Zum Inhalt springen

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Seen, Moore, Quellen und Flüsse: Das Fichtelgebirge ist eine Landschaft des Wassers. Kaum eine Mittelgebirgsregion in Deutschland ist hydrologisch so vielfältig. Mehrere bedeutende Flusssysteme entspringen im Fichtelgebirge, gespeist von Seen, Mooren und Quellen, die seit Jahrhunderten Mensch und Natur prägen. Das Wasser bestimmt die Landschaft – und die Geschichte der Region.


Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen  ♥ Lesezeit: 12 Minuten


Ein Rinnsal im Moor, ein Quelltopf im Granit, ein Bachlauf zwischen Moos und Steinen, ein See zwischen dunklen Fichten: Oft liegt das Wasser im Fichtelgebirge im Verborgenen. Und doch nehmen hier einige der großen Flüsse Mitteleuropas ihren Anfang. Sie entspringen im Fichtelgebirge und fließen in die Nordsee und das Schwarze Meer.

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Was als Quelle im Granit beginnt, wird Teil von Flusssystemen, weit über die Grenzen der Region hinaus. Seit jeher prägt das Wasser das Fichtelgebirge. Die Quellen verdanken ihre Existenz dem wasserundurchlässigen Granit. Regenwasser sammelt sich im Untergrund und tritt an Bruchlinien wieder aus. Als die Region im frühen Mittelalter erstmalig beschrieben wurde, war der Wasserreichtum ein bedeutendes Thema. Erste Erwähnungen stammen von Caspar Bruchius. 1542 veröffentlichte der Geschichtsforscher das Schriftstück „Gründliche Beschreibung Des Fichtel-Berges, Aus welchem vier Schiff-reiche Wasser, der Meyn, die Eger, die Nab, und Saal entspringen“.

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Auch Johann Christoph von Pachelbel widmete dem Fichtelgebirge im 18. Jahrhundert eine landeskundliche Darstellung. Er war zwar in erster Linie Komponist und Organist, aber auch Chronist und Naturbeobachter. In seiner Schrift „Ausführliche Beschreibung des Fichtel-Berges in Nordgau liegend“ fasste er das Wissen seiner Zeit über Landschaft, Naturraum und Ressourcen der Region zusammen. Er beschreibt Quellen, Bäche und Flüsse nicht nur als geographische Besonderheiten, sondern als Grundlage für Dörfer, Gewerbe und Verkehr. Pachelbel ging sogar von einem unterirdischen See aus, der sich unter dem Ochsenkopf befinden und die vier großen Quellen Main, Eger, Naab und Saale speisen sollte. Damit lag er zwar falsch, mit seiner Schrift über den Wasserreichtum hatte er aber recht. Heute sind über 1.200 kartierte Quellen im Fichtelgebirge belegt.

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Urlaub im Fichtelgebirge: Erlebnisse am Wasser

Im Fichtelgebirge spricht man gerne über das „Wasser vom Dach Europas“. Die Flüsse, die hier entspringen, streben in alle Himmelsrichtungen. Wie Regen, der von einem Dach abläuft. Von den Höhenzügen rund um Schneeberg und Ochsenkopf nehmen die Saale, die Eger, der Main und die Naab ihren Anfang. Deshalb findet man hier auch die europäische Wasserscheide, in alten Chroniken als „Scheitel Germaniens“ bezeichnet. Main, Saale und Eger fließen in Richtung Nordsee, die Naab mäandert sich in Richtung Süden bis zur Mündung in die Donau und weiter ins Schwarze Meer. Das Besondere: Im Fichtelgebirge treffen sich die Wasserscheiden von Donau und Elbe, von Elbe und Rhein und von Rhein und Donau an einem Punkt, einem sogenannten Tripelpunkt. Dieser liegt nordöstlich vom Seehaus auf dem Kamm, der von der Platte zum Nusshardt zieht. 

