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Elsass für extravagante Entdecker: 10 originelle Museen im Elsass

Alles außer gewöhnlich: Im französischen Elsass gibt es rund 180 Museen, Besucher entdecken aber nicht nur Kunst und Kultur, sondern auch spannende und skurrile Ausstellungen. In Frankreichs urigster Region gibt es das größte Automobilmuseum der Welt, ein Stoffdruck-Museum mit über sechs Millionen Motiven und außergewöhnliche Orte wie das Voodoo-Museum, das Pixel-Museum oder das Lebkuchen-Museum. 10 originelle Museen im Elsass für extravagante Entdecker.


Elsass für extravagante Entdecker: 10 originelle Museen im Elsass ♥ Lesezeit: 6 Minuten


#1 Museen im Elsass: Cité de l’Automobile – das Automobilmuseum

Um heiße Räder dreht sich alles im Automobilmuseum in Mulhouse. In der „Cité de l’Automobile“ stehen mehr als 400 Oldtimer, überwiegend aus der Frühphase der Automobilzeit bis in die 1930er Jahre, darunter über 100 europäische Marken, Rennwagen, Formel-1 und Prototypen und außergewöhnliche Sammlerstücke wie zwei Bugatti Royale, von denen es nur sechs weltweit gibt. Die Geschichte des Museums ist genauso spannend wie seine Automobilsammlung: Die Brüder Fritz und Hans Schlumpf, ehemals reiche Textilfabrikanten, waren leidenschaftliche Autosammler. Fritz Schlumpf kaufte zwischen 1961 und 1963 eine große Anzahl klassischer Automobile – heimlich. Als sein teures Hobby rauskam, entschied er sich, seine einzigartige Kollektion der Öffentlichkeit zu präsentieren und begann 1966, die Lagerhallen der Textilfabrik entsprechend umzubauen. Rund 12 Millionen Franc investierte er von 1966 bis 1976. Diese hohe Summe in Kombination mit der Textilindustriekrise ruinierte das Brüder-Paar, das letztendlich im Jahr 1976 vor den Gläubigern floh. Es dauerte bis zum Jahr 1982, dass sich eine Interessengemeinschaft bildete, die die Sammlung zum Preis von 44 Millionen Francs kaufte und als Museum eröffnete.

Adresse:
Cité de l’Automobile, 17 Rue de la Mertzau, 68100 Mulhouse


#2 Museen im Elsass: Musée de l’impression sur étoffes – das Museum für Textildruck

Einst nannte man Mulhouse „die Stadt der hundert Schornsteine“. Diese ragten wie ein Symbol für die Textilindustrie über die Häuser der Stadt. Die erste Druckerei wurde 1746 gegründet, als der Industrieboom seinen Anfang fand. Seit damals ist die Geschichte der Stadt eng mit Textilien verwoben. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Nachfrage nach Stoffen ab und die Textilindustrie brach ein. Heute lebt die Ära der Elsässer Textilbranche im „Musée de l’impression sur étoffes“, dem Museum für Textildruck, wieder auf. Mit über sechs Millionen erhaltenen Motiven ist das Museum das weltweit bedeutendste Zentrum für bedruckte Stoffe. Zu besichtigen gibt es unzählige Stücke zu den Themen Industrie, Mode und Technik: rund 50.000 Textildruckdokumente, Meterware, Tagesdecken, Halstücher oder Stolas, hergestellt von 1833 bis heute. 

Adresse:
Musée de l’impression sur étoffes, 14 Rue Jean Jacques Henner, 68100 Mulhouse


#3 Museen im Elsass: Musée Vodou – das Voodoo-Museum

Zombies, Schrumpfköpfe, Nadel-Puppen: Mit Klischees über Voodoo will das „Musée Vodou“ brechen. Der ehemalige Brauerei-Chef Marc Arbogast eröffnete im Jahr 2014 im Wasserturm in der Nähe des Straßburger Bahnhofs ein Museum, in dem er seine umfangreiche Voodoo-Sammlung unterbrachte: Skulpturen, Talismane, Amulette und religiöse Objekte, die er über viele Jahre in Westafrika gesammelt hat. Sein Ziel ist es, den kulturellen Reichtum der Religion zeigen und dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. Besonders schräg: ein nächtlicher Besuch im dunklen Museum, mit einer Taschenlampe als einzige Lichtquelle. 

Adresse:
Musée Vodou, 4 Rue de Koenigshoffen, 67000 Strasbourg


#4 Museen im Elsass: Das Pixel-Museum

Playstations, Pacman, Pixel: Das Pixel-Museum ist Frankreichs erstes Museum für Videospiele. In Schiltigheim unweit von Straßburg gibt es rund 20.000 Exponate zu besichtigen, die die Geschichte der Computerspiele nachzeichnen – in einem bunten Labyrinth über zwei Etagen, in dem unzählige Videospiele und über 1.000 Spielkonsolen ausgestellt sind. Besonders spannend ist der 350 m² große Workshop-Bereich, wo Besucher selbst experimentieren und natürlich spielen können.

Adresse:
Pixel-Museum, 14 Rue de Lattre de Tassigny, 67300 Schiltigheim


#5 Museen im Elsass: Musée du Bagage – das Gepäck-Museum

Nicht nur Reisefans geraten im „Musée du Bagage“, dem Gepäck-Museum, ins Staunen. Jean-Philippe und Marie Rolland, ein Ehepaar aus Hagenau, haben über Jahrzehnte 600 Truhen, Koffer und Gepäckstücke verschiedener Herkunft und Stilrichtung gesammelt und restauriert und 2016 in einer Prachtvilla in Haguenau ein Museum eröffnet. Unter den historischen Koffern sind luxuriöse Unikate von Louis Vuitton und anderen geschichtsträchtigen französischen Lederwarenherstellern.

Adresse:
Musée du Bagage, 5 Rue Saint-Georges, 67500 Haguenau


#6 Museen im Elsass: Le Palais du Pain d´Epices – das Lebkuchen-Museum

Das Dorf Gertwiller am Fuße des Mont Sainte-Odile ist bekannt als Lebkuchendorf und gilt als Geburtsstätte der französischen Lebkuchen. Einst gab es hier Dutzende Lebkuchenhersteller, heute sind es nur noch zwei: Fortwenger und Lips. Letzterer hat ein Lebkuchenhaus kreiert, in dem sich „Le Palais du Pain d´Epices“, das Lebkuchen-Museum, befindet. Auf 350 Quadratmetern gibt es mehr als 10.000 Exponate rund um Lebkuchen zu bestaunen. 

Adresse:
Le Palais du Pain d´Epices, 110 Rue Principale, 67140 Gertwiller


#7 Museen im Elsass: Musée des Eaux de Vie – das Schnaps-Museum

Um hochprozentige Genüsse dreht sich alles im „Musée des Eaux de Vie“ in Lapoutroie. Im Schnaps-Museum erfahren Besucher, wie Schnaps und Spirituosen hergestellt werden. Zu sehen gibt es eine einzigartige Sammlung von mehr als 300 Schnapsflaschen, die in Frankreich in den 1950er Jahren hergestellt wurden. Es geht aber auch um die Geschichte und Bedeutung von hochprozentigem Alkohol: wie er einst hergestellt und konsumiert wurde und welche Rolle er beispielsweise in der Armee, in der Kunst und in der Medizin hatte.

Adresse:
Musée des Eaux de Vie, 85 Rue du Général Dufieux, 68650 Lapoutroie


#8 Museen im Elsass: Musée du Papier Peint– das Tapeten-Museum

In Rixheim dreht sich alles um jene Motive, die damals wie heute unsere Wände schmücken. Im „Musée du Papier Peint“ stehen Tapeten im Mittelpunkt – vom 18. Jahrhundert bis heute. Das originelle Museum zeigt die Geschichte der Tapete auf und wirft einen Blick auf 200 Jahre Dekorationskunst – mit vielerlei Tapetenmustern und Maschinen, vom Dominopapier bis hin zu zeitgenössischen Designerkreationen. Besonders schön sind die Panoramatapeten.

Adresse:
Musée du papier peint de Rixheim, La Commanderie – Aile droite, 28 Rue Zuber, 68170 Rixheim


#9 Museen im Elsass: Electropolis – das Elektrizitätsmuseum

Ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit ist die Entdeckung der Elekrizität. In Mulhouse geht das „Electropolis“ jener Erfindung auf die Spur. Rund 12.000 Gegenstände erklären die wissenschaftliche Entdeckung des Stromes und seine industrielle Anwendungen – von elektrostatischen Maschinen bis hin zu Stromaggregaten und Gegenständen für den Hausgebrauch. Ergänzend findet man zahlreiche Dokumente, Plakate und technische und kommerzielle Archivexemplare. 

Adresse:
Electropolis, 55 Rue du Pâturage, 68200 Mulhouse


#10 Museen im Elsass: Le Maison des Sorciéres – das Hexenhaus

Im elsässischen Weindorf Bergheim fanden zwischen 1582 und 1683 Hexenprozesse statt. Damals fielen rund 40 Frauen der Jagd gegen Hexen zum Opfer. Heute erinnert das „Haxahus – Le Maison des Sorciéres“ an jene Zeit und zeichnet die Prozesse von einst nach. Auch ein Hexenturm ist in der Stadt noch erhalten.

Adresse:
Haxahus – Le Maison des Sorciéres, 5 Rue de l’Église, 68750 Bergheim

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