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Hausbooturlaub: Mit dem Hausboot über Hollands Kanäle und Wasserwege

Holland besteht zu 18 Prozent aus Wasser. Ein weit verzweigtes Netz von Flüssen und Kanälen zieht sich quer durch das Land: zarte Linien, mal geradlinig, mal verschlungen, die entlang von Städten und Dörfern und vorbei an Windmühlen, Grachten und Tulpen führen. Wer die Niederlande aus einer neuen Perspektive erleben will, steigt auf einen „schwimmenden Camper“ – und entdeckt das Land beim Hausbooturlaub vom Wasser aus.


Hausbooturlaub: Mit dem Hausboot über Hollands Kanäle und Wasserwege ♥ Lesezeit: 7 Minuten


Die Leine fliegt durch die Luft und landet knapp neben dem Poller. Bas Terpstra schmunzelt. „Gleich nochmal“, sagt er augenzwinkernd, „aber mit mehr Gefühl“. Ein kurzes Zögern, ein scharfer Blick, ein weites Ausholen – nun landet die Leine fast schon elegant um den Betonrundling am Ufer. Straffziehen, Gewicht verlagern, gut festhalten – und das Hausboot gleitet in die perfekte Position vor der Schleuse.

Bas Terpstra weiß alles über Hausboote. Der Experte von Locaboat Holidays steht täglich in unterschiedlichen Häfen Hollands bereit, um Gästen eine Einweisung in die Kunst des Hausbootfahrens zu geben. Denn bevor ein Hausbooturlaub beginnen kann, gilt es, ein Gefühl für den „schwimmenden Camper“ zu bekommen. So erhält jeder bei der Bootsübernahme eine Einschulung. Bei einem Rundgang um das Boot geht es um die technischen Details: Wo ist das Wasser und wie füllt man es auf? Wie erhält das Boot Strom während der Fahrt und nach dem Anlanden? Wo befinden sich die Gasflaschen, die es braucht, um Kühlschrank und Herd zu betreiben? Mit ruhiger Stimme erklärt Bas Terpstra die wichtigsten Fakten und löst dann auch schon die Leinen: Zur Einschulung gehört auch eine Probefahrt. Dabei lernt man, wie man Knoten macht, wie man an- und ablegt und wie man durch Brücken und Schleusen fährt.

Die ersten Versuche, mit der Leine einen Poller zu treffen, dürfen ruhig scheitern, denn ein Hausboot zu steuern und zu ankern lernt man mit jedem Meter, den das Boot auf dem Wasser entlangfährt. Viele Hausbooturlauber haben keine Erfahrung als Hobbykapitän und gehen zaghaft ans Steuer, doch Bas Terpstra nimmt schnell alle Ängste. „Ein Hausboot zu fahren ist keine Wissenschaft“, erklärt er. „Man bekommt sehr schnell ein Gefühl für das Boot“. Was viele nicht wissen: Wer einen Hausbooturlaub machen möchte, braucht keinen Bootsführerschein – solange das Hausboot nicht länger als 15 Meter ist. Das längste Hausboot von Locaboat Holidays misst 14,9 Meter, deshalb ist das Unternehmen auch einer der führenden Anbieter für führerscheinfreie Hausbootreisen.

Bas Terpstra steht nun an Deck am Steuer und erklärt, wie das Hausboot manövriert wird. „Wichtig ist, dass man wegen des Gewichts des Bootes immer berücksichtigt, dass es bei Richtungsänderungen oder beim Abbremsen mit Verzögerung reagiert.“ Wenn es doch mal schneller gehen soll, hilft ein Bugstrahlruder. In einer Wasserkarte zeigt er anschließend, wie man die eingezeichneten Brücken „liest“: Bei jeder steht in Kürzeln, wie hoch die Brücke ist und um welche Art es sich handelt – zum Beispiel BB für bewegliche Brücke.

Trifft man unterwegs auf eine Schleuse, ist nicht nur der Kapitän am Steuer gefragt, sondern noch mindestens zwei Mitfahrer. Denn Schleusen bedeutet Teamarbeit. Während einer steuert und manövriert, verteilen sich die anderen entsprechend am Boot, um zu schleusen und das Hausboot mit Leinen zu sichern. Fährt man im Hausbooturlaub auf die erste Schleuse zu, steigt bei vielen Neo-Kapitänen der Herzschlag, doch die Aufregung legt sich schnell. Zum einen ist es kein Hexenwerk, zum anderen helfen oft die Schleusenwärter oder andere Hausbootfahrer. Denn die Community ist eine herzliche und man packt an, wenn irgendwo Not am Mann ist.

Bas Terpstra steht breit grinsend am Dock und winkt, als das Hausboot langsam ablegt. Der Profi muss nun abgeben, dafür sind die Amateure am Werk. Schalthebel nach vorne, Lenkrad leicht nach rechts – und das Boot gleitet langsam dem Horizont entgegen. Ab jetzt ist das Wasser ein steter Begleiter. Alles andere ändert sich mit jedem Kilometer, den das Boot zurücklegt: die Route, die Landschaft, der Flussverlauf.