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Im Urlaub begegnet man dem Wasser und dem „Dach Europas“ auf Schritt und Tritt. Auf Rad- und Wanderwegen entlang plätschernder Flussläufe. Bei Spaziergängen an Seeufern und Mooren. Auf aussichtsreichen Gipfeln wie dem Ochsenkopf und Schneeberg, wo versteckte Quellen im Wald entspringen. Überall ist das Wasser gegenwärtig und ein prägendes Element der Landschaft. 2026 und 2027 ruft die Tourismuszentrale Fichtelgebirge deshalb Wasser als Jahresthema aus. Im Mittelpunkt stehen Wander- und Radwege entlang von Bächen und Flüssen, Aktiverlebnisse, die vom Wasser geprägt sind, und kleine und große Geschichten rund ums lebensnotwendige Nass in der Region. 

Wasser im Fichtelgebirge entdecken: Von starken Quellen bis zu stillen Seen 

Wasser im Fichtelgebirge: Quellenweg

Wer die Flüsse im Fichtelgebirge verstehen will, sollte sich zu ihrem Ursprung begeben. Die vier großen Quellen liegen in allen Himmelsrichtungen. Die Weißmainquelle im Westen, die Saalequelle im Norden, die Egerquelle im Osten und die Fichtelnaabquelle im Süden. Eine Wanderung, die die vier Quellen vereint, ist der Quellenweg. Die Strecke führt über 46 Kilometer von Münchberg bis Marktredwitz.

Auf dem Quellenweg berühren Wandernde nicht nur die Wassereinzugsgebiete der Flüsse Elbe, Donau und Rhein, sie überschreiten auch die Europäische Hauptwasserscheide. Der Weg ist markiert durch ein schwarzes Q auf gelbem Grund. Von Münchberg Bahnhof geht es über Zell im Fichtelgebirge zur Sächsischen Saale-Quelle. Danach führt die Wanderung Richtung Schneeberg zur Egerquelle und weiter zur Weißmainquelle. Gleich daneben liegt die Fichtelnaabquelle. Über den Fichtel- und den Nageler See geht es zur Luisenburg, nach Bad Alexandersbad und nach Marktredwitz. 

Wasser im Fichtelgebirge: Brunnen- und Quellenweg

Eine kürzere Wanderung auf den Spuren der Quellen und Brunnen im Fichtelgebirge führt durch dichte Fichten- und Mischwälder, vorbei an historischen Brunnenanlagen, kleinen Bachläufen und verborgenen Quellen. Der Brunnen- und Quellenweg hat eine Länge von acht Kilometern und startet und endet in Fichtelberg. Unterwegs informieren Tafeln über die geologischen Besonderheiten und die Bedeutung des Wassers für die Region. Der Rundwanderweg passiert mehrere spannende Stationen. 

Vom Kaltenbrunnen, der zum Quellgebiet der Fichtelnaab gehört, geht es über die Quellen der Warmen Steinach und des Weißen Mains zu verborgenen Brunnen. Der Marienbrunnen ist eine gefasste Quelle, die der Gottesmutter Maria gewidmet ist. Solche Marienbrunnen finden sich in vielen katholisch geprägten Regionen. Der Rupprechtsbrunnen wiederum hat vermutlich einen historischen Bezug, entweder auf eine lokale Persönlichkeit oder auf den heiligen Rupert, dessen Name in Altbayern und Franken verbreitet ist. Die Wanderung führt weiter zur Europäischen Hauptwasserscheide und anschließend zur Quelle der Fichtelnaab und zum Geldbrunnen, aus dem angeblich die Venetianer Geld oder Gold geschöpft haben.

Main-Radweg

Einer der bedeutendsten Flüsse Deutschlands beginnt ganz still zwischen Granitfelsen und Waldquellen. Der Main entspringt im Fichtelgebirge, allerdings nicht aus einer einzigen Quelle, sondern aus zwei Quellflüssen: dem Weißen Main am Fuß des Ochsenkopfes und dem Roten Main bei Creußen. Erst bei Kulmbach vereinen sich beide zum Main, der von hier aus quer durch Franken Richtung Rhein fließt. 

Main-Radweg

Der Main ist 525 Kilometer lang und damit der längste vollständig in Deutschland verlaufende Nebenfluss des Rheins. Für Radreisende ist dieser Ursprung zugleich der Startpunkt eines der beliebtesten Fernradwege: Der Main-Radweg begleitet den Fluss von seinen fränkischen Quellen bis nach Mainz und war der erste mit fünf Sternen nach den Kriterien des ADFC ausgezeichnete Radweg in Deutschland. Der Main-Radweg ist rund 600 Kilometer lang, der Abschnitt im Fichtelgebirge umfasst je nach Route 45 bis 60 Kilometer. Unterwegs warten tolle Stopps, unter anderem am romantischen Marktplatz in Bad Berneck oder in Kulmbach, der „heimlichen Hauptstadt des Bieres“.

