr 1935 eröffnet. Das 141 Quadratkilometer große Valley of Fire liegt in der Mojave-Wüste, nur 80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas. Jedes Jahr kommen rund eine Million Menschen, um die roten Sandsteinformationen zu bewundern.

Durch den Valley of Fire State Park führen zwei große Straßen. Die Valley of Fire Road ist 16,9 Kilometer lang und gilt als Hauptstraße. Sie führt zwischen dem Ost- und dem Westeingang durch den Park. Die rund neun Kilometer lange Mouse’s Tank Road startet am Visitor Center und führt von Süd nach Nord durch den Valley of Fire State Park. Sie ist eine Sackgasse und man fährt den Weg am Ende wieder zurück.
Highlights entlang der Valley of Fire Road
Atlatl Rock
Wie weit die Geschichte im Valley of Fire State Park zurückreicht, sieht man am Atlatl Rock. Die Felsformationen ist bekannt für Felszeichnungen, die von den Ureinwohnern der Region stammen. Der Name leitet sich von dem Wort „Atlatl“ ab, einer alten Jagdwaffe, die auch auf den Petroglyphen zu sehen ist. Eine steile Treppe führt den Felsen hinauf, sodass man die Petroglyphen aus nächster Nähe sehen kann. An der Felswand prangen neben dem Atlatl auch mehrere Symbole und Figuren. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf die umliegende Landschaft des Valley of Fire.





Arch Rock
Nicht weit entfernt liegt der Arch Rock, eine Felsbrücke aus Sandstein, die über Jahrtausende durch Erosion entstanden ist. Der Sandsteinbogen thront auf einem Felsblock am Straßenrand. Im Vergleich zu anderen Felsformationen ist der Arch Rock klein, aber nicht weniger spektakulär. Wer im Valley of Fire State Park übernachten will, ist hier richtig: Die beiden Campingplätze liegen beim Atlatl Rock und beim Arch Rock.
Balancing Rock
Beim Balancing Rock ist der Name Programm: Die Felsformation aus rotem Azteken-Sandstein wirkt, als würde sie jeden Moment umstürzen. An der Spitze scheint ein Felsen „zu balancieren“. Ein kurzer Trail führt zum Balancing Rock, um ihn aus der Nähe zu bewundern.
Beehive Rocks
Wie Bienenkörbe wirken indes die Beehives, auf deutsch: Bienenkörbe. Wind und Wasser haben den Sandstein zu runden, kuppelförmigen Felsen geformt und in horizontalen Schichten erodiert. Die gestreifte Oberfläche erinnert an die Lamellen eines Bienenkorbs.




Petrified Logs
Ein kurzer Trail führt zu den Petrified Logs, auf deutsch: versteinerte Baumstämme. Dabei handelt es sich um ein weiteres Wunder der Natur: Die kleine Gruppe versteinerter Baumstämme erhielt durch Mangan, Eisen und Kupfer im Versteinerungsprozess ihre besonderen Farben.
Seven Sisters
Sieben auf einen Streich mitten in einer offenen Wüstenlandschaft: Die eindrucksvollen Seven Sisters sind sieben hoch aufragende Sandsteinblöcke aus leuchtendem roten Sandstein. Hier gibt es ein schönes Picknick-Areal.
Cabins
Kurz nach der Gründung des Valley of Fire State Parks im Jahr 1935 wurden die Cabins errichtet, um damals Campern und Reisenden einen Unterschlupf zu bieten. Heute sind die drei Cabins ein prima Fotomotiv. Auch hier befindet sich ein Picknickplatz.
Elephant Rock
Eine der eindrucksvollsten Felsformationen im Valley of Fire State Park ist der Elephant Rock in der Nähe des Osteingangs. Der Sandsteinbogen erinnert an einen Elefanten, inklusive einem langen Rüssel. Wer will, geht den kurzen Wanderweg „Elephant Rock Loop Trail“, der zu einem Aussichtspunkt führt, der den Elefanten aus verschiedenen Perspektiven zeigt.

Highlights entlang der Mouse’s Tank Road
Mouse’s Tank Trail
Einer der schönsten Trails im Valley of Fire State Park ist rund etwa 1,2 Kilometer lange Mouse’s Tank Trail. Die Route führt durch den Petroglyph Canyon zum namensgebenden „Mouse’s Tank“. Dabei handelt es sich um ein kleines Wasserbecken in einer Felsnische. Unterwegs entdeckt man zahlreiche alte Petroglyphen, die von den Ureinwohnern in die Felsen gehauen wurden und teilweise über 2.000 Jahre alt sind.
Rainbow Vista
Unglaublich farbenfroh zeigt sich die Rainbow Vista, die auf einem einfachen Wanderweg zu erreichen ist. Es geht rund 800 Meter rein in Landschaft mit Farbnuancen aus rot-orange, gelb, violett und weiß. Der Trail endet am Fire Canyon Overlook.




Fire Canyon
Der Fire Canyon ist eine Schlucht aus feuerroten Felsformationen, die sowohl die Wände als auch den gesamten Canyon bedecken. Der Aussichtspunkt bietet ein tolles Panorama auf den tiefroten Sandstein und die geologischen Besonderheiten.

Fire Wave
Die wohl bekannteste und beliebteste Wanderung im Valley of Fire State Park führt über ,4 Kilometer zur Fire Wave. Dabei handelt es sich um eine ganz besondere Formation: Wind und Wasser haben über Jahrhunderte wellenförmige Linien und Bänder kreiert. Die Fire Wave ähnelt deshalb einer Welle, die im Sand eingefroren ist. Früher durfte man die imposanten Sandsteinformation betreten, heute steht die Fire Wave unter Schutz.





Seven Wonders Loop Trail
Direkt an der Fire Wave besteht die Möglichkeit, den 3,8 Kilometer langen Seven Wonders Loop anzuhängen. Dieser ist kein offizieller Wanderweg und nicht markiert, zieht aber viele Besucher an. Der Trail führt in eine einzigartige Landschaft aus roten Felsen und Formationen. Unter anderem geht es durch den „Pink Canyon“ mit seinen Sandsteinwänden in Pastellfarben, den Thunderstorm Arch, den Crazy Hill und den Kaolin Slot Canyon.
White Domes Trail
Ein Highlight ist die Wanderung auf dem White Domes Trail, der seinen Namen wegen der weißen Sandsteinformationen erhalten hat. Der Trail ist rund 1,8 Kilometer lang. Er beginnt am Ende der White Domes Road am Parkplatz und führt zum imposanten White Domes Slot Canyon. Ein spannender Stopp unterwegs ist eine alte Filmkulisse aus dem Jahr 1965. Einige Szenen des Westerns „Die gefürchteten Vier“ wurden hier gedreht.

Kurz & knapp: Valley of Fire State Park
Lage: Der Valley of Fire State Park liegt in der Mojave-Wüste rund 80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas und nördlich von der Lake Mead National Recreation Area auf einer Höhe von 610 bis 790 Meter.
Zufahrt: Der Valley of Fire State Park verfügt über zwei Eingänge, einen im Westen und einen im Osten.
Anfahrt: Aus dem Süden: Von Las Vegas auf der Interstate 15 bis zum Exit 75 fahren und dann ca. 20 Kilometer bis zum Parkeingang im Westen. Aus dem Norden: Auf der Interstate 15 bis zum Exit 76 fahren, weiter durch das Moapa Valley und wenige Kilometer hinter Overton zum Ost-Eingang abzweigen.

Öffnungszeiten: Der Valley of Fire State Park ist an 365 Tagen im Jahr von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet.
Eintritt: Der Eintritt kostet 10 US-Dollar pro Fahrzeug.
Besucherzentrum: Das „Visitor Center“ liegt am Anfang der Mouse’s Tank Road. Es gibt eine Ausstellung und einen Souvenirshop. Das Besucherzentrum ist täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Mitnehmen: Die Temperaturen sind hoch, es gibt kaum Schatten. Deshalb genügend Wasser und Sonnenschutz mitnehmen. Im Park gibt es nur wenige Versorgungsmöglichkeiten. Wer Snacks einpackt, kann diese an einem der Picknickplätze essen. Gute Wanderschuhe sind ein Muss.
Beste Reisezeit: Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen mild und die Tage lang genug, um alle Wanderwege zu erkunden. Auch der Winter eignet sich, allerdings sind die Tage kürzer und die Temperaturen können abends unter den Gefrierpunkt sinken. Im Sommer liegt die durchschnittliche Temperatur bei 41 Grad.

Camping: Es gibt zwei Campingplätze mit 72 Stellplätze: einen beim Atlatl Rock, einem beim Arch Rock. Die Gebühr beträgt 20 US-Dollar, der Eintrittspreis in den Park enthalten.
Picknickplätze: Im Valley of Fire State Park gibt es mehrere Picknickplätze, unter anderem beim Besucherzentrum, in der Nähe der White Domes, bei den Seven Sisters und am Atlatl Rock.

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