Genuss statt Geschwindigkeit, Highlights statt Hektik, Stopps statt Schnelligkeit: Die neue Fahrrad-Rundtour „Fichtelperlen“ inszeniert den Weg als Ziel. Auf 114 Kilometern lässt sich die Strecke bewusst Zeit und führt durch die schönsten Seiten des oberfränkischen Fichtelgebirges. Auf dem Weg liegen kleine und große Perlen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Neuer Radweg „Fichtelperlen“: Auf zwei Rädern zu den Perlen des Fichtelgebirges ♥ Lesezeit: 12 Minuten
Sie schlängeln und schrauben sich dem Horizont entgegen. Steigen auf und ab. Sind mal geradlinig, mal gewunden. Und führen mit jedem gefahrenen Kilometer in ein neues Staunen. Die Radwege im Fichtelgebirge ziehen sich wie zarte Linien durch die Landschaft. Hier geht es auf einem Schotterweg in einem dichten Wald, dort über blühende Wiesen und sanfte Hügel, vorbei an mächtigen Granitfelsen und glitzernden Flüssen.

Wer mit dem Fahrrad durchs Fichtelgebirge fährt, erlebt eine Region voller Natur, Stille und überraschender Perspektiven. Denn hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick auf die sanften Höhen des Mittelgebirges. Das Radwegenetz umfasst über 1.000 Kilometer beschilderte Strecken und mehr als 60 Themenradwege, darunter mehrere bedeutende Fernradwege, die das Fichtelgebirge zum „Raddrehkreuz“ machen. Sie kreuzen sich in der Region und verbinden Bayern mit Sachsen, Thüringen und Tschechien, unter anderem der Main-Radweg, der Brückenradweg Bayern–Böhmen, der Saale-Radweg und der Eger-Radweg.

„Fichtelperlen“: Rundkurs mit Vielfalt
Mehrtägige Fahrradtouren im Fichtelgebirge müssen sich aber nicht immer mit Kilometern messen. Die Überraschungen unterwegs sind intensiver, wenn man sich Zeit lässt. Und nicht dem Ziel entgegenjagt, sondern den Weg genießt. Genau hier setzen die „Fichtelperlen“ an. Die neue Radroute verbindet die schönsten Seiten der Region miteinander. Wie kleine Perlen, die auf dem Weg liegen und entdeckt werden wollen.

Auf der 114 Kilometer langen Route ist der Weg sprichwörtlich das Ziel. Statt um Geschwindigkeit geht es um Genuss, Natur und Kultur. Und um besondere Wegpunkte, an denen das Stehenbleiben genauso spannend ist wie das Weiterfahren. Der Name erinnert an die Flussperlmuscheln in der Schwesnitz und dem Perlenbach, deren Vorkommen zu den größten Europas zählen. Gleichzeitig stehen die „Perlen“ sinnbildlich für die Sehenswürdigkeiten, die den Weg säumen: Burgen und Museen, historische Orte und Quellen, kulinarische Stopps und herzliche Gastgeber.

Ausgangspunkt und Ziel ist Bischofsgrün. Die Route ist für drei Tagesetappen zwischen 30 und 45 Kilometern konzipiert, lässt aber alles offen. Wer will, steigt an jedem anderen Ort entlang der Strecke ein, macht Halt bei den Sehenswürdigkeiten oder übernachtet auf dem Weg. Die Rundtour zieht sich wie eine zarte Linie durch das Fichtelgebirge, die geografisch eine Art Dreieck ergibt. Denn die „Fichtelperlen“ verbinden Teilstrecken des Brückenradweges Bayern–Böhmen, des Saale-Radweges und des Perlen-Radweges.

„Fichtelperlen“: Etappe 1
- Start: Bischofsgrün
- Ziel: Rehau
- Länge: 45 Kilometer
- Route: von Bischofsgrün über Zell im Fichtelgebirge, Schwarzenbach an der Saale und Oberkotzau bis nach Rehau
- Fichtelperlen: Bischofsgrün, Saalequelle, „Erika-Fuchs-Haus“ in Schwarzenbach an der Saale, Fernweh-Park „Signs of Fame“ in Oberkotzau, Rehau
- Bonus-Perle: Ochsenkopf, Förmitztalsperre
Bischofsgrün
Schon der Start ist das Ziel. Was paradox klingt, geschieht auf dem Radweg „Fichtelperlen“ immer wieder: Es ist so schön, dass man erstmal bleiben möchte. Bevor die Fahrradtour losgeht, braucht es deshalb ein bisschen Zeit. Denn Bischofsgrün hält einen Rekord im Fichtelgebirge: Zwischen Ochsenkopf und Schneeberg liegt der einzige heilklimatische Kurort Nordbayerns.

Bischofsgrün bietet 300 Kilometer markierte Wanderwege und mit dem nahegelegenen Gipfel des Ochsenkopfes eine atemberaubende Aussicht von 1.024 Meter Höhe. Die Ochsenkopf-Seilbahn bringt Gäste ganzjährig auf den Berg. Der Name entstand wegen einem in einen Fels eingemeißelten Stierkopf, den man heute noch besichtigen kann. Neu ab 2026 ist der Bikepark am Ochsenkopf-Südhang mit 15 Kilometer Mountainbike-Strecken.

Tipps:
Fränkische Küche & Hotel: „Hotel Puchtler‘s Deutscher Adler“
Café: „Back- und Kaffeehaus Schreyer“
Hotel: „Hotel Kaiseralm“
Ferienwohnungen: „Fichtelchalet“





Ruppertsgrün, Zell im Fichtelgebirge & Saalequelle
Von Bischofsgrün führt der Radweg über bewaldete Hügel hinein in die Landschaft des Fichtelgebirges. Über Voitsumra und Ruppertsgrün geht‘s in Richtung Zell im Fichtelgebirge. Am Südosthang des Großen Waldsteins wartet ein spannender Stopp: Hier entspringt die Saale, genauer gesagt die Sächsische Saale. Von ihrer Quelle auf etwa 700 Metern Höhe fließt das Wasser nach Norden durch Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt, bevor der Fluss bei Barby in die Elbe mündet.

Nun heißt es: Fahrrad abstellen und in die Geschichte der Region eintauchen. Mitten im Wald erzählt der historische Bergwerksstollen „Hülffe Gottes“ eine lange Geschichte. In dem 70 Meter langen Stollen ließ Jacob Heinrich Richter ab 1769 Gelbkreide abbauen, aus der Ockerpigmente gewonnen wurden. Bei der Errichtung des Bergwerksstollen wurde die Saalequelle entdeckt. Für Radfahrer interessant: Der Saale-Radweg beginnt an der Saalequelle und begleitet den Fluss bis zur Mündung in die Elbe.



Tipps:
E-Bike-Verleih & Café in Ruppertsgrün: „Fichtelrad“
Brotzeitstube & Dorfladen in Ruppertsgrün: „Brotzeitstube MAX“
Fränkische Küche in Zell im Fichtelgebirge: „Gasthof zum Waldstein“
Ferienwohnungen in Zell im Fichtelgebirge: „Waldsteinchalet“
Pizzeria in Weißdorf: „Alte Liebe“
Bäcker in Weißdorf: „SimpleBakery Bastian Rauh“
Unterkunft in Weißdorf: „Gasthof Pension Walther“




Förmitztalsperre
Von Zell im Fichtelgebirge geht es nordwärts über Reinersreuth, Sparneck, Weißdorf, Seulbitz und Förbau nach Schwarzenbach an der Saale. Nicht direkt auf der Strecke der „Fichtelperlen“, aber unbedingt einen Abstecher wert ist die Förmitztalsperre am südlichen Rand des Gemeindegebietes von Schwarzenbach an der Saale. Die Talsperre wurde zwischen 1973 und 1978 erbaut und dient seitdem der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz sowie der Regulierung des Wasserhaushalts. Namensgeber ist der gleichnamige Fluss Förmitz, ein rechter Nebenfluss der Sächsischen Saale.