Wasser im Fichtelgebirge: Saalequelle

Auch die Saale, genauer gesagt die Sächsische Saale, hat ihren Ursprung im Fichtelgebirge. Ihre Quelle liegt am Südosthang des Großen Waldsteins bei Zell im Fichtelgebirge auf etwa 700 Metern Höhe. Von dort fließt sie nach Norden durch Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt, bevor sie bei Barby in die Elbe mündet. Ihr Wasser erreicht über Elbe und Nordsee den Atlantik. 

Wasser im Fichtelgebirge: Saalequelle

Das Wasser der Saalequelle sammelt sich in dem historischen Bergwerksstollen „Hülffe Gottes“. In dem 70 Meter langen Stollen ließ Jacob Heinrich Richter ab 1769 Gelbkreide abbauen, aus der Ockerpigmente gewonnen wurden. Bei der Errichtung des Bergwerksstollen wurde die Quelle entdeckt. Heute ist die Saalequelle nicht nur über den Quellenweg, sondern auch über Rundwanderwege ab Zell im Fichtelgebirge oder vom Großen Waldstein aus erreichbar. Für Radfahrer interessant: Der Saale-Radweg beginnt an der Saalequelle und begleitet den Fluss bis zur Mündung in die Elbe.

Eger-Radweg

Im östlichen Fichtelgebirge, am Nordwesthang des Schneeberg nahe der deutsch-tschechischen Grenze, entspringt die Eger und fließt zunächst durch Bayern und dann durch Westböhmen. Bei Litoměřice mündet sie in die Elbe. Auch hier nimmt das Wasser aus dem Fichtelgebirge einen langen Weg bis zur Nordsee. Die Quelle auf etwa 750 Metern Höhe ist als gefasster Quellstein gestaltet und wurde von der böhmischen Stadt Eger initiiert. Der Quellstein enthält Granitsteine jener zwölf Orte, die 1923 die Quellfassung finanzierten. 

Direkt an der Egerquelle startet der Eger-Radweg, der die Eger von ihrem Ursprung bis ins benachbarte Tschechien begleitet. Die ersten 50 Kilometer des über 280 Kilometer langen Radwegs befinden sich im Fichtelgebirge. Von dort führt er durch das böhmische Bäderdreieck und schließlich bis zur Mündung in die Elbe. Unterwegs warten tolle Stopps, unter anderem am Thußwasserfall und beim „Zwölfgipfelblick“. Nördlich der Gemeinde Röslau befindet sich der geographische Mittelpunkt des Fichtelgebirges und ein Aussichtspunkt, der zwar „nur“ auf 602 Meter Höhe liegt, aber eine Sicht zu allen zwölf Fichtelgebirgs-Gipfeln bietet: Großer Kornberg, Epprechtstein, Großer Waldstein, Rudolfstein, Schneeberg, Nußhardt, Seehügel, Platte, Hohe Matze, Kösseine, Großer Haberstein und Burgstein.

Perlenroute

Im Fichtelgebirge lebt ein stiller Schatz der Natur: die über 60 Millionen Jahre alte, stark gefährdete Flussperlmuschel. Ihre Bestände schrumpfen seit Jahrzehnten. Um ihr Überleben zu sichern, engagieren sich Aufzuchtstationen wie die Huschermühle im Dreiländereck und die Grenzmühle bei Erbendorf. Dort wird der langwierige Prozess der Nachzucht begleitet und wissenschaftlich betreut. Eine neue Radtour setzt die Perlen im Fichtelgebirge in Szene: Die Perlenroute führt entlang des Perlenbaches, in dem es noch heute die geschützte Flussperlmuschel gibt. Perlen weisen den Weg von Oberkotzau und Rehau über Schönwald und Selb bis ins tschechische Asch. 

Seinen Namen bekam der Perlenbach von dem ursprünglich reichen Vorkommen der Flussperlmuschel. Zwischen 1733 und 1952 fischten amtlich bestellte Perlinspektoren nach Muscheln und Perlen. Der neue Radweg schafft eine lückenlose Verbindungsachse zwischen dem Saaleradweg und dem Brückenradweg Bayern-Böhmen. Neun Infotafeln erzählen die Geschichte der Grenzregion. Ein Highlight unterwegs ist der Fernweh‑Park in Oberkotzau. Hier hängen tausende Ortsschilder, Straßenschilder, Autokennzeichen und Grußbotschaften aus aller Welt, die zu einer „Weltreise im Kleinen“ einladen. 

Wasser im Fichtelgebirge: Bad Weißenstadt am See

Der größte See im Fichtelgebirge liegt in Bad Weißenstadt. Der Weißenstädter See hat eine Fläche von 48 Hektar. Der künstlich gestaute See liegt am Oberlauf der Eger und wird von ihr und dem Hirtenbach gespeist. An der heutigen Stelle gab es bereits einen See, der 1476 erstmals urkundlich erwähnt wurde und vorwiegend der markgräflichen Fischzucht diente. Die Entstehung an dieser Stelle reicht ins Jahr 1350 zurück. Im Jahr 1820 wurde der See trockengelegt, bevor er 1976 wieder als Naherholungsfläche aufgestaut wurde. 2026 gibt es einen Grund zum Feiern: Die Neuaufstauung des Weißenstädter Sees jährt sich zum 50. Mal.

Kaiser Maximilian I. bezeichnete Bad Weißenstadt wegen der ihm nachgesagten Heilkräfte einst „als den gesündesten Ort Deutschen Landes“. Hier kommt natürliches Radon in einer besonders hohen Konzentration und fluoridhaltiges Schwefel-Thermalwasser vor. Deshalb erhielt die Stadt 2025 das Prädikat zum staatlich anerkannten Heilbad. Mit dieser Auszeichnung ist Bad Weißenstadt Bayerns jüngstes Heilbad. Um den See führt ein vier Kilometer langer Uferweg, auf dem Wasser ist alles möglich: Stand-up-Paddeln, Segeln, Surfen, Schwimmen oder Tretbootfahren. Ein Highlight ist der historische Kurpark mit Kneippbecken, Fitnessgeräten, Ruheliegen und Wasserspielplätzen. 

Wasser im Fichtelgebirge: Bad Alexandersbad

Im Landkreis Wunsiedel wiederum liegt das kleinste Heilbad Bayerns, dessen Name auf Markgraf Alexander und Königin Luise zurückgeht. Die Geschichte von Bad Alexandersbad beruht auf einer Legende: Im Jahr 1734 soll der Bauer Wolfgang Brodmerkel eine Heilquelle im Tal der Heuleite entdeckt haben. Der Überlieferung nach konnte er sein Gichtleiden durch eine Trinkkur innerhalb eines Jahres kurieren. Diese wundersame Heilung sprach sich herum – und Bad Alexandersbad und die Luisenquelle wurde berühmt als Kurort.  

Wasser im Fichtelgebirge: Bad Alexandersbad

Heute verbindet das Mineral- und Moorheilbad moderne Gesundheitsvorsorge mit den traditionellen Heilmitteln Heilwasser und Naturmoor. Der Charme des Bädertourismus ist spürbar, wenn man über die Schlossterrassen zum Markgräflichen Schloss aus dem 18. Jahrhundert und zur Luisenquelle im Kurpark flaniert. Die Quelle liegt am Ende des historischen Kurparks und ist etwa 65 Meter tief. Über einem kunstvollen Monopteros, einen achtsäuligen Rundtempel, kann man das Heilwasser eigenhändig zapfen.

Wasser im Fichtelgebirge: Nageler See

Eingebettet zwischen sanften Waldhängen und grünen Wiesen liegt der Nageler See. Er entstand wie viele Mittelgebirgsseen durch natürliche Senkungen im Granituntergrund, die sich im Laufe der Jahrtausende mit Quellwasser und Regen füllten. Nagel war einst ein Waldsumpfgebiet. 23% der Fläche besteht heute aus geschützten Flächen und bietet so Raum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Die sechs Hektar große Wasserfläche wurde 1694 als Mühlweiher aufgestaut und dem Rittergut Fahrenbach zugeordnet. Heute ist der Nageler See beliebt als Bade- und Erholungsort und Nagel bekannt als „Natur- und Kräuterdorf“.  

