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Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Haggis, Neeps und Tatties: Einer der wichtigsten Tage in Schottland ist der 25. Januar. Am Geburtstag von Robert Burns wird zu Ehren des „schottischen Nationalpoeten“ im ganzen Land gefeiert. Erstmals im Jahr 1801 inszeniert, folgt ein „Burns Supper“ einem genauen Protokoll. Im Mittelpunkt stehen das Nationalgericht Haggis, Reden und Erinnerungen an Robert Burns.


Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns ♥ Lesezeit: 6 Minuten


Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Jedes Jahr am 25. Januar findet in Schottland das „Burns Supper“ zu Ehren des Dichters Robert Burns im ganzen Land statt. Das Datum ist der Geburtstag von Robert Burns. Im angelsächsischen Raum sind Gedenktage üblicherweise Geburts- und nicht Todestage.

Robert Burns war ein schottischer Dichter, der neben Walter Scott als wichtigster schottischer Nationaldichter gilt. Er wurde am 25. Januar 1759 in Alloway geboren und verfasste zahlreiche Gedichte, politische Texte und Lieder. Sein bekanntestes Lied ist „Auld Lang Syne“.

Bis heute wird Robert Burns in seiner Heimat verehrt, insbesondere im Rahmen des „Burns Supper“ (auch „Burns Night“ genannt). Die Menschen feiern nicht nur in Schottland, sondern überall dort, wo sich die schottischen Auswanderer niedergelassen haben, vor allem in Kanada, Nordirland, Australien und den USA.

Burns Supper: 200 Jahre alte Tradition

Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Die Idee zum „Burns Supper“ entstand vor über 200 Jahren. Im Juli 1801 trafen sich neun Freunde von Robert Burns, um seinen fünften Todestag würdevoll zu feiern. Dieser Abend fand im „Burns Cottage“ in Alloway statt.  Sie lasen die Werke ihres Freundes und aßen zusammen Haggis. Seit jener Nacht wird die Zeremonie wiederholt, der Termin wurde lediglich auf den Geburtstag des Dichters verlegt: auf den 25. Januar.

Die Menüfolge eines „Burns Supper“ ist fix: Es wird immer die schottische Nationalspeise Haggis serviert: Schafmagen, der mit Innereien, Nierenfett, Hafermehl und Zwiebeln gefüllt ist. Als Beilage gibt es „Neeps & Tatties“.

Was verbirgt sich hinter „Neeps & Tatties“?  Neeps sind Steckrüben. Diese werden kleingeschnitten und weich gedünstet, manchmal auch grob püriert. Tatties sind Kartoffeln. Auch diese kommen als Püree auf den Tisch.

Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Bei einem offiziellen „Burns Supper“ gibt es eine Vorspeise wie Cock-a-Leekie Suppe (eine schottische Hühnersuppe) oder Salat mit Lachs. Als Dessert kommt meist ein Trifle (ein Schichtdessert), ein Cranachan (ein Dessert aus Sahne, Himbeeren, Hafer und Whisky) oder Dundee Cake (ein schottischer Früchtekuchen) auf den Tisch.

Neben der Speisefolge ist auch der Ablauf eines „Burns Supper“ gesetzt. Der Haggis wird in Begleitung eines Dudelsackspielers serviert. Steht das Essen auf dem Tisch, trägt der jeweilige Hausherr oder Restaurantwirt das Gedicht „Address to a Haggis“ vor. 

Burns Supper: „Address to a Haggis“ 

Das Gedicht „Address to a Haggis“ stammt aus dem Jahr 1786 und ist ein wesentlicher Bestandteil der traditionellen „Burns Suppers“. Burns schrieb es einst, um seine Wertschätzung für Haggis zu würdigen. Aus diesem Grund sind Burns und Haggis für immer miteinander verbunden.

In dem Moment, in dem in der dritten Strophe die Worte „cut you up w‘ ready slight“ („dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“) gesprochen werden, schneidet der Hausherr den Haggis auf. Am Ende des Gedichts fallen alle mit ein, heben ihr Glas und rufen: „The haggis!“

Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Nach dem Essen gibt es weitere Reden und Erinnerungen an Robert Burns. Seine Gedichte werden vorgetragen und oft in Bezug auf heutige politische und gesellschaftliche Gegebenheiten gesetzt. Fixer Bestandteil ist „The Immortal Memory“, eine Gedenkrede an Burns.

Natürlich spielt Whisky eine große Rolle beim „Burns Supper“. Die Gäste trinken singen den ganzen Abend über und trinken Whisky. Oft ist es auch üblich, den Haggis mit einem Schuss Whiskysauce zu übergießen.

Am Ende kommt es noch zum „Toast to the Lassies“. Bei dem neckischen Trinkspruch darf ein zuvor ausgewählter Mann Frauen aufziehen und ihnen anschließend einen Trinkspruch widmen. Die Frauen dürfen natürlich umgekehrt genauso verbal zurückschießen.

Burns Supper: „And there’s a hand, my trusty fere!“

Burns Supper: 15 Fakten über die Burns Night zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns

Am Ende bedankt sich der Gastgeber, alle stehen auf und singen „Auld Lang Syne“, verschränken die Arme und reichen sich bei der Zeile „And there’s a hand, my trusty fere!“ („und da ist eine Hand, mein treuer Helfer!“) die Hände.

In Schottland wird das „Burns Supper“ auf verschiedene Arten gefeiert: zu Hause mit der Familie, mit Freunden im Pub oder Restaurant und bei offiziellen Events. Neben Veranstaltungen in den Städten Glasgow und Edinburgh findet jedes Jahr ein besonderes „Burns Supper“ in Dumfries statt, wo Robert Burns einst starb. 


Burns Supper: Robert Burns in Schottland

Robert Burns Birthplace Museum

Der beste Ort, um Robert Burns und seinem Werk näher zu kommen, ist sein Geburtsort im Dorf Alloway. Hier gibt es das dem Künstler gewidmete Museum mit Sammlungen über die frühen Jahre von Burns Leben sowie thematischen Veranstaltungen.

Ellisland Farm

Der Bauernhof nahe der schottischen Ortschaft Auldgirth wurde 1788 von Robert Burns für seine Frau Jean Armor und ihre Familie erbaut. Während seiner Zeit auf der Farm schrieb er mehrere bedeutende Werke, darunter „Auld Lang Syne“ und „Tam o Shanter“. 1971 wurde die Farm in die schottischen Denkmallisten in der höchsten Denkmalkategorie A aufgenommen.

Globe Inn Pub

Das Pub wurde im Jahr 1610 gegründet. Während der acht Jahre, die Robert Burns von 1788 bis 1796 in Dumfriesshire verbrachte, war es sein Lieblingsaufenthaltsort. Er wohnte auch immer wieder mal im Schlafzimmer im Obergeschoss. Der Raum und der Stuhl, den Burns benutzte, werden noch heute genutzt. Wer darauf Platz nehmen will, muss mindestens eine Zeile von Burns rezitieren. 

Bachelors’ Club

Einige Jahre vor der Veröffentlichung seiner ersten Gedichtsammlung war Robert Burns Mitbegründer des „Bachelors’ Club“ in Tarbolton. In dem strohgedeckten Haus aus dem 17. Jahrhundert lernte er tanzen, wurde Freimaurer und gründete einen Debattierclub nur für Männer. Heute bietet das Haus einen seltenen Einblick in die Geheimnisse des männlichen Gesellschaftslebens dieser Zeit. 

Burns House Museum

Zwischen 1784 und 1788 lebte und arbeitete Robert Burns in Mauchline und erlebte seine wohl kreativste und produktivste Zeit. Auf seinem Bauernhof Mossgiel verfasste er viele seiner beliebtesten Gedichte. Während er seine neue Farm herrichtete, wohnte er mit seiner Frau in einem Zimmer im heutigen „Burns House Museum“. Zu besichtigen gibt es heute Originalmanuskripte und Objekte des Dichters.

Robert Burns House

In einem einfachen Sandsteinhaus in einer ruhigen Straße in Dumfries verbrachte Robert Burns die letzten Jahre seines Lebens. Er starb hier 1796 im Alter von nur siebenunddreißig Jahren. Das Haus zeigt heute, wie der Dichter und seine Familie im späten 18. Jahrhundert lebten.

Burns Mausoleum

Nur einen kurzen Spaziergang entfernt befindet sich das Burns-Mausoleum auf dem St. Michael’s Kirkyard, die letzte Ruhestätte von Robert Burns, seiner Witwe Jean und fünf ihrer Kinder. Es steht am östlichen Ende des Kirchhofs der St. Michael’s Church.

Deacon Brodie’s Tavern

Robert Burns hatte auch eine Verbindung zur schottischen Hauptstadt. Als er am 28. November 1786 in Edinburgh ankam, wohnte er in Baxter’s Close in einem Haus, das mittlerweile abgerissen wurde. Heute befindet sich „Deacon Brodie’s Tavern“ an der Royal Mile.

Writers’ Museum

Das ebenfalls an der Royal Mile gelegene „Writers’ Museum“ verfügt über eine ständige Robert-Burns-Sammlung. Zu sehen gibt es eine Sammlung von Porträts von Burns sowie den Schreibtisch aus seinem Haus in Dumfries, an dem er einige seiner bekanntesten Werke schrieb. 

Scottish National Portrait Gallery

Das Kunstmuseum in Edinburgh zeigt eine nationale Sammlung von Porträts, vornehmlich schottische Staatsmänner. Hier hängt eines der berühmtesten Porträts von Robert Burns. Es stammt von Alexander Nasmyths und entstand um 1821.

2024: „Burns Night“-Event-Guide von VisitScotland

Protokoll: Ausführliche Anleitung für eine perfekte „Burns Night“ von der BBC

Address to a Haggis: Das vollständige Gedicht „Address to a Haggis“ 

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