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Tipps für Tanger: Eine Hafenstadt am Rand zweier Welten 

Dort, wo sich zwei Meere berühren, treffen in Tanger auch Geschichten, Grenzen und Gegensätze aufeinander. An der nordwestlichen Spitze Marokkos blickt die Stadt zugleich nach Europa und nach Afrika. Als Hafenstadt am Rand zweier Welten ist Tanger ein Ort des Übergangs – vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten, die seit jeher vom Kommen und Gehen erzählen.


Tipps für Tanger: Eine Hafenstadt am Rand zweier Welten ♥ Lesezeit: 10 Minuten


Schriftsteller, Künstler, Reisende: Sie alle strandeten in Tanger. Um schreiben, um zu beobachten, um sich beim Blick über die Küste am nordwestlichen Rand Marokkos inspirieren zu lassen. Die Stadt lebt von Bewegung. Von flüchtigen Begegnungen, vom Aufeinandertreffen der Kulturen, vom Ausreizen von Grenzen. Tanger ist seit jeher ein Ort des Kommens und Gehens. Schon die Lage Tangers reizt Grenzen aus. Bekannt als „Tor zu Afrika“ liegt die Hafenstadt an der Schnittstelle von Europa und Afrika. Dazwischen nur die Meerenge von Gibraltar, die Mittelmeer und Atlantik verbindet. In Sichtweite stets die spanische Küste. Nur eine Stunde auf dem Wasser trennt die zwei Kontinente.

Tipps für Tanger: Eine Hafenstadt am Rand zweier Welten 

Besonders in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zeigt sich die Lebendigkeit Tangers. Von 1923 bis 1956 wird die Hafenstadt als internationale Zone verwaltet. Acht Mächte teilen sich die Verwaltung. Tanger wird zum Schmelztiegel verschiedenster Nationen und Lebensweisen. Spanier, Franzosen, Deutsche, Italiener und jüdische Bewohner prägen das Stadtbild, während Künstler, Außenseiter und Abenteurer die neuen Freiheiten nutzen, um zu schaffen, zu streiten oder einfach nur zu beobachten. Die niedrigen Steuern und die lockeren Regeln ziehen eine ebenso bunte wie zwielichtige Mischung an – von Kreativen bis zu Schmugglern.

Tipps für Tanger: Eine Hafenstadt am Rand zweier Welten 

Erst am 29. Oktober 1956 kehrt Tanger wieder unter die Hoheit des Königreichs Marokko zurück. Doch das kosmopolitische, weltoffene Flair, das die Stadt in jener Zeit prägt, ist geblieben. Und noch heute spürbar in den verwinkelten Gassen, den Hafencafés und den Geschichten, die die Stadt erzählt.

Tipps für Tanger: Medina von Tanger

Tanger hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Die Stadt war ein bedeutender Handelsplatz für die Phönizier, Griechen und Römer. Im Mittelalter blühte Tangier als Zentrum des Handels mit Gold, Silber und anderen Edelmetallen auf. Noch heute ist Tanger durch ein Miteinander von europäischer, muslimischer und jüdischer Kultur geprägt. Das Herz ist die Medina, ein labyrinthartiges Gassengewirr mit Souks, Treppen, Torbögen, kleinen Moscheen und Innenhöfen. Wer die Medina betritt, spürt den Atem der Stadt: Gerüche, Farben und Geräusche treffen aufeinander. Die Medina ist nicht nur ein Markt, sondern ein eigener Mikrokosmos.

Die Medina erstreckt sich über das historische Zentrum der Stadt, eingebettet zwischen dem alten Hafen im Norden und der Kasbah im Süden. Sie umfasst mehrere Dutzend Hektar. Im Inneren der Medina befinden sich zahlreiche Souks, die nach Waren sortiert sind: Vom Gewürzmarkt über Leder- und Textilläden bis hin zu Schmuck- und Keramikwerkstätten ist hier alles zu finden, was das traditionelle Handwerk Marokkos ausmacht. Viele der Märkte folgen noch immer den alten Handelsrouten, die Souks sind oft nach bestimmten Zünften oder Produkten benannt.