Es ist ruhig, nur der Wind pfeift ordentlich um die Nase und eine Möwe kreist keck um den Bug des Hausbootes. Die Wellenbewegung ist dennoch ruhig und das Boot gleitet langsam durch einen Kanal. Es dauert nur wenige Minuten im Fahrtwind, bis der Rhythmus einen gefangen nimmt. Es geht um Gelassenheit statt um Geschwindigkeit, um Ruhe statt um Rastlosigkeit, vor allem aber die Entdeckung der Langsamkeit. Denn ein Hausboot rast nicht. Es gleitet sanft durch die Landschaft und sorgt mit der entschleunigten Geschwindigkeit automatisch für Ruhe und Entspannung während der Fahrt. 

Der Wind nimmt zu, die Hände am Steuer werden klamm, also geht es nun unter Deck, wo auch ein Steuer wartet. Es ist wohlig warm, schnell ist auch eine Kanne Tee gekocht. Hausboote sind wie kleine, schwimmende Wohnungen, quasi ein Reisemobil mit Schlafzimmern, voll ausgestatteter Küche, Kapitänsbrücke und Sonnendeck. Im Urlaub hat man also alles dabei – und wacht jeden Tag in einer anderen Umgebung auf, ohne umziehen zu müssen. Jedes Hausboot hat eine Grundausstattung, von Bettdecken und Bettwäsche bis hin zur vollausgestatteten Küche. Dazu kann man unterschiedliche optionale Serviceleistungen buchen: mobiles Internet genauso wie Fahrräder. Die lohnen sich in jedem Fall. Am frühen Morgen über eine taunasse Wiese vorbei an Windmühlen zu radeln, um frische Zimtschnecken für das Frühstück zu holen, hebt das Holland-Feeling aufs nächste Niveau.

Holland besteht zu 18 Prozent aus Wasser. Ein weit verzweigtes Netz von Flüssen und Kanälen zieht sich quer durch das Land: zarte Linien, mal geradlinig, mal verschlungen, die entlang Städten und Dörfern und vorbei an Windmühlen, Grachten und Tulpen führen. Das Land ist bekannt für seine reiche Handels- und Seefahrtsgeschichte und als Traumdestination für Binnenschiffer. Da sich ein Viertel Hollands unterhalb des Meeresspiegels befindet, lernte das Land im Laufe der Jahrhunderte, sich mit diesen besonderen Gegebenheiten zu arrangieren. Entlang der Kanäle entstanden Städte und Dörfer, an denen man heute im Hausbooturlaub vorbeischippern oder anlegen kann.

Am späten Nachmittag gleitet das Hausboot sanft in einen kleinen Hafen. Ein Liegeplatz ist frei, der Hafenmeister weist den Weg zum Anlanden. Und wieder: Leinen los, werfen, straffziehen, festhalten, Knoten machen. Als das Hausboot gut gesichert am Dock liegt, ist das Tagessoll erfüllt. Der „schwimmende Camper“ ist zu Hause, zumindest bis zum nächsten Morgen, wenn das Hausboot erneut ablegt und neue Abenteuer im verzweigten Netz von Flüssen und Kanälen in Holland sucht …

Hausbooturlaub in Holland, Frankreich, Deutschland, Italien und Irland

Neben den Wasserwege Hollands gilt insbesondere Frankreich als Eldorado für Hausbooturlaube. Die beliebtesten Routen führen über den Canal du Midi im Süden Frankreichs, der über 240 Kilometer den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet, durch das urige Elsass von Lutzelbourg über Niderviller bis nach Nancy, durch Burgund, die Camargue und die Bretagne. Landschaftlich überwältigend sind auch Fahrten in Irland am Shannon, in Deutschland auf der Mecklenburgischen Seenplatte oder in Italien in der Lagune von Venedig.

Hausbooturlaub in Holland

Hausbooturlaub mit Locaboat Holidays

Einer der führenden Anbieter für führerscheinfreie Hausbootreisen ist Locaboat Holidays. Seit über 40 Jahren dreht sich alles um Ferien auf Flüssen, Kanälen und Seen in Europa. Kunden können zwischen knapp 200 Routen von 25 Abfahrtshäfen wählen und entdecken so die schönsten Wasserwege in Deutschland, Frankreich, Holland, Italien sowie Irland. 2022 stehen drei Routen im Fokus: der Südwesten Frankreichs, Holland und die Region Burgund-Nivernais. Zur Verfügung steht eine Flotte von über 380 Hausbooten in unterschiedlichen Größen.

Hausbooturlaub in Holland

Offenlegung 

Dieser Artikel entstand in einer Kooperation mit Locaboat Holidays.

Reiseblog Kosmopoetin.com

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