Der rund 1,7 Quadratkilometer große Stausee liegt eingebettet in grüne Wiesen und bewaldete Hügel und ist eines der bekanntesten Naherholungsgebiete im Fichtelgebirge. Hier ist alles drin: Spaziergänge, Radtouren, Angeln, Baden, Stand-up-Paddeln, Surfen, Segeln oder Tauchen. Ein Rundweg führt am Ufer entlang. Wer Ruhe sucht, findet stille Plätze mit weitem Blick über das Wasser und die umliegende Landschaft.






Tipps:
Gasthof in Vörbau: „Teschners Herrschaftliche Gastwirtschaft“
Snacks & Getränke: „Hütte am Förmitzspeicher“
Gasthof in Völkenreuth: „Völkenreuther Wirtshaus“
Schwarzenbach an der Saale
Ein Stück Kultur steht an, sobald man in das Zentrum von Schwarzenbach an der Saale radelt. In der 7.000 Einwohner großen Stadt gibt es das einzige Comic-Museum Deutschlands. Das „Erika-Fuchs-Haus“ ist ein Museum für Comic und Sprachkunst. Erika Fuchs lebte lange im Fichtelgebirge und war die Stimme von Donald Duck und Co. Sie übersetzte die Micky-Maus-Hefte von 1951 bis 1988 ins Deutsche und verankerte das fiktive amerikanische „Duckburg“ in Oberfranken. Erika Fuchs benannte Orte, Berge und Seen nach realen Örtlichkeiten: Familie Duck macht Ferien am Fichtelsee, Onkel Dagobert besitzt einen Skilift am Ochsenkopf.

Mit ihren Übersetzungen revolutionierte sie die deutsche Sprache. Aus ihrer Feder stammen beispielsweise auf den Wortstamm verkürzte Verben wie „stöhn“, „ächz“, „grübel“, etc. Auch ihre Vorliebe, den Comicfiguren berühmte Zitate in den Mund zu legen, ist legendär, zum Beispiel dem Erfinder Daniel Düsentrieb eine Abwandlung der ersten Zeile des Ingenieurlieds von Heinrich Seidel: „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“. Seit 2015 gibt es das „Erika-Fuchs-Haus“, in dem Entenhausen erlebbar wird. Wer will, vertont seinen eigenen Comic, übt sich in Comic-Pantomime oder badet mit Dagobert Duck in dessen Geldspeicher.





Tipps:
Kaffee und Kuchen: „Polka Café“
Burger: „Berlin Bistro Burgerhaus“
Deftiges: „Fleischhauerei Vider“
Süßes: „Bäckerei Fiedler“
Unterkunft: „Hotel Jean Paul“
Ferienwohnung: „Holz-Lehm-Sonnen-Haus“
Fernweh-Park Oberkotzau
Es dauert dann nur wenige Kilometer, bis Oberkotzau erreicht ist. Rund 5.400 Menschen leben hier. Oberkotzau liegt eingebettet in den Tälern der Schwesnitz und der Sächsischen Saale und gehört zu den ältesten Ansiedlungen im nordöstlichen Oberfranken. Vor allem aber birgt die Kleinstadt eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit: Im Fernweh-Park „Signs of Fame“ hängen tausende Ortsschilder, Straßenschilder, Autokennzeichen und Grußbotschaften aus aller Welt, die zu einer „Weltreise im Kleinen“ einladen.

Der Fernweh-Park wurde vom deutschen Filmemacher und Weltenbummler Klaus Beer gegründet. Er steht symbolisch für Reiselust, Weltoffenheit und Toleranz. Da auf dem Weg durch die bunten Wegweiser eine besondere Atmosphäre von Freiheit und Fernweh entsteht, erhielt der Park seinen Namen. Ab Oberkotzau verlässt die „Fichtelperlen“-Route dann den Saale-Radweg und wechselt auf den Perlenradweg.






Tipps:
Landgasthof in Fattigau: „Braukeller Fattigau“
Snacks und Getränke beim Fernwehpark: „Fernweh Haisla“
Fränkische Küche in Oberkotzau: „Schloßstuben Oberkotzau“
Restaurant in Oberkotzau: „Restaurant Sowieso“
Bistro in Oberkotzau: „Bistro Langosherie“

Rehau
Nach den letzten Kilometern ist die erste Etappe geschafft und das Ziel Rehau erreicht. Knapp 9.500 Menschen leben in der Kleinstadt nahe des Dreiländerecks Bayern-Sachsen-Böhmen. Die Entfernung zur Grenze der Tschechischen Republik beträgt nur drei, zum Freistaat Sachsen nur neun Kilometer. Durch Rehau fließen der Perlenbach und der Höllbach, die sich im Stadtgebiet zur Schwesnitz vereinigen. Seinen Namen bekam der Perlenbach von der Flussperlmuschel. Zwischen 1733 und 1952 wurden von Perlinspektoren Muscheln gefischt und Perlen gesucht. Die Bestände der über 60 Millionen Jahre alten Flussperlmuschel schrumpfen jedoch seit Jahrzehnten.

Rehau ist bekannt für sein Stadtbild. 1512, 1763 und 1817 verwüsteten verheerende Feuer fast die ganze Stadt. Nach der letzten Brandkatastrophe wollte Rehau neue Wege gehen. Der Architekt Johann Wilhelm Baumann hatte die Idee für einen schachbrettartigen Wiederaufbau, der bis 1824 dauerte. Wo zuvor die Häuser und Straßen wie hingewürfelt standen, gab es nun ein rechtwinkeliges Straßensystem. Das Stadtbild von Rehau gilt noch heute als Beispiel einer klassizistischen Städteplanung und diente als Vorbild für weitere bayerischen Städte. Seither ist die Rehau als „Modellstadt Rehau“ bekannt.





Tipps:
Stadtgeschichte: „Museum Rehau“
Vinothek: „Früchtla Café Bistro Vinothek“
Süßes: „Eiscafé San Marco“
Spanische Küche: „Café & Tapas Bar El Gusto“
Fränkische Küche: „Hotel & Restaurant Krone“
Hotel: „Fränkischer Hof“





„Fichtelperlen“ Etappe 2
- Start: Rehau
- Ziel: Wunsiedel
- Länge: 42 Kilometer
- Route: von Rehau über Selb und Thierstein nach Wunsiedel
- Fichtelperlen: Selb, Porzellanikon, Burgruine Thierstein, Wunsiedel
- Bonus-Perle: Dorfkirche in Pilgramsreuth
Pilgramsreuth
Die zweite Etappe führt in einem sanften Bogen von Rehau nach Selb, vorbei an den kleinen Dörfern Eulenhammer, Sophienreuth, Grünhaid und Schönwald. Gleich zu Beginn lockt eine Sehenswürdigkeit abseits der Strecke. Nur wenige Fahrminuten von Rehau entfernt ist die Dorfkirche in Pilgramsreuth ein besonderer Stopp.

Ihr Ursprung geht auf das Jahr 1308 zurück. Die Moseskanzel und der Altar stammen von dem Bayreuther Hofbildhauer Elias Räntz. Vor der Kirche steht das Kartoffeldenkmal. Es erinnert daran, dass es in Pilgramsreuth den ersten feldmäßigen Kartoffelanbau in Deutschland gab. Der Bauer Hans Rogler soll im Jahr 1647 als erster Kartoffeln in die Erde gelegt haben.

Selb
Nach etwa 15 Kilometern zeichnet sich die Silhouette von Selb am Horizont ab. Die Stadt liegt am nordöstlichen Zipfel des Fichtelgebirges direkt an der tschechischen Grenze. Selb gilt als das Zentrum der deutschen Porzellanindustrie. Noch heute sind die Namen Hutschenreuther, Rosenthal und Heinrich allgegenwärtig. Das hohe Kaolin-Vorkommen der Region sorgte einst dafür, dass die Porzellanherstellung in Teilen Frankens eine wichtige Rolle spielte. Als Pionier gilt Carl Magnus Hutschenreuther. Er entdeckte 1814, dass das Fichtelgebirge alle Ausgangsstoffe für die Porzellanherstellung liefert: Feldspat, Quarz und Kaolin. 1822 erhielt er die Konzession, eigenes Porzellan fertigen zu dürfen.

Wer durch Selb spaziert, findet an allen Ecken und Enden Porzellan. Ein Highlight ist das Porzellangässchen, das die Ludwigstraße mit dem Gerberplatz verbindet und mit Porzellan gepflastert ist. 55.000 Mosaikteilchen aus Porzellan liegen auf dem Boden. Ähnlich spektakulär ist der Brunnen am Martin-Luther-Platz vor der Kirche Sankt Andreas. Er besteht aus 60.000 Porzellanplättchen. Seine Säulen erinnern an die einst rauchenden Schlote der Fabriken. Natürlich darf ein Besuch im „Porzellanikon“ nicht fehlen. Hier erfährt man, wie die Porzellanherstellung einst funktionierte, wie sie heute noch blüht und welche Arbeitsschritte es erfordert, bis ein Porzellanteller entsteht.




Tipps:
Shopping: „No Basic Outlet”
Porzellan-Shopping: „Rosenthal Outlet Center“
Fränkische Küche: „Altes Brennhaus“
Kaffee, Kuchen & Lebkuchen: „‘s Hatzel Café“
Kaffeerösterei: „Schwarzer Peter“
Hotel & Restaurant: „Hotel & Rosenthal Casino Restaurant”





Burgruine Thierstein
In Selb verlässt die Route den Perlenradweg und wechselt auf den Brückenradweg Bayern-Böhmen. Die Strecke führt über Feld- und Waldwege nach Schwarzenhammer und Kaiserhammer. Von hier geht es bergauf bis nach Thierstein. Ein Stopp in der Ortschaft lohnt sich, denn schon vom Fahrradweg ist das Wahrzeichen von Thierstein nicht zu übersehen: Die Burgruine Thierstein thront auf 615 Meter Höhe und zählt zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Burganlagen im Fichtelgebirge. Ihre Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Vom Bergfried blickt man über das Fichtelgebirge bis in das Egerland.





Die Burgruine wurde als strategisch wichtiger Stützpunkt zur Sicherung von Handelswegen und zur Kontrolle der umliegenden Gebiete errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach ihre Besitzer. Sie wurde immer wieder erweitert, befestigt, beschädigt und auch teilweise zerstört. Erhalten geblieben sind große Teile der Mauern, Türme, Toranlagen und Befestigungen. Heute ist die Burgruine Thierstein ein beliebtes Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte, Wanderer und Radfahrer.






Tipps:
Mexikanische Küche in Schwarzenhammer: „El Quetzal“
Kaffee und Kuchen in Kaiserhammer: „Café Egertal“
Fränkische Küche in Thierstein: „Gasthaus zur Burg“
Höchstädt im Fichtelgebirge, Thiersheim, Göpfersgrün
Das nächste Wegstück führt über Höchstädt im Fichtelgebirge, Neuenreuth, Thiersheim und Göpfersgrün nach Wunsiedel, vorbei an weitläufigen Feldern und Wiesen, auf ehemaligen Bahntrassen und über denkmalgeschützte Brücken. In Thiersheim geht es sanft ansteigend auf einen Hügel. Die Anstrengung lohnt sich, denn nun scheint einem die Region zu Füßen zu liegen.





Ein Stück Industriegeschichte erzählen unterwegs die ehemaligen Bahnlinien Holenbrunn-Leupoldsdorf und Holenbrunn-Selb: Die Strecken wurden vor dem Ersten Weltkrieg in Betrieb genommen, als sich immer mehr steinbearbeitende Betriebe und Porzellanfabriken in der Region ansiedelten.

Tipps:
Wirtshaus in Höchstädt: „Landgasthof Reichsadler“
Bäcker in Höchstädt: „Bäckerei Kuhn“
Wirtshaus in Höchstädt: „Gasthof Rotes Roß“
Kaffee & Kuchen in Thiersheim: „Coffee Shop“
Hofcafé in Thiersheim: „Kleehof Stubn“
Fränkische Küche in Göpfersgrün: „Wirtshaus im Gut“
Ferienwohnung in Göpfersgrün: „Fichtelgrün“





Wunsiedel
Nach 42 Kilometer ist die Etappe geschafft und Wunsiedel erreicht. Knapp 9.000 Menschen leben in der Kleinstadt, die für das „Felsenlabyrinth“ und die „Luisenburg-Festspiele“ berühmt ist. Überlieferungen zufolge fanden bereits im Jahr 1665 Aufführungen der Wunsiedler Lateinschüler statt. 1804 wurde das heutige Festspielgelände geschaffen. Heute finden rund 1.900 Menschen auf der Luisenburg Platz. Die Felsenbühne umfasst mehrere Spielebenen, die zwischen Felsblöcken und Bäumen in die Natur eingepasst sind.

Das Herz von Wunsiedel ist der Marktplatz mit seinen dreigeschossigen Gebäuden im klassizistischen Stil. Hier steht das Rathaus mit seinen drei wuchtigen Eingangstoren. Für die Fenster- und Türeinfassungen wurde ausschließlich einheimischer Granit verwendet. Sehenswert ist auch das Koppetentor aus dem Jahr 1471, das einzige erhaltene Tor der ehemaligen Stadtbefestigung. Wunsiedel ist der Geburtsort des deutschen Schriftstellers Jean Paul. Sein Geburtshaus dient heute als Evangelisches Gemeindehaus. Auf dem nach ihm benannten Platz thront das Jean-Paul-Denkmal aus dem Jahre 1845, ein Granitsockel mit Bronzebüste nach Ludwig von Schwanthaler.

Tipps:
Museum: „Fichtelgebirgsmuseum“
Hippes Café: „Fichtelkaffee“
Bäckerei-Konditorei: „Küspert Café“
Tapas: „Sarahsita Tapas Bar & Restaurant“
Italienische Küche: „Trattoria Mamma Rosa“
Restaurant & Hotel: „Luisenburgresort“
Übernachten: „Boutiquehotel Molo Rouge“





„Fichtelperlen“ Etappe 3
- Start: Wunsiedel
- Ziel: Bischofsgrün
- Länge: 30 Kilometer
- Route: von Wunsiedel über Tröstau und den Fichtelsee nach Bischofsgrün
- Fichtelperlen: Felsenlabyrinth auf der Luisenburg, Tröstau, Fichtelsee
- Bonus-Perle: Kösseine
Felsenlabyrinth auf der Luisenburg
Bevor der Tag auf dem Fahrrad startet, lohnt sich ein Abstecher in das größte Granitsteinmeer Europas. Das „Felsenlabyrinth Luisenburg“ entstand über Jahrhunderte. Riesige Felsbrocken liegen auf- und nebeneinander, bilden Höhlen und Schluchten und seltsame Formen. Die außergewöhnlichen Rundungen der Felsen bildeten sich im Laufe der Zeit wegen Verwitterung und Erosion. Seit 2026 ist das Felsenlabyrinth das zweite „Nationale Naturmonument“ im Freistaat nach dem Donaudurchbruch in Niederbayern.




Benannt wurde das Felsenlabyrinth nach der preußischen Königin Luise. Sie schwärmte bereits 1805 vom Felsenlabyrinth als „wahres Eden“. Auch Johann Wolfgang von Goethe war begeistert, als er 1785 und 1820 ins Fichtelgebirge reiste. Er schrieb: „Die ungeheure Größe der ohne Ordnung, Spur und Richtung übereinandergestürzten Granitmassen gibt einen Anblick, dessengleichen mir auf allen meinen Wegen niemals wieder vorgekommen ist.“
Schönbrunn, Tröstau & Kösseine
Die dritte Etappe führt über 30 Kilometer von Wunsiedel zum Ausgangspunkt der „Fichtelperlen“ in Bischofsgrün. Dieser Abschnitt besticht durch stille Wälder und sanfte Landschaften. Entlang der ehemaligen Bahnlinie und weiter auf einem Forstweg schlängelt sich der Weg in den Erholungsort Tröstau und weiter in das Naherholungsgebiet des Fichtelsees.

Tröstau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Gipfeln des Fichtelgebirges. Wer einen sportlichen Abstecher machen will, verlängert die Tour und radelt auf die Kösseine. Das Bergmassiv südlich von Wunsiedel ragt auf 939 Meter und ist berühmt für seinen blauen Granit. Noch heute wird der Kösseine-Granit bei Schurbach, einem Ortsteil der Stadt Waldershof, gebrochen.
Tipps:
Biergarten in Schönbrunn: „Bräustüberl Schönbrunn“
Fränkische Küche in Tröstau: „Poststüberl Tröstau“
Unterkunft in Tröstau: „Antjes Schmankerlhotel, Restaurant & Bergcafe“
Pizza in Tröstau: „Pizzeria Portofino“
Gipfelhaus auf der Kösseine: „Kösseinehaus“






Fichtelsee
Von Tröstau führt der Weg ein Stück aufwärts zum Fichtelsee, hinein in den Wald und über breite Forstwege ans Ufer. Quellen, Flüsse, Seen und Feuchtlandschaften prägen das Fichtelgebirge seit Jahrhunderten. Schon im 15. Jahrhundert beschrieben Chroniken das Fichtelgebirge als eine Landschaft voller feuchter Flächen, dichter Wälder und sprudelnder Quellen. Auf wenig durchlässigen Bodenschichten bildeten sich natürliche Moore, in denen abgestorbene Pflanzenreste über Jahrhunderte zu Torf wurden. Heute stehen die Moore des Fichtelgebirges aufgrund des Klimawandels unter Schutz.

Ein Beispiel für diese Moorlandschaften ist der Fichtelsee, der einst ein Hochmoor war. Das Wasser nutzte man für das Sägen von Granitsteinen, die Verarbeitung von Holz und die Verhüttung von Erz; der freigelegte Torf diente als Brennstoff. Das Leben am Fichtelsee begann vor über hundert Jahren, als ein erster Ruderbootverleih seine Türen öffnete. Heute ist der Fichtelsee ein beliebter Badesee. Direkt am Seeufer kann man schwimmen, in Ruder- und Tretbooten oder auf SUP-Boards übers Wasser gleiten, essen und sogar übernachten. Das letzte Stück der „Fichtelperlen“ führt über knapp acht Kilometer zurück nach Bischofsgrün.





Tipps
Restaurant & Hotel: „Waldhotel am Fichtelsee“
Wirtshaus mit Ausblick: „Wirtshaus zur Bleaml Alm“
Burger in Fichtelberg: „Wild West Gasthaus“
Fränkische Küche in Fichtelberg: „Gasthof zum Hirschen“
Bäcker in Fichtelberg: „Backhaus Kutzer“
Unterkunft in Fichtelberg: „Hüttenresort Mare“




♥ Offenlegung
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der Tourismuszentrale Fichtelgebirge. Meine Meinung ist aber völlig unvoreingenommen und stets meine eigene.

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