Stadttore von Tanger

Die Medina von Tanger war traditionell von einer Stadtmauer umgeben, die verschiedene Tore hatte, über die Handel, Reisende und Alltagsverkehr geregelt wurden. Die Tore waren nicht nur funktional, sondern auch ein Symbol für Übergänge: zwischen Außenwelt und Stadt, zwischen Handel und Alltag, zwischen Öffentlichkeit und Privatheit. Viele der Stadttore sind erhalten, jedes hat seine eigene Geschichte. Das Bab el-Fahs („Tor des Landes“) führt direkt in die lebhaften Souks, während das Bab al-Salam („Tor des Friedens“) den Weg zum Hafen und zur Corniche öffnet. An die Handelswege gen Süden erinnert das Bab Marrakech, als Durchgang für Karawanen und Warenlieferungen diente das Bab al-Jadid („Neues Tor“).

Das Bab el-Assa („Tor des Stocks“) liegt an der Nordwestseite der Medina und führt hinauf zur Kasbah – dem befestigten Hügel, der einst militärischen und administrativen Zwecken diente. Es markiert den Übergang zwischen den verwinkelten Gassen der Altstadt und der historischen Festungsanlage und gilt als das am schönsten verzierte Tor von Tanger. Vom davorliegenden Platz hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und die Bucht von Tanger. Perfekt für ein Lunch mit Aussicht ist das Restaurant „El Terraza de la Medina“. Auf der Dachterrasse genießt man marokkanische Gerichte und einen atemberaubenden Panoramablick über die Stadt. 

Tipps für Tanger: Kasbah von Tanger

Hoch über der Medina thront die Kasbah von Tanger, ein Labyrinth aus Mauern, Innenhöfen, Gassen, bunt bemalten Türen, kleinen Plätze, Moscheen und Palästen. Der Begriff „Kasbah“ bedeutet im Arabischen eine innerhalb oder außerhalb von Städten gelegene Festung. Die Kasbah wurde im 17. Jahrhundert auf den Ruinen älterer Festungen errichtet. Sie schützte die Stadt vor Angriffen vom Meer und von Land, war Sitz der Gouverneure und ein Symbol der Macht. 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach erweitert, restauriert und verändert. Heute ist die Kasbah mehr als nur eine Festung. Sie ist ein eigener Mikrokosmos, in dem Geschichte und Alltag ineinanderfließen. Wer die verwinkelten Wege entlangstreift, stößt immer wieder auf versteckte Innenhöfe, kleine Cafés und Aussichtspunkte, die einen atemberaubenden Blick auf die Straße von Gibraltar und die Küste bieten.

Sultanspalast Dar el Makhzen

Im Herzen der Kasbah liegt Dar el Makhzen, der ehemalige Sultanspalast. Er wurde im 17. Jahrhundert innerhalb der Kasbah von Tanger errichtet und diente als Residenz der Gouverneure sowie als Verwaltungszentrum, wo wichtige Entscheidungen für die Stadt und die Region getroffen wurden. Der Palast umfasst mehrere Innenhöfe und prunkvoll verzierte Zimmer und Gärten, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. 

Die Architektur des Palastes kombiniert klassischen marokkanischen Stil mit andalusischen Einflüssen: Filigrane Holzschnitzereien, kunstvolle Stuckverzierungen, bunte Mosaike und elegante Arkaden prägen die Innenräume. Typisch andalusisch sind die weitläufigen Innenhöfe mit Springbrunnen, die für Licht, Belüftung und Ruhe sorgen.

Tipps für Tanger: Kasbah Museum

Heute beherbergt der ehemaligen Sultanspalast das „Kasbah-Museum“, das die Geschichte Tangers und der Region behandelt. Die Ausstellungen sind thematisch gegliedert und geben Einblicke in traditionelles Handwerk, Alltagsleben und kulturelles Erbe. Zu sehen sind kunstvoll gearbeitete Textilien, Keramik, Schmuck, Möbel und Waffen, die teils mehrere Jahrhunderte alt sind. Zu den Ausstellungshighlights gehören das römische Bodenmosaik „Seefahrt der Venus“ aus Volubilis und eine Wandkarte mit früheren Handelsrouten. 

Beeindruckend ist die Aussicht: Der Blick reicht über das Meer und die Stadt. Auch wenige Schritt neben dem Kasbah-Museum im „Salon Bleu“. Die blau-weißen Terrassen des Cafés thronen hoch oben in der Kasbah, am Rande der Stadtmauer. Der Name spielt auf die maritimen Farben und das Ambiente an: Blau‑ und Weißtöne dominieren Einrichtung und Terrasse. Hier gibt es nicht nur den traditionellen marokkanischen Minztee, sondern auch einen herrlichen Blick auf die Medina und den Hafen. 

Grand Socco

Der Grand Socco, offiziell „Place du 9 Avril 1947“, ist der pulsierende Vorplatz der Medina und eines der lebendigsten Zentren Tangers. Der Platz wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist bekannt für seine prächtige Architektur und seine reiche Geschichte. Der Grand Socco war immer ein zentraler Ort des Handels und sozialen Austausches. Hier finden regelmäßig Märkte und Veranstaltungen statt. Die breite Plaza mit grünen Palmen und französischen Kolonialhäusern wirkt wie ein Bindeglied zwischen der modernen Stadt und dem verwinkelten Labyrinth der Medina. 

Grand Socco

Vom Grand Socco öffnen sich die engen Gassen der Altstadt, während auf dem Platz selbst Marktstände, Cafés, Teestuben und Restaurants  das Bild prägen. Auch ein kulturelles Wahrzeichen von Tanger thront auf dem Grand Socco. Das „Cinéma Rif“ ist eines der bekanntesten Kinos in Tanger. Es wurde im Jahr 1938 eröffnet und ist nicht nur ein Ort für Filmvorführungen, sondern auch ein Zentrum für Kunst und Kultur. Die Fassade im Art-Déco-Stil zeugt von Tangers internationaler Vergangenheit, als die Stadt ein Treffpunkt für Künstler, Reisende und Literaten war. 

Petit Socco

Nur wenige Schritte weiter liegt der Petit Socco, kleiner, verwinkelter und deutlich intimer als der Grand Socco. Einst war er ein Treffpunkt für Literaten, Künstler und Reisende aus aller Welt. Namen wie Paul Bowles oder Jean Genet sind untrennbar mit der Geschichte dieses Platzes verbunden. Auch heute pulsiert hier das alltägliche Leben zwischen Cafés, Teestuben und kleinen Läden.

Petit Socco

Der Petit Socco bildet eine Art Übergang zwischen dem kosmopolitischen Tanger von früher und dem gegenwärtigen Alltag der Medina. Von den kleinen Platz führen schmale Gassen immer weiter hinein in das Viertel, wo kleine Werkstätten, Bäckereien und Lebensmittelstände das Straßenbild prägen. Wer diesen lebhaften Wegen folgt, gelangt schließlich zum Marché de Tanger.

Tipps für Tanger: Marché de Tanger

Der „Marché de Tanger“ erstreckt sich über enge, verschlungene Gassen. Hier pulsiert das Leben Tangers in seiner authentischsten Form. Denn der Markt ist nicht nur ein Ort des Handels, sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Obst, Gemüse, Gewürze, frische Kräuter, Nüsse und Oliven werden häufig in offenen Ständen angeboten. Keramik, Lederwaren, Teppiche, Textilien, Schmuck und kleine Kunsthandwerke wiederum findet man in separaten Gassen oder an Seitenständen. 

Obwohl der „Marché de Tanger“ durch sein enges Gassengewirr verworren und verwoben wirkt, folgt er tatsächlich einer gewissen traditionellen Logik: Frische Lebensmittel liegen näher an den Ein- und Ausgängen, während Handwerk und Souvenirs tiefer in den Gassen zu finden sind. Wer durch das bunte Labyrinth streift, kann sich leicht verirren, erlebt aber den Alltag der Medina von seiner ehrlichsten und echtesten Seite.

Sidi-Bou-Abid-Moschee

Am Rand der Medina, nahe dem lebhaften Grand Socco, thront die Sidi‑Bou‑Abid‑Moschee, ein Wahrzeichen der Stadt und Zeugnis marokkanischer Baukunst des frühen 20. Jahrhunderts. Die Moschee wurde im Jahr 1917 errichtet und nach dem lokalen Heiligen Sidi Bou Abid benannt. Von Beginn an war sie ein spirituelles Zentrum für die Bewohner Tangers. Die Moschee dient als aktives Gotteshaus und ist für Nicht-Muslim:innen meist nur von außen zugänglich.

Das Gebäude zeichnet sich durch ein hoch aufragendes Minarett, farbenfrohe Zellij-Mosaiken, Hufeisenbögen und kunstvollen Stuck aus, typische Merkmale marokkanischer Sakralarchitektur. Bei Zellij-Mosaiken handelt es sich um kunstvoll zusammengesetzte Keramikfliesen, die in geometrischen Mustern typisch für die marokkanische Architektur verwendet werden.

Tipps für Tanger: Ibn Battouta Museum

Nur wenige Schritte von den geschäftigen Gassen der Medina entfernt liegt das „Ibn Battouta Museum“, das dem berühmten marokkanischen Reisenden des 14. Jahrhunderts gewidmet ist. Ibn Battuta brach von Tanger aus zu seinen weltweiten Reisen auf und brachte Geschichten aus Afrika, dem Nahen Osten, Indien und Asien mit. Sein bedeutendes Werk beschreibt seine Reisen über 30 Jahre hinweg, die ihn in fast alle muslimischen Länder führten – von Afrika und Europa bis nach China.

Das Museum ist in einem traditionellen Stadthaus untergebracht und vermittelt nicht nur biografische Informationen, sondern auch Eindrücke von marokkanischer Kunst und Handwerkskunst, die Battouta auf seinen Reisen erlebt haben könnte. Sehenswert sind die Karten, Reisetagebücher, historische Illustrationen und Artefakte, dank derer man Einblicke in seine weltweiten Entdeckungsreisen gewinnen kann.

Tipps für Tanger: Cafe Hafa

Wer die geschäftigen Gassen der Medina hinter sich lässt, findet am westlichen Rand der Stadt, hoch über der Küste, das legendäre „Café Hafa“. Seit 1921 zieht es Einheimische, Künstler, Musiker und Reisende gleichermaßen an – inspiriert von der atemberaubenden Aussicht auf die Straße von Gibraltar und den Wellen des Atlantiks. Das „Café Hafa“ thront auf einer Klippe mit Blick auf die Bucht von Tanger, in der Ferne zeichnet sich Europa ab. Zahlreiche Stufen verbinden mehrere Ebenen miteinander, alle Terrassen sind zur Straße von Gibraltar hin ausgerichtet.

Das „Café Hafa“ ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für die literarische und künstlerische Szene Tangers. Berühmte Schriftsteller wie Paul Bowles, William Burroughs, Allen Ginsberg und Tennessee Williams oder Musiker wie die Beatles und die Rolling Stones gehörten zu den Stammgästen, die hier Inspiration suchten und Ideen austauschten. Zwischen Teetassen und Terrassen-Ausblicken entstanden Gespräche über Literatur, Musik und Politik.

Hotel El Minzah

Der Charme vergangener Zeiten wird auch im „Hotel El Minzah“ lebendig, das nur wenige Gehminuten vom Grand Socco entfernt liegt. Es gilt als eines der elegantesten Häuser Tangers und verbindet marokkanische Architektur mit europäischem Luxus der 1930er-Jahre. Das Fünf-Sterne-Hotel beherbergte berühmte Schriftsteller, Politiker und Künstler, aber auch Aussteiger, Glücksritter und Spione aus aller Herren Länder. Zurecht gilt das „Hotel El Minzah“ als historisches Wahrzeichen Tangers.

Das Luxushotels wurde im Jahr 1937 eröffnet und im marokkanisch-andalusischen Stil erbaut, mit Innenhöfen, Zellij-Mosaiken, kunstvollen Stuckarbeiten und traditionellen Bögen. Das Hotel verfügt über 140 Zimmer und Suiten mit dem Flair der Kolonialzeit, einen Pool, ein großes Spa, mehrere Restaurants, Salons und Terrassen mit Blick auf die Stadt und das Meer. 

Gran Café de Paris 

Nur wenige Schritte weiter am Place de France, gegenüber der französischen Botschaft, liegt ein großes Stück Geschichte im „Gran Café de Paris“. Seit seiner Eröffnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle aus Europa und Nordafrika und spiegelte den kosmopolitischen Charakter Tangers wider. Auch hier kamen bekannte Schriftsteller und Künstler wie Paul Bowles, William Burroughs, Jean Genet und Tennessee Williams zusammen.

Die Terrasse des Cafés bietet einen tollen Blick über den Platz und die Straße, die in die Medina führt, während das Interieur mit hohen Decken, großen Fenstern, Jugendstil-Elementen und klassischen Möbeln den Charme der 1930er-Jahre bewahrt. Noch heute spürt man die kosmopolitische Atmosphäre, die Café einst zu einem kulturellen Zentrum der Stadt gemacht hat.

Tipps für Tanger: Villa Harris Museum

Nach einem Besuch im historischen „Gran Café de Paris“ lohnt sich ein Abstecher zur „Villa Harris“, einem weiteren bedeutenden Zeugnis zu Tangers internationaler Vergangenheit. Die Villa liegt in der Nähe des Stadtzentrums, unweit der Altstadt und bietet einen Blick auf die Küsten von Tanger. Das Herrenhaus wurde im frühen 20. Jahrhundert von dem britischen Journalisten und Diplomaten Walter Burton Harris errichtet, mit eleganten Fassaden, großzügigen Terrassen und gepflegten Gärten. 

Das historische Herrenhaus wird heute als Museum genutzt und gibt einen spannenden Einblick in das kulturelle Leben der Stadt während der internationalen Zeit. Ausgestellt ist eine vielfältige Sammlung marokkanischer Kunst, Geschichte und Kultur. Zu sehen sind marokkanische Artefakte, Gemälde und Skulpturen sowie zeitgenössische Werke lokaler und internationaler Künstler. 

Tipps für Tanger: Villa Josephine

Ähnlich opulent zeigt sich die „Villa Joséphine“, ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für die europäische Villenarchitektur in Tanger. Die Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und zeichnet sich durch ihre elegante Fassade, kunstvolle Balkone und einen weitläufigen Garten aus, der heute als Ruheoase inmitten der Stadt dient. Das elegante Landhaus im Stil der Belle Époque wurde Anfang der 1920er-Jahre von dem englischen Journalisten Walter Harris erbaut. 

Heute ist die Villa als luxuriöses Gästehaus und Boutique‑Hotel mit nur rund zehn Zimmern und Suiten bekannt, umgeben von gepflegten Gärten, einem tropischen Pool und einer eleganten Terrasse. Im Inneren vermischen sich viktorianische und koloniale Stilelemente mit dem Flair der internationalen Tangier‑Ära. Zusätzlich gibt es eine Bar, eine Bibliothek und ein Restaurant mit französischer Küche. 

Tipps für Tanger: Cap Spartel

Das große Finale findet rund zwölf Kilometer westlich von Tanger am Cap Spartel statt. Das Kap markiert den Punkt, an dem der Atlantische Ozean auