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Reisewissen kompakt: 15 Fakten über die Schlacht von Culloden

Am 16. April 1746 fand im Moor von Culloden der letzte Kampf zwischen den Jakobiten und den britischen Regierungstruppen statt. In weniger als einer Stunde wurden 1.500 Männer niedergemetzelt und die schottische Unabhängigkeit mitsamt der Clan-Kultur vernichtet. Heute ist das Moor von Culloden nahe Inverness ein Ort voll stiller Schönheit – und Schottlands wichtigste Grabstätte für die Gefallenen von einst.


Reisewissen kompakt: 15 Fakten über die Schlacht von Culloden ♥ Lesezeit: 5 Minuten


Die Geschichte Schottlands ist eng mit jener der Jakobiten verbunden, den Anhängern der Stuarts, die über Jahrhunderte um ihre Unabhängigkeit von den „Rotröcken“ – den Briten – kämpften. Einer der wichtigsten Momente fand am 16. April 1746 in der Nähe von Inverness statt: die grausame Schlacht von Culloden. 

Die Schlacht von Culloden ging als eine der blutigsten Schlachten Schottlands in die Geschichte ein. In nicht mal einer Stunde verloren mehr als 1.500 Jakobiten das Leben.

Die Voraussetzungen waren allerdings auch schlecht für die Schotten: Die Jakobiten zählten nur 6.000 Mann, während der gegnerische Duke of Cumberland 9.000 Soldaten um sich versammelte.

Dazu kam die mangelnde Versorgung der Schotten: Die Jakobiten waren geschwächt und ausgehungert. Tagelang hatte jeder Jakobit nur die Ration von drei Stück Zwieback pro Tag erhalten.

Auf der Gegenseite sah es anders aus: Die Briten bekamen angeblich sogar Sonderrationen, da der Duke of Cumberland am 15. April seinen 25. Geburtstag gefeiert hatte.

Angeblich wanderten 3.000 Jakobiten in der Nacht vor der Schlacht von Culloden 20 Meilen nach Nairn, um die gegnerischen Armee im Schlaf zu überrumpeln. Vor Ort entschloss man sich, das Unterfangen abzubrechen und zurückzumarschieren. Die halbe Jakobiten-Armee war somit zusätzlich übermüdet.

Die Schlacht von Culloden fand mittags statt und begann in etwa um 12:30 Uhr – mit einem acht- bis zwölf-minütigem Artilleriefeuer. Um 13:40 Uhr war alles vorüber.

Die Angriffe der Highlander waren wegen ihres Sturmlaufs gefürchtet, dem „Highland Charge“. Die Idee: Die Angreifer rannten so schnell auf die Gegner zu, dass diese nur eine Salve abgeben konnten. War diese verschossen, befanden sich die Highlander mit ihren Schwertern unter den Feinden. Doch für die Schlacht von Culloden hatten die Regierungssoldaten Abwehrmaßnahmen geübt.

Ein Problem für die Schotten war die Aufstellung der Briten. Die konnten nicht nur ihre Linie halten, sondern ein Hufeisen um die Schotten bilden und sie ins Kreuzfeuer nehmen. In wenigen Minuten starben deshalb 700 Männer.

Drahtzieher der Schlacht von Culloden war Bonnie Prince Charlie (der „hübsche Prinz Charlie“), der die Mission hatte, den schottischen und englischen Thron für die Stuarts zurückzugewinnen. Es war der letzte Versuch, ihren Anspruch auf die Throne von Schottland und England durchzusetzen.

Bonnie Prince Charlie konnte nach der blutigen Schlacht im Gegensatz zu einem großen Teil seiner Kämpfer entkommen. Die Briten setzten eine Belohnung von 30.000 Pfund auf seinen Kopf aus. Fünf Monate lang irrte er durch die Highlands. Unterwegs wurde von den Anhängern des alten Königshauses versteckt. Am Ende schaffte er die Flucht: verkleidet als Zofe reiste er auf die Insel Skye und weiter nach Frankreich.

Die Schlacht bei Culloden war die letzte Schlacht auf dem Boden der britischen Inseln und gilt als Wendepunkt in der Geschichte Schottlands. Sie beendete den letzten Versuch der Stuarts, ihren Anspruch auf den Thron durchzusetzen, und leitete den Untergang der traditionellen schottischen Kultur und der schottischen Clans ein.

Heute ist Culloden Battlefield ein wichtiges Monument in Schottland und erinnert an die Zeit der Jakobiten und die Schlacht von Culloden. 2007 öffnete das „Culloden Battlefield Visitor Centre“ seine Türen. Hier sind zahlreiche jakobitische Artefakte, die im Moor gefunden wurden, ausgestellt. 

Dort, wo einst die blutige Schlacht geschah, liegt heute ein weites Feld, über das Besucher spazieren können. Die Kampflinien der Truppen sind mit Fahnen markiert und die Namen der Clans auf dem Culloden Stone Walkway aufgelistet. Einer dieser Steine wird seit Jahren am häufigsten besucht: der Stein des Clan Fraser. Viele „Outlander“-Fans kommen her und liegen Blumen vor den Stein.

Eine alte Hütte mit Reetdach steht noch mitten im Feld. Leanach Cottage entstand vermutlich im 18. Jahrhundert, was bedeutet, dass die Hütte während der Schlacht schon hier gestanden haben könnte. 

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