„Der Süden ist für mich wie eine Befreiung des Lichts“, schrieb Henri Matisse über Südfrankreich. Die Côte d’Azur zählt zu den bekanntesten Küstenregionen Europas. Der rund 120 Kilometer lange Küstenstreifen zwischen Menton und Saint-Tropez fasziniert seit jeher durch seine Lage zwischen Bergen und Meer, sein azurblaues Wasser und sein besonderes Licht.
Besser wissen, besser reisen: 25 spannende Fakten über die Côte d’Azur ♥ Lesezeit: 5 Minuten
1
Azurblaue Küste
Der Begriff „Côte d’Azur“ bedeutet so viel wie „azurblaue Küste“. Der Name bezieht sich auf das azurblaue Wasser, für das die Küste der französischen Riviera so berühmt ist.
2.
La Côte d’Azur
Der klangvolle Name wurde aber erst im Jahr 1887 etabliert. Da veröffentlichte der Literat und Dichter Stephen Liégeard ein Buch über die Meeresküste und betitelte es „La Côte d’Azur“. Zuvor sprach man immer von der „Mittelmeerküste der Provence“.

3.
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Die Côte d’Azur gehört zur Verwaltungs-Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Das Kerngebiet reicht über einen rund 120 Kilometer breiten Küstenstreifen, der bei Menton an der italienischen Grenze startet und bei St. Tropez endet. Auch das Fürstentum Monaco wird dazu gezählt.
4.
Prähistorischen Fundstätten
Der Küstenstrich hat eine lange Geschichte: Schon in der Steinzeit lebten Menschen an der heutigen Côte d’Azur. In der „Grotte du Lazaret“ und der prähistorischen Fundstätte „Terra Amata“ in der Nähe von Nizza wurden einige der ältesten Spuren menschlicher Besiedlung Europas entdeckt.

5.
Thomas Smollett
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war die Côte d’Azur ein abgelegener Landstrich. Für ihren Aufschwung sorgte der schottische Arzt und Schriftsteller Thomas Smollett. 1763 reiste er wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nach Südfrankreich. 1766 veröffentlichte er den Reisebericht „Travels through France and Italy“ und empfahl das milde Klima zur Erholung.
6.
Winterquartier für Adelig
Durch Smolletts Buch wurden wohlhabende Briten auf die klimatischen Vorzüge der Mittelmeerküste aufmerksam. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Nizza zu einem beliebten Winterquartier für Adelige, Künstler und reiche Familien aus Großbritannien und schließlich aus ganz Europa.

7.
Heilklima
In Folge wurde die Region gezielt als „Heilklima“ für wohlhabende Europäer etabliert. Ärzte schickten besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Tuberkulose in die milde Wintersonne Südfrankreichs. So entstand eine Art früher Medizintourismus mit zahlreichen Sanatorien und Winterresidenzen.
8.
Napoleon
Auch Napoleon erkannte das große Potential der Côte d’Azur. 1806 befahl er deshalb den Bau einer Fernstraße zwischen Italien und Nizza.

9.
Promenade des Anglais
Die Briten prägten mit ihren Aufenthalten die Region maßgeblich. 1824 begann der Bau der „Promenade des Anglais“, die von britischen Wintergästen finanziert wurde. Noch heute trägt die am Meer angelegte Straße in Nizza diesen Namen.
10.
Russische Aristokraten
Neben den britischen Adeligen wurde die Côte d’Azur im 19. Jahrhundert auch durch russische Aristokraten geprägt. Vor allem in Nizza überwinterten viele russische Adelige. Die orthodoxe Kathedrale Saint-Nicolas erinnert an jene Zeit. Sie gilt bis heute als eines der wichtigsten russisch-orthodoxen Bauwerke außerhalb Russlands.

11.
Italienische Einflüsse
Über Jahrhunderte war die Region umkämpft und gehörte zu verschiedenen Herrschaftsgebieten der Provence, Savoyens und des Königreichs Sardinien. Erst seit 1860 gehört Nizza zu Frankreich. Deshalb gibt es bis heute italienische Einflüsse.
12.
Lord Henry Brougham
Einer, der für die Bekanntheit Cannes verantwortlich war, war der britische Politiker Lord Henry Brougham. 1834 entdeckte er das damals noch unbedeutende Fischerdorf. Er war begeistert vom milden Klima und der Lage zwischen Meer und Bergen und ließ die Villa Éléonore-Louise errichten. Das sprach sich herum: In den folgenden Jahrzehnten reisten immer mehr britische Adelige und wohlhabende Familien nach Cannes.

13.
Luxuriöse Hotels
Ab den 1830er- und 1840er-Jahren entstanden entlang der Küste die ersten luxuriösen Hotels und Pensionen. Noch war die französische Riviera aber nur eine Winterdestination.
14.
Eisenbahn
Ein Wendepunkt passierte in den 1860er-Jahren: 1864 kam die Eisenbahn nach Nizza, wodurch die Anreise aus Paris, London oder anderen europäischen Metropolen viel einfacher wurde.

15.
Grande Corniche
Bevor Eisenbahnlinien und Küstenstraßen gebaut wurden, gab es nur eine Verbindung hoch über dem Mittelmeer zwischen Nizza und Menton: die 30 Kilometer lange Grande Corniche, deren Verlauf teilweise einer antiken Römerstraße folgt, die bereits vor fast 2.000 Jahren wichtige Siedlungen entlang der Küste miteinander verband. Heute zählt die Grande Corniche zu den schönsten Panoramastraßen Europas.
16.
Casino von Monte-Carlo
Im Jahr 1865 eröffnete das Casino von Monte-Carlo, da Fürst Charles III. nach dem Verlust großer Teile seines Territoriums und sinkender Staatseinnahmen nach Einnahmequellen suchte. Die Einführung eines Glücksspielbetriebs verwandelte das bis dato arme Fischerdorf zum Hotspot für den internationalen Jetset.
17.
Berge an der Côte d’Azur
Nicht nur die Küste, auch die Berge und das Hinterland prägen die Côte d’Azur. Im Nordosten erheben sich die Seealpen, die mit Gipfeln von über 3.000 Metern bis in das Hinterland von Nizza und Monaco reichen. Weiter westlich begleiten zwei markante Mittelgebirge die Küste: das Massif des Maures sowie das Massif de l’Estérel.

18.
Dörfer im Hinterland
Die Dörfer im Hinterland sind der Gegenpol zur Küste. Viele entstanden im Mittelalter auf schwer zugänglichen Felsen, um die Bewohner vor Piraten und Angreifern zu schützen. Heute sind vor allem Dörfer wie Èze, Saint-Paul-de-Vence und Gourdon berühmt für ihre engen Gassen, Steinhäuser und die Ausblicke über das Mittelmeer.
19.
Coco Chanel
Die Stadt Grasse im Hinterland der Côte d’Azur ist bekannt für ihre Duftessenzen. Viele Parfumhäuser beziehen ihre Rohstoffe noch heute aus Grasse. Eines der berühmtesten Parfums der Welt entstand hier: Coco Chanel brachte 1925 in Grasse ihr „Nr. 5“ auf den Markt.
20.
Scott Fitzgerald
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Küste von den US-Amerikanern entdeckt. Maßgeblich dazu beigetragen hat Scott Fitzgerald, der mit seiner Frau Zelda und ihrer Tochter Scottie nach Südfrankreich zog. Literaturklassiker wie „The Great Gatsby“ und „Tender Is the Night“ entstanden an der Côte d’Azur.

21.
Jazz Age
Mit dem Zuwachs an US-amerikanischen Urlaubern entwickelte sich die Côte d’Azur in der Zwischenkriegszeit zum Treffpunkt einer internationalen Exil-Kultur. Damals landete auch der Jazz in der Region und Städte wie Antibes und Juan-les-Pins wurden zu Zentren des „Jazz Age“ in Europa.
22.
Ganzjahrestourismusregion
Die Zeit der Côte d’Azur als Winterdestination endete nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch den Ausbau von Infrastruktur, Yachthäfen und Hotels wandelte sich der Küstenstrich zu einer internationalen Ganzjahrestourismusregion.
23.
Künstler an der Côte d’Azur
Die Côte d’Azur zog wegen ihres besonderen Lichtes zahlreiche Künstler an. Pablo Picasso hielt sich lange an der französischen Riviera auf und weilte unter anderem in Antibes, Vallauris und Mougins. Henri Matisse lebte viele Jahre in Nizza und Cimiez, während Marc Chagall lange in Saint-Paul-de-Vence und später in der Umgebung von Nizza zu Hause war.

24.
Saint-Paul-de-Vence
Besonders das Dorf Saint-Paul-de-Vence entwickelte sich zu einem Treffpunkt internationaler Maler, Schriftsteller und Galeristen. Hier entstand mit der „Fondation Maeght“ eines der wichtigsten privaten Museen moderner Kunst in Europa. Auch Orte wie Vence wurden durch Maler wie Henri Matisse als Künstlerdorf bekannt.
25.
Filmfestspiele von Cannes
An der Côte d’Azur befanden sich einige der ersten Filmstudios Europas, bevor die Filmindustrie nach Kalifornien zog. Das Erbe ist jedoch geblieben: Seit 1946 finden die Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt.

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