Obwohl über den historischen Mauern der Old Town von Edinburgh ständig der wehmütige Klang eines Dudelsacks zu wehen scheint, hat die schottische Metropole einen modernen Rhythmus: Die Stadt rockt mit hippen Pubs, lässigen Vintage-Shops, einem quirligen Stadtbild und der Nähe zum Meer. 72 Stunden in Edinburgh – mit Tipps, Highlights und Adressen im ausführlichen Weekend-Guide für das perfekte Wochenende in Edinburgh.
72 Stunden in … Edinburgh: Das perfekte Wochenende in Edinburgh ♥ Lesezeit: 12 Minuten
Tag 1: Das perfekte Wochenende in Edinburgh
Fàilte – willkommen beim perfekten Wochenende in Edinburgh! Der verkehrsreichste Flughafen Schottlands liegt nur 13 Kilometer außerhalb der Stadt. Der schnellste Weg, ins Zentrum zu gelangen, ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gibt zwei Möglichkeiten, die gleichermaßen gut sind und von der Lage des Hotels abhängen. Der Bus Airlink 100 fährt ca. alle 10 Minuten in die Stadt, die Tram ca. alle 8 bis 10 Minuten. Beide brauchen rund eine halbe Stunde. Praktisch ist die „Bus & Tram“-App, in der man Tickets kaufen kann. Top: WLAN gibt es sowohl im Bus, als auch in der Tram.

9:00 Uhr: Direkt an der Endstation der Tram, am York Place, liegt das „Hotel Indigo Edinburgh by IHG“, das sich über fünf historische georgianische Stadthäuser erstreckt. Das Boutiquehotel ist hip und bezaubert mit modernen, individuell eingerichteten Zimmern, einem Restaurant und einer Lounge. Besonders cool: Das kostenlose Frühstück-im-Bett-Service! Das Hotel ist von einer lebhaften Literatur-, Comedy- und Kunstszene umgeben. Besonders die Comedyclubs sind hier angesagt. Unbedingt einen Abend für einen Besuch einplanen, z. B. im „The Stand Comedy Club“.

Eine günstigere Alternative zum Übernachten liegt auch im Herzen der New Town, direkt an der pulsierenden George Street. Das „Frederick House Hotel“ ist eine kleine Perle, sprichwörtlich. Die Zimmer sind ziemlich klein, dafür hat man aus den obersten Stockwerken einen großartigen Blick auf die Stadt – bis zum Firth of Forth. In der Frederick Street gibt es auch viele Restaurants und Cafés, das heißt: Ankommen, Koffer abstellen und die erste Prise Schottland spüren bei einer Tasse Tee.

Wochenende in Edinburgh: Princes Street Gardens
10:00 Uhr: Um erstmals das Flair von Edinburgh zu spüren, geht’s in die Princes Street. Von hier hat man den perfekten Überblick über die Stadt und eine prima Orientierungshilfe. Denn die Princes Street Gardens trennen die New Town von der Old Town. Hier erspäht man auch das Wahrzeichen der Stadt zum ersten Mal. Edinburgh Castle thront auf 120 Metern auf einem 340 Millionen Jahre alten Vulkankegel.

Zwischen Old Town und New Town liegen die Princes Street Gardens. Der Park wurde in den 1820er Jahren in der Folge der langen Trockenlegung des Nor Lochs und der Erbauung der New Town angelegt. Der Nor Loch war ein großer See im Zentrum der Stadt. Das Problem war jedoch, dass dieser jahrhundertelang vom herabfließenden Abwasser und Unrat der höher liegenden Old Town verunreinigt wurde.

Scottish National Gallery
11:00 Uhr: In den Princes Street Gardens befindet sich in einem klassizistischen Gebäude die „Scottish National Gallery”. Das Museum öffnete 1859 und zeigt eine Sammlung schottischer und europäischer Kunst von 1300 bis 1945. Ausgestellt sind Gemälde von international bekannten Künstlern wie Vermeer, Tizian, Rembrandt oder Velázquez. Das Museum verfügt über die umfangreichste und bedeutendste Sammlung jakobitischen Bildmaterials der Welt, unter anderem mit Portraits von Bonnie Prince Charlie und anderen Mitgliedern der Stuart-Familie.

Shoppen in der New Town
12:00 Uhr: Bei der New Town ist der Name indes wirklich Programm Dieser Teil von Edinburgh ist erst 250 Jahre alt. Hier reihen sich unzählige Geschäfte aneinander, allerdings eher bekannte Labels als individuellere Boutiquen. Highlights sind u.a. Filialen des britischen Labels „All Saints“ und der fancy US-Kette „Anthropologie“ für hippe Klamotten und Interieur, süße Accessoires und Kleinkram gibt’s „Oliver Bonas“, Unmengen an Schuhen bei „Boots“ und die besten Beautyprodukte bei „Superdrug“.
Nur ein paar Schritte weiter ist das wohl mondänste Hotel der Stadt. Im „The Balmoral“, das seit 1902 hier steht, nächtigten schon Sophia Loren, Elizabeth Taylor, Paul McCartney und die Queen. Der Name bedeutet auf Gälisch „majestätische Unterkunft“.

Wochenende in Edinburgh: Old Town
14:00 Uhr: Immer den Klängen der Dudelsäcke nach, denn jetzt geht es endlich in die berühmte Old Town von Edinburgh. Dreh- und Angelpunkt ist die Royal Mile. Die trägt eigentlich den typisch britischen Namen High Street, doch weil sie genau eine schottische Meile lang ist – nämlich 1,852 Kilometer –, erhielt sie den Namen Royal Mile.
In Wahrheit ist die Royal Mile aber eine Abfolge von den Straßen Castle Esplanade, Castlehill, Lawnmarket, Canongate und Abbey Strand. Viele Sehenswürdigen liegen entlang der Royal Mile: die St. Giles‘ Cathedral, der „Real Mary King’s Close“, das „Scottish Storytelling Centre“, das John-Knox-House, die „Scotch Whisky Experience“ oder das schottische Parlament.

Eine Besonderheit der Royal Mile sind rund 80 Gassen und Sackgassen, die in oft verborgenen Durchgängen nach Norden und Süden abzweigen. Die sogenannten „Closes“, „Courts“ und „Wynds“ ziehen sich wie ein Labyrinth entlang der Royal Mile. Die meisten dieser Gassen werden als „Close“ bezeichnet, da sie zu Privateigentum führen und manchmal für die Öffentlichkeit geschlossen sind. „Court“ ist eine schottische Bezeichnung für Gasse, während ein „Wynd“ vom Begriff „winding“ abstammt, was „sich (um die Ecke) schlängeln“ bedeutet.

Tartan & Kilt in Edinburgh
15:00 Uhr: In und um die Royal Mile reihen sich Whiskyshops und Pubs an Cafés und Touristenläden und an jeder Ecke steht ein vermeintlicher Schotte in Kilt mit Dudelsack. Das kann durchaus kitschig sein, verströmt aber trotz Touristenprogramm ein ganz besonderes Flair. Die Frage, was besagte Schotten unter dem Kilt tragen, kommt ständig auf. Nackt oder nicht nackt?

Hochlandschotten trugen einst ein knielanges Hemd unter ihrem Kilt, Leine Croich genannt, das zwischen den Beinen zusammengebunden wurde, damit nichts baumelte oder fror. Und heute? Tragen die meisten Schotten aus hygienischen Gründen Unterwäsche, obwohl noch immer viele Traditionalisten darauf schwören, dass man unterm Kilt nichts trägt. Eine große Auswahl an schottischen Whiskys findet man „The Whisky Trail“. Tipp: Ein Single Malt ist am besten, wenn er mindestens 12 Jahre gereift ist, wenn nicht noch länger.

Wer einen Kilt als Rock bezeichnet, outet sich als Tourist. Denn was wir als Schottenrock kennen, meint in Schottland einen „kilted skirt“ und hat mit einem Kilt nichts zu tun. Das ist nämlich eine etwa 4×8 Meter breite Stoffbahn, aus der sich Schotten in einem komplizierten Manöver ein Kleidungsstück kreieren. Das Muster darauf nennt man Tartan. Das ist niemals willkürlich gewählt, sondern steht für den jeweiligen schottischen Clan. Es gibt sogar einen Lady-Di-Tartan, der exklusiv bei „Elgin Cashmere“ zu haben ist.

Bummeln in der Cockburn Street
16:00 Uhr: Mit diesem Wissen geht’s jetzt zum Tempel für Edel-Kilts in Edinburgh, zu „21st Century Kilts“. Der kreative Kopf hinter dem hippen Label heißt Howie Nicholsby und wird hoch gehandelt. Schon 1999 stellte er seine modernen Kilts auf der London Fashion Week vor – und gilt seither als moderne Ikone des schottischen Kilts. Sein berühmtester Kunde? Robbie Williams.

Eine der schönsten Straßen rund um die Royal Mile ist die Cockburn Street, die die Old Town mit der New Town verbindet. Sie entstand 1856 und schlängelt sich wie eine Serpentine von Waverley Station nach oben. Viele Durchgänge zur Royal Mile auf der Südseite enthalten Überreste aus dem 16. Jahrhundert. Die beeindruckendsten sind der Warriston Close und der Advocates Close. Die Cockburn Street ist die individuellste Straße in dieser Gegend. Die Shops, Cafés und Bars sind alle einzigartig – von Second-Hand-Stores über Buchläden bis hin zu wirklich guten Restaurants.
Übrigens: In der Altstadt von Edinburgh gibt es Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel. Nur wenige Schritte von der Royal Mile und Edinburgh Castle entfernt liegt das „ibis Edinburgh Centre South Bridge – Royal Mile“. Das Hotel erstreckt sich über einen ganzen Häuserblock und bietet 259 Zimmer zu fairen Preisen – in perfekter Lage!

Wochenende in Edinburgh: Edinburgh Castle
17:00 Uhr: Das beliebteste und bekannteste Wahrzeichen der Stadt, Edinburgh Castle, liegt am Ende der Royal Mile und thront das auf 120 Metern auf einem 340 Millionen Jahre alten Vulkankegel über der Stadt. Die Felsformation entstand, als über Jahrhunderte flüssiges Magma aus dem Erdinneren hervorquoll. So bildete sich ein Plateau, das 80 Meter über dem umgebenden Gelände liegt.
Edinburgh Castle entstand im 12. Jahrhundert unter König David I. Über Hunderte von Jahre beheimatete die Festung schottische Monarchen. Während der schottischen Unabhängigkeitskriege im 13. und 14. Jahrhundert spielte Edinburgh Castle eine wichtige Rolle. Die Burg wurde abwechselnd von englischen und schottischen Truppen eingenommen, bis Robert Bruce die Schotten 1314 zum Sieg führte.

Zu sehen gibt es unter anderem Großbritanniens älteste Kronjuwelen, den „Stone of Destiny“, der über Jahrhunderte zur Krönung der Monarchen diente, oder die St-Margaret’s Chapel. Wer vorab online das Ticket kauft, kommt garantiert rein und spart sich lange Wartezeiten. Tipp: Täglich außer Sonntag wird um 13 Uhr die berühmte One o’clock-Gun abgefeuert. Das ist eine Tradition, die bis in Jahr 1861 zurückgeht und aus der Zeit der Seefahrer stammt, als die Segelschiffe im Firth of Forth eine exakte Zeitvorgabe brauchten, um ihre Chronometer zu justieren.

Nur wenige Schritte entfernt kommt man in der „Camera Obscura“ ins Staunen. Das Museum der Illusionen auf sechs Etagen ist ein ein absolutes Highlight an einem Wochenende in Edinburgh! Ein weiteres befindet sich knapp 500 Meter weiter hinunter in der High Street. Im „Museum of Childhood“ dreht sich alles um Kinderspielzeug und Spielwaren. Es war das erste Museum der Welt, das sich auf die Geschichte der menschlichen Kindheit spezialisiert hat.
Aussichtspunkt Vennel Viewpoint
18:30 Uhr: Den schönsten Blick auf Edinburgh Castle bietet der „Vennel Viewpoint“, eine alte Sandsteintreppe, die vom Grassmarket zwischen zwei Gebäuden auf zahlreichen Stufen nach oben führt. Dank der historischen Gebäude und Laternen hat man das Gefühl, bei Jamie und Claire im 18. Jahrhundert zu sein. Von hier sieht man die Festung aus dem besten Blickwinkel und erkennt die Ausmaße des Vulkanstein besonders gut. „Vennel“ ist ein altes schottisches Wort, das im 15. Jahrhundert aus dem französischen Wort „Venelle“ entstand. Es bedeutet so viel wie „Gasse“ oder „kleine Straße“.

19:30 Uhr: Das erste Abendessen in Edinburgh sollte sich um das schottische Nationalgericht drehen, das es in zahlreichen Pubs zu kosten gibt. In der „Arcade Bar – Haggis and Whisky House” wird die Spezialität mit einem hippen Stempel serviert. Neben dem Klassiker „Robert Burn’s famous haggis“ stehen auch Kleinigkeiten wie Haggis-Bonbons mit Whisky-Marmelade auf der Karte, um sich langsam heranzutasten.
Denn Haggis klingt erstmal gewöhnungsbedürftig: Gehackten Schafs-Innereien werden mit Rindernierenfett, Zwiebeln, Haferflocken und Kräutern gemixt. Traditionell wird Haggis übrigens mit zerdrückten Rüben und Kartoffeln serviert: Haggis, Neeps and Tatties. Wer will, bekommt das schottische Nationalgericht hier auch in einer veganen Variante.

The Edinburgh Dungeon
20:30 Uhr: Nachts zeigt sich die Royal Mile dann von einer völlig anderen Seite. Jetzt haben die Geister das Sagen, denn rund um die Old Town drehen sich viele Spukgeschichten. Zu den bekanntesten Geistern von Edinburgh Castle gehören der Kopflose Trommler, die französischen Soldaten aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges und die Gefangenen aus dem amerikanischen Kolonien, die im Zuge des Unabhängigkeitskrieges hierherkamen.

Um richtig in die Spukgeschichten einzutauchen, lohnt sich eine Tour durch die nächtliche Old Town, auf der man sich auf die Spurensuche des früher gruseligen Edinburghs macht. Wer noch immer nicht genug von gruseligen Momenten hat, sollte sich ein Ticket für „The Edinburgh Dungeon“ checken, wo man in einer 80-minütigen Show nochmal komplett in die düsteren Seiten von Edinburgh eintauchen kann.
Tag 2: Das perfekte Wochenende in Edinburgh
9:00 Uhr: Ein schottisches Frühstück besteht eigentlich aus Eiern, Speck, Bratwurst, gebackenen Bohnen, gegrillten Tomaten und Pilzen, der schottischen Blutwurst Black Pudding und meist auch aus Haggis. Die wohl bekannteste schottische Süßspeise sind Scones. Das Gebäck wird traditionell mit Clotted Cream (einem dicken Rahm, der an Mascarpone erinnert) und Marmelade serviert. Die besondere Konsistenz des Teiges erreicht man, in dem kalte Butter in den Teig gegeben wird, der nur wenig verknetet wird. Bei einer Teatime werden die Scones meist noch warm serviert, in der Mitte halbiert und dann mit der Clotted Cream und der Marmelade bestrichen.

Wochenende in Edinburgh: Victoria Street
10:00 Uhr: Der Tag beginnt in der buntesten Straße von Edinburgh. Die Victoria Street führt vom Castlehill runter zum Grassmarket und bezaubert mit knallig-bunt gestrichenen Hausfassaden. Gebaut von 1829 bis 1834, hieß die Straße ursprünglich Bow Street und wurde letztendlich nach Königin Victoria benannt. Hinter den leuchtenden Mauern verbergen sich viele individuelle und besondere Läden. Sehenswert sind vor allem die Gallerien. Zum Beispiel die „Red Door Gallery“, eine kleine Galerie mit modernen Werken von schottischen Künstlern.

Übrigens: Nicht weit vom Grassmarket findet man eines der berühmten Tee- und Kaffeehäuser der Stadt, Harry Potter sei Dank. Denn JK Rowling schrieb im Hinterzimmer des „Elephant Houses“ einige ihrer frühen Werke – und angeblich auch die ersten Zeilen von Harry Potter.
Grassmarket in Edinburgh
11:00 Uhr: Am Ende der Victoria Street angekommen, eröffnet sich der großzügige Grassmarket. Vom 15. bis zum 20. Jahrhundert befand sich hier der Marktplatz für den Vieh- und Pferdehandel, aber auch der Galgen von Edinburgh. Mit der Erinnerung an jene alten, schaurigen Zeiten spielt das ein oder andere Pub, zum Beispiel „The Last Drop“ – auf deutsch: der letzte Tropfen. Heute ist der Grassmarket vor allem bekannt für eine große Vintage- und Second-Hand-Szene.

Den Whisky gibt es später, vorher trinkt man am besten einen Kaffee in einem der vielen Läden direkt am Grassmarket und beobachtet das bunte Treiben, z. B. im „Alba Bistro“. Übrigens: Das lateinische Wort „Scotia“ („Land der Gälen“) wurde ursprünglich für Irland verwendet. Ab dem 11. Jahrhundert wurde es dann im Gälisch sprechenden Schottland nördlich des Flusses Forth als Bezeichnung für Schottland gebraucht, neben „Albania“ oder „Albany“, die beide von der gälischen Entsprechung „Alba“ abstammen.

Vintage- und Second-Hand-Szene
12:00 Uhr: Rund um dem Grassmarket gibt es eine große Vintage- und Second-Hand-Szene und einen absoluten Hot-Spot an einem Wochenende in Edinburgh. Das berühmteste Geschäft verbirgt sich hinter der knallroten Fassade von „Armstong & Son“. Edinburghs ältester Vintageshop startete 1840 als Herrenausstatter. Heute ist der Laden der beliebteste Second-Hand-Shops von Edinburgh, der sein Sortiment täglich ändert.

Ähnlich angesagt ist der Laden von „Herman Brown”, wo man sich durch Kleider von den 40er Jahren bis heute wühlen kann. Ein Mix aus Second-Hand-Laden und Concept Store ist „Godiva“. Im vorderen Raum findet man die schönsten Stücke lokaler Designer, im Hinterzimmer gibt’s tolle und vor allem günstige Second-Hand-Mode.
Wochenende in Edinburgh: National Museum of Scotland
13:00 Uhr: Ganz in der Nähe lohnt sich der Besuch des „National Museum of Scotland“, in dem sich alles um schottische Geschichte und Kultur dreht. Das schottische Nationalmuseum ist der ideale Ort, um sich mit unterschiedlichen Themenwelten Schottlands zu befassen. Es entstand 1998 als Zusammenschluss des „Royal Museum“ mit dem „Museum of Scotland“.
Beide Teile des Museums liegen direkt nebeneinander. Das „Royal Museum“ befindet sich in einem Gebäude aus dem Jahr 1888 und ist ein Museum für Naturwissenschaften, Technik und Kunst. Das „Museum of Scotland“ befasst sich indes mit schottischer Geschichte und Kultur und liegt nebenan in einem 1998 fertiggestellten Neubau. Ein Bereich ist der Geschichte der Jakobiten gewidmet.

Aussichtspunkt Arthur’s Seat
14:00 Uhr: Jetzt geht’s raus aus der Stadt, um Edinburgh von oben zu sehen. Wie Rom wurde Edinburgh auf sieben Hügeln gebaut. Historiker können allerdings bis heute nicht genau sagen, welche die sieben originalen Hügel eigentlich sind. Klar ist, dass der bekannteste Hügel heute als schönster Aussichtspunkt über die Stadt gilt. Arthur’s Seat ist ein historischer Vulkan von vor über 350 Millionen Jahren, der sich vor der Stadt erhebt und dem man entlang spazieren kann. Der Aufstieg plus komplette Wanderung rund um den Arthur’s Seat dauert in etwa zwei Stunden.

Palace of Holyroodhouse
16:00 Uhr: Arthur’s Seat ist Teil des Holyrood Parks, einer Landschaft aus kleinen Seen, zerklüfteten Felsen und besagtem Berg. Hier steht auch das königlichen Residenzschloss: der „Palace of Holyroodhouse“, die offizielle Residenz der britischen Königin in Schottland. Queen Elizabeth II. kommt jedes Jahr zu einer Holyrood-Woche nach Edinburgh. Während dieser Woche finden Audienzen und Gartenpartys statt. In dem Palast werden auch immer wieder Staatsoberhäupter oder andere Mitglieder aus Königshäusern empfangen. Eine Besichtigung ist möglich, wenn die Königsfamilie nicht anwesend ist.

17:30 Uhr: Direkt gegenüber befindet sich das „Scottish Parliament“, also das schottische Parlament, das man auch besuchen kann. Bei einer Tour bekommt man einen großartigen Einblick in das Verständnis von Politik und Kultur in Schottland und im Vereinigten Königreich im Allgemeinen. Auch am Canongate liegt das „Museum of Edinburgh“, das wichtigste Heimatmuseum Edinburghs. Es thematisiert die Entstehung, die Geschichte und die Mythen der Stadt und zeigt eine Sammlung schottischen Silbers, Glaswaren, Uhren, Töpferwaren und Porzellan.

Sonnenuntergang am Calton Hill
19:00 Uhr: Den Sonnenuntergang über der Stadt sehen, ohne wandern zu müssen? Kein Problem. Ein weiterer Hügel Edinburghs liegt mitten im Zentrum – und der Weg auf den Calton Hill am östlichen Ende der Princes Street dauert nur 15 Minuten. Auf 103 Meter findet man das National Monument (eine unvollendete Parthenon-Replica von William Henry Playfair), das Nelson Monument, das Dugald Stewart Monument, das Playfair Monument, der Parliament Cairn, das Old Observatory House und das City Observatory.

Tag 3: Das perfekte Wochenende in Edinburgh
8:00 Uhr: Der letzte Tag in Edinburgh startet mit einem Kontrast: einem Morgenspaziergang durch das historische Dean Village und einem hippen Vormittag im neuen Trendbezirk Stockbridge. Es dauert von der Princes Street nur zehn Minuten, bis man Dean Village erreicht. Der Name leitet sich vom altenglischen Wort „dene“ an, was „tiefes Tal“ bedeutet. Früher befand sich hier ein kleines Dorf, das wegen seiner Lage am Water Of Leith für über 800 Jahre als Kornkammer der Stadt galt. Einst standen hier ein Dutzend Getreidemühlen. Der Fluss wurde zum Antrieb der Mühlräder und zum Transport der Waren genutzt.

Spaziert man heute entlang des Water Of Leith durch das Dean Village, macht man eine Zeitreise, denn viele Gebäude von einst stehen heute noch. Wer früh aufsteht, ist völlig alleine – und kann sich noch besser vorstellen, in einem früheren Jahrhundert gelandet zu sein. Tipp: Zur Orientierung ist der „Water of Leith Walkway“ hilfreich. Eine tolle Station ist die „Scottish National Galleries of Modern Art“, wo man modern Werke und Contemporary Art bestaunen kann.

Stockbridge Farmers Market
9:30 Uhr: Der Weg entlang des Wassers führt zum perfekten Breakfast-Spot in Edinburgh: zum Stockbridge Farmers Market in den neuen Hipster-Bezirk Stockbrigde, der jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr stattfindet. Hier kann man erstklassiges Streetfood snacken und sich durch die lokalen und regionalen Produkte kosten – oder nach einem Bummel über den Markt direkt um die Ecke in einem der vielen Lokale brunchen.

11:00 Uhr: Vom Farmers Market biegt man lediglich einmal um, um mitten im trubeligen Stockbridge auf Erkundungstour zu gehen. Die Adern in diesem Viertel sind die St. Stephen Street und der Raeburn Place, wo sich ein schräger Laden an den nächsten reiht. In Sachen Vintage sind „Miss Bizio Couture” und „Those Were The Days Vintage“ eine super Adresse, es gibt aber auch zahlreiche Charity-Shops, in denen man Schnäppchen machen kann, z. B. bei „Mary’s Living and Giving“. Ein hübscher Gift-Shop mit Stücken lokaler Designer ist „Daisy Cheynes”.

Wochenende in Edinburgh: Portobello Beach
13:00 Uhr: Was viele nicht wissen: Der Weg von der Stadt zum Strand ist kurz. Edinburgh liegt am Firth of Forth, einem Fjord, der in die Nordsee mündet. Von Edinburgh fahren viele Busse an die Küste. Es dauert gerade mal eine halbe Stunde, bis man den Trubel der Stadt mit einer frischen Brise am Strand austauschen kann – das perfekte Finale für ein Wochenende in Edinburgh.

Mit der Buslinie 15 geht es von der Princes Street ans Meer, genauer gesagt in den putzigen Vorort Portobello. Im Februar 2024 kürte die „Times“ Portobello in Edinburgh zur „coolsten urbanen Ecke“ im Vereinigten Königreich. Von der Portobello High Street biegt man einfach in Fahrrichtung links ab – und steht fünf Minuten später am Strand. Die Promenadeverläuft entlang des Portobello Beach und wurde im Jahr 1876 angelegt. Mehrere Buhnen, die in den Firth of Forth hineinragen, dienen dem Küstenschutz.

Unbedingt Zeit für einen langen Spaziergang einplanen. An der Strandpromenade reihen sich malerische Villen aneinander und der Strand ist lang, breit – und oft voller Muscheln zum Sammeln. In Portobello gibt es viele AirBnB- und Booking.com-Anbieter, sodass es durchaus eine Überlegung wert ist, ein oder zwei Nächte am Strand zu buchen.

Fish’n’Chips am Strand
14:30 Uhr: Kein Schottland-Trip ohne eine Portion Fish’n’Chips! In Portobello gibt es viele Fish’n’Chips-Shops, Cafés und Eisdielen, die Extradosis Strand findet man aber in einem der Restaurants direkt an der Promenade. Ins „Miro’s” scheint wirklich jeder zu kommen, um Fish’n’Chips mit einer grandiosen Aussicht zu futtern.

Der wohl coolste Streetfood-Hotspot in Portobello ist das „Shrimp Wreck“. Direkt an der Promenade gibt es meeresfrisches Streetfood in ungezwungenem Ambiente. „The Beach House“ ist ein Café, das alles richtig machen möchte. Das Ziel der Betreiber ist es, einfache, köstliche, möglichst biologische Lebensmittel aus der Region anzubieten. Im eigenen Garten wachsen Kräuter und Salate, Sauerteig- und Vollkornbrote werden täglich frisch zubereitet.

Portobello High Street
16:00 Uhr: Noch ein kleiner Spaziergang zurück zur Portobello High Street, die parallel zur Küste verläuft und etwas landeinwärts davon liegt. In der High Street gibt es alles – vom Gemüsehändler, Metzger und Fischhändler bis hin zu Cafés und vielem mehr. Hier steht auch das historische Rathaus von Portobello, eines der bemerkenswertesten Wahrzeichen des Viertels. Das denkmalgeschützte Gebäude stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und liegt gegenüber dem alten Rathaus aus dem Jahr 1877.

In der Portobello Highstreet gilt das „Passey’s“ als buntester Ort. Das LGBT+-freundliche Lokal punktet mit einer herrlich kitschigen Einrichtung und einer Speisekarte, die sich je nach Jahreszeit, Trend und Laune ändert. Fix sind viele lokale Craft-Biere vom Fass und der ausgezeichnete Sonntagsbraten. Bei der legendären Kette „Bross Bagels“ in der High Street gibt es großartige Bagels, kalt oder warm und mit den kreativsten Zutaten belegt, ein Stück Italien in Portobello gibt es im charmanten „Æmilia’s“, kleine Snacks und ausgezeichnete Weine gibt es in der Weinbar „Smith & Gertrude“.
Tha mi cinnteach gum bi mi a’ tilleadh do dh’ Alba
18:00 Uhr: Schön war das Wochenende in Edinburgh! Bleibt nur der gälische Satz: „Tha mi cinnteach gum bi mi a’ tilleadh do dh’ Alba“ – „Ich bin sicher, dass ich nach Schottland zurückkehren werde.“

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ufff, schlecht recherchiert: die Land’s End heißt so, weil man dort am Stadttor „Eintritt“ zahlen musste um wieder in die Altstadt zu kommen. Weil dies den armen Bewohnern nicht möglich wahr, blieben sie gefangen in ihrer Altstadt.
Jenner’s ist derweil geschlossen und unabhängige Cafes gibt es viele…