Wasser im Fichtelgebirge: Nageler See

Das Wissen um die Verwendung der Kräuter zur Herstellung von Tee, Gewürzen und Seifen oder in der Medizin spielte in Nagel schon immer eine große Rolle. Das belegt ein historisches Kräuterbüchlein von 1600. Das „Haus der Kräuter“ bildet das Zentrum aller Kräuteraktivitäten in Nagel. Das Haus aus dem Jahr 1890 wurde liebevoll restauriert und 2013 eröffnet. Seit 2018 darf sich Nagel zudem offiziell mit dem Titel „Kräuterdorf“ schmücken. In Vorträgen und Seminaren machen mehr als ein Dutzend zertifizierte Kräuterführerinnen das Thema Kräuter erlebbar. 

Feuchtlandschaften im Fichtelgebirge: Fichtelsee

Wer das Fichtelgebirge erkundet, begegnet nicht nur Quellen, Flüssen und Seen, sondern auch verborgenen Feuchtlandschaften, die das Mittelgebirge seit Jahrhunderten prägen. Schon im 15. Jahrhundert beschrieben Chroniken das Fichtelgebirge als eine Landschaft voller feuchter Flächen, dichter Wälder und sprudelnder Quellen. Auf wenig durchlässigen Bodenschichten bildeten sich natürliche Moore, in denen abgestorbene Pflanzenreste über Jahrhunderte zu Torf wurden. Heute stehen die Moore des Fichtelgebirges aufgrund des Klimawandels unter Schutz. Sie spielen eine wichtige Rolle als CO₂-Speicher und werden durch Renaturierungsprojekte wiederhergestellt. 

Feuchtlandschaften im Fichtelgebirge: Fichtelsee

Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Moorlandschaften ist der Fichtelsee nördlich der Gemeinde Fichtelberg zwischen dem Ochsenkopf und dem Schneeberg. Als typischer Moorsee spiegelt er die Wälder und Hochflächen ringsum, speist sich aus Quellbächen und wird von Torfablagerungen geprägt. Früher war hier ein Hochmoor. Das Wasser nutzte man für das Sägen von Granitsteinen, die Verarbeitung von Holz und die Verhüttung von Erz; der freigelegte Torf diente als Brennstoff. 

Wasser im Fichtelgebirge: Moorbad in Fleckl

Eng verknüpft mit den Torfen und Mooren des Fichtelgebirges ist das Moorbad in Fleckl am Fuße des Ochsenkopfes. Mitten im Wald liegt hier mit dem Naturmoorbad ein geheimnisvoll anmutender Ort: Das Wasser schimmert dunkel unter Baumkronen und verströmt eine besondere Ruhe. Das Naturmoorbad entstand aus einem Weiher, der 1855 künstlich angelegt wurde und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts der Flößerei auf der Steinach diente. Bereits im 15. Jahrhundert soll der Neuweiherbach aufgestaut worden sein, um Scheitholz nach Bayreuth zu flößen. Damals war die Flößerei auf den Flüssen des Fichtelgebirges eine wichtige Transportmethode für das Brennholz.

Wasser im Fichtelgebirge: Moorbad in Fleckl

Das Wasser im Naturmoorbad ist außergewöhnlich: Es ist stark von Schwebstoffen des Moores durchsetzt und ein besonderes Erlebnis für Körper und Seele. Am Waldrand neben dem Naturbad liegt eine Naturmoorfläche, in der man im Moor eintauchen und sich den wohltuenden „Schlamm“ auf der Haut verreiben kann. Es entkrampft verspannte Muskeln und soll eine wohltuende Wirkung bei Gelenkbeschwerden haben.

Wasser im Fichtelgebirge: Bocksgrabenweg

Nicht weit entfernt stehen in Warmensteinach zwei Elemente im Fokus: Wasser und Wald. Die Gemeinde liegt zwischen dichten Fichtenwäldern und geheimnisvollen Weihern und Bächen. Der Name ist vom Wasser geprägt: Wo einst die „Kalte Steinach“, der heutige Moosbach, und die „Warme Steinach“, deren Quelle am Südhang des Ochsenkopfs entspringt, zusammenfließen, entstand die Siedlung Kaltensteinach. Gegenüber an einem Hang wurde Warmensteinach gegründet. 

Wasser im Fichtelgebirge: Bocksgrabenweg

Das gut markierte Wegenetz in Warmensteinach ist ideal für Wanderungen und Radtouren. Eine Route, die viel über die Region erzählt, führt auf den Bocksgrabenweg. Der Bocksgraben ist ein künstlich angelegter Wasserabflussgraben am Südost-Hang des Ochsenkopfes, der 1797 entstand. Dadurch wurden im Quellbereich der Steinach verschiedene Wasseradern zur Fichtelnaab für die dortigen Hammer- und Hüttenwerke abgeleitet. Die Idee sorgte allerdings für Unmut, denn die Mühlen- und Hammerwerksbesitzer an der Steinach klagten nun über Wassermangel. Es kam zu einem Streitverfahren, das vier Jahre dauerte. Der Bergbau gehörte ebenso wie die Glasherstellung zu den einstigen Haupterwerbszweigen im oberen Steinachtal.

Trinkwasserversorgung Bayreuth

Das Fichtelgebirge ist eine Schatzkammer an Quellen und Wasseraustritten. Der gesamte südwestliche Teil des Ochsenkopfes wird aus 75 Quellen auf einer Fläche von 6,5 Quadratkilometer zusammengefasst und im Wassersammler im Löchleinstal aufbereitet. Das Wasser fließt durch eine 27 Kilometer lange Leitung nach Bayreuth zum Hochbehälter auf die Hohe Warte und versorgt damit einen Großteil der Stadt. 

Unter anderem werden daraus die Biere der „Maisel Brauerei“ erzeugt. Das Wasser eignet sich gut für die Bierherstellung, weil es weder entkalkt, noch chemisch behandelt werden muss. Die Brauerei selbst schwärmt von „besonders weichem Brauwasser“. Deshalb schmecken auch die Brauerzeugnisse der heimischen Brauereien vorzüglich. Ein Genuss, der ohne das Fichtelgebirgswasser nicht denkbar wäre.


Kurz & knapp: Wasser im Fichtelgebirge

2026 und 2027 ruft die Tourismuszentrale Fichtelgebirge das Thema Wasser als Jahresthema aus. Im Mittelpunkt stehen Wander- und Radwege entlang von Bächen und Flüssen, aber auch Geschichten rund um das lebensnotwendige Nass der Region. Einen prima Überblick gibt die Broschüre „Wasser vom Dach Europas“ und ab dem 20. März 2026 die Ausstellung „WASSERgeschichten Fichtelgebirge“ im Gerätemuseum Arzberg.  


♥ Offenlegung

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der Tourismuszentrale Fichtelgebirge. Meine Meinung ist aber völlig unvoreingenommen und stets meine eigene. 

♥ Weiterreisen im Fichtelgebirge ♥

Stadt, Land, Fluss: Diese Städte und Dörfer sind Geheimtipps im Fichtelgebirge

Fabelhaftes Fichtelgebirge in Franken: 15 Highlights für einen Urlaub im Fichtelgebirge

Wald im Fichtelgebirge: Urlaubserlebnisse zwischen Wipfeln und Wäldern

Regional, saisonal, phänomenal: Kulinarische Erlebnisse im Fichtelgebirge

Grenzen der Vielfalt: Die schönsten Grenz-Geschichten aus dem Fichtelgebirge

Schlechtwetter-Guide Fichtelgebirge: 20 Tipps bei Regen oder Schnee

Fichtelgebirge für Familien: 22 Highlights für einen Familienurlaub im Fichtelgebirge

Hotels im Fichtelgebirge: Gastgeber voller Herzlichkeit im fränkischen Fichtelgebirge

Ferienwohnungen im Fichtelgebirge: Urlaub mit fünf Sternen

Dynamisches Duo: Bayerisch-böhmische Freundschaft im Fichtelgebirge

Deutschlands einziges Comic-Museum: Erika-Fuchs-Haus in „Entenhausen“

Bayreuth für Teenager: Die 17 coolsten Aktivitäten für Teenies in Bayreuth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert