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Herzlich, humorvoll, hip: Die besten Highlights in Hamburg

„Moin!“ heißt es in Hamburg zu jeder Tageszeit, wer „Moin! Moin!“ sagt, gilt als zu gesprächig. Den Norddeutschen wird gerne eine gewisse Unnahbarkeit nachgesagt, doch selbst wenn in diesem Vorurteil ein Körnchen Wahrheit steckt, ist „die kühle Blonde“ herzlich, humorvoll und hip. Ja, die Hansestadt ist von Zurückhaltung geprägt. Hamburg ist eben trendbewusst, ohne sich dem Mainstream zu beugen.


Herzlich, humorvoll, hip: Highlights in Hamburg ♥ Lesezeit: 8 Minuten


Die Möwen über der Neustadt fliegen gegen den Strom. Fast möchte man meinen, sie würden sich am liebsten wie die Menschen unter ihnen in einen Friesennerz hüllen, um das Hamburger Schietwetter besser zu ertragen – und nicht von der Flugbahn abzukommen, wenn sich wieder mal der Wind dreht. Bevor der Frühling den Norden Deutschlands erreicht, kann es schon mal ungemütlich werden in Hamburg, aber wie so oft gilt das Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Friesennerz und Schietwetter gehören in Hamburg zwar zum Alltag, machen aber auch den kühlen Charme der Hansestadt und ihrer Bewohner aus. Wortkarg sollen sie sein, distanziert, wenn man sie kennenlernt und ein bisschen unterkühlt wie das Wetter an manch verregnetem Tag – doch dieses Klischee trifft nur bedingt zu. 

Highlights in Hamburg: Speicherstadt

Es ist nicht nur das Wetter (das im Sommer übrigens auch richtig gut sein kann!), es ist vor allem das Wasser, das die Stadt prägt und ihr ein ganz besonderes Flair verleiht: Die gewaltigen Ströme von Elbe und Alster, unzählige Kanäle und Fleete, kleine Flüsse, 2.500 Brücken – und lediglich 100 Kilometer trennen die Mündung der Elbe von der Nordsee. Kein Wunder, dass Hamburg schon seit jeher als „Tor zur Welt“ bekannt ist. Das merkt man nicht nur im Hafen, wo täglich Kreuzfahrtschiffe in die große, weite Welt ablegen, sondern vor allem in der Speicherstadt. Wo man heute an hohen, kaminroten Backsteinhäusern und schmalen Fleeten entlanggeht, wurde früher im weltweit größten Lagerhauskomplex gelagert, was über die Weltmeere nach Hamburg kam: Kaffee- und Kakaobohnen genauso wie Tabak und Gewürze. 

Der Kaffee ist es auch, der ein typisches Klischee über die Deutschen entkräftet: dass sie keinen kochen können. In Hamburg wird aus der Bohne sogar kulinarischen Kunst, zum Beispiel in der „Speicherstadt Kaffeerösterei“ (Kehrwieder 5): Hier wird nur Rohkaffee verwendet, der direkt über den Hamburger Hafen ankommt und zu hochwertigen Kaffeekreationen geröstet wird. Nicht weit entfernt dreht sich im „CHOCOVERSUM by HACHEZ“ (Meßberg 1) alles um Schokolade. Im Schokoladenmuseum in Hamburg lernt man alles über die Herstellung von Schokolade – von der bitteren Kakaobohne bis zum süßen Gold – und kann seine eigene Schokolade kreieren.

Highlights in Hamburg: Elbphilharmonie

Am Wasser zeigt sich Hamburg auch gerne kreativ, insbesondere in Form der „Elbphilharmonie“ (Platz der Deutschen Einheit 4), die als neues Wahrzeichen der Stadt gilt. Dass die ursprünglich geplanten Baukosten von knapp 80 Millionen Euro fast das zehnfache verschlangen, ist heute beinahe vergessen, denn der Boom des neuen Konzerthauses lässt nicht nach. Tickets sind schwer zu ergattern, das macht aber nichts, denn man kann das gigantische Gebäude kostenlos besichtigen und über die „Plaza“, den öffentliche Bereich der liebevoll genannten „Elbphi“, spazieren. Gegenüber liegt mit dem „CARLS“ übrigens eine super Location für das Dinner vor dem Konzert oder einem feinen Lunch zu Mittag. Besonders empfehlenswert ist die Currywurst mit Chili-Mango- oder Whiskey-Sauce.

Highlights in Hamburg: Fischbrötchen

Wind und Wetter sind übrigen daran schuld, dass die norddeutsche Küche für einen gewissen Purismus bekannt ist. Weil wegen der geografischen Lage nicht viel angebaut werden konnte, waren die Gerichte immer schon einfach: Es kam auf den Tisch, was in der Elbe oder der Nordsee schwimmt, typische Beilagen waren Kartoffeln, Kohl und Steckrüben – und alles, was lange haltbar ist. Dass das Hamburger-Nationalgericht Labskaus ursprünglich ein Essen für Matrosen und Seefahrer war und aus Kartoffeln, gepökeltem Rindfleisch und Roter Bete besteht, ist da nicht verwunderlich. Heute kann sich die hanseatische Gastroszene dank Lokalen jeder Nationalität nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen und gilt zudem als Eldorado der TV-Köche – von Tim Mälzer („Bullerei“, Lagerstraße 34b) bis zu Steffen Henssler („Henssler & Henssler“, Große Elbstraße 160, und Ono, Lehmweg 1). 

Der typische Hamburger Snack für zwischendurch sind übrigens Franzbrötchen, die aus Plunder- oder Germteig bestehen, der mit Zucker und Zimt gefüllt ist. Am besten kostet man das süße Teil in einer der Filialen von „Franz und Friends“ (z. B. an der S-Bahn-Haltestelle Sternschanze). Und natürlich gibt es auch keinen Hamburg-Trip ohne Fischbrötchen! Den norddeutschen Klassiker gibt’s überall, das beste Krabbenbrötchen isst man in der „Brücke 10“ an den Landungsbrücken.  Noch bekannter als Fischbrötchen ist in Hamburg aber eine bestimmte Straße: Die Reeperbahn gilt nach der New Yorker Wallstreet als berühmteste Straße der Welt. Die schillernde Gegend hat ihr schlüpfriges Image aber längst abgelegt und St. Pauli gilt als spannender Kiez, wo man vor allem gut feiern kann. Neben Sexclubs, Hafenkeipen und Musikclubs gibt es Theater, Restaurants und Bars und vor allem eine junge Szene mit hippen Cafés und Shops. 

Highlights in Hamburg: Shopping in der Hansestadt

Aber natürlich zählen in Hamburg nicht nur die kulinarischen Trends, sondern auch die zum Anziehen. Die 2-Millionen-Stadt erfüllt jeden Wunsch und Geschmack – von gängigen Labels über Concept Stores und Hipster-Shops bis hin zu Luxusboutiquen. Aber wo fängt man an und in welchem Bezirk gibt’s was? In der Innenstadt ist das „Hanseviertel“ (Große Bleichen 36) zwischen Jungfernstieg und Gänsemarkt sehenswert, hier gibt es verschiedene Geschäfte und Cafés, z. B. die Edel-Second-Hand-Boutique „Luxussachen“ oder „The Fjord House“ mit skandinavischer Mode und Interieur. In Sachen Concept-Stores ist es der Edel-Bezirk Eppendorf, der die Nase vorne hat: Rund um den Lehmweg, die Klosterstraße und den Eppendorfer Weg tummeln sich zwischen gigantischen Jugendstilvillen die schönsten Shops. Bei „Hello Love“ (Eppendorfer Weg 283) findet man immer ein tolles Geschenk und besondere Mode, aber auch der „Little Department Store“ (Lehmweg 42) oder die „Boutique Mili“ (Klosterallee 10) sind Geheimtipps. Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt zur U-Bahn-Station Eppendorfer Baum spazieren. Hier verbirgt sich in einem herrlichen Altbau das Shop-Projekt „Kaufrausch“ (Isestraße 74): Schon in den 80er Jahren haben sich ein paar befreundete Designer und Händler zusammengetan, um ein Geschäft der besonderen Art zu eröffen – und bieten seither in vielen kleinen Shops ein ständig wechselndes und vor allem sehr individuelles Sortiment an. 

Highlights in Hamburg: Karolinenviertel & Flohschanze

Individuell ist auch das Karolinenviertel, das als aufstrebendste Gegend Hamburgs gilt. Hier ist alles ein bisschen hip, ein bisschen alternativ – und ein Geschäft reiht sich ans andere in der Marktstraße, die quasi die Ader des Karoviertels ist und mit den lässigen Shops und Lokalen daherkommt, z. B. „Snaps Hamburg“ (Marktstraße 6), „Serendipity“ (Marktstraße 8)  oder „Gretchens Villa“ (Marktstraße 142). Und jeden Samstag geht’s bei der Flohschanze rund um die Alte Rinderschlachthalle auf Schnäppchenjagd, neben dem Flohmarkt ist „Hanseplatte“ (Neuer Kamp 32) hier der coolste Shop.  

Wer dann am Ende des Tages noch die alternativste Ecke Hamburgs aufspüren will, fährt zurück in die Innenstadt und sucht das Gängeviertel. Hier warten schmale Gassen, rote Backsteinhäuser und dahinter eine schräge Szene mit kunterbunten Graffitis auf Besucher der Hansestadt.

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Offenlegung 

Hamburg Tourismus hat mich eingeladen, nach Hamburg zu reisen. Dieser Artikel wurde in gekürzter Fassung in der Zeitschrift miss veröffentlicht.

Ein Kommentar

  1. Mina Mina

    Danke für diesen tollen Blog. War sehr interessant zu lesen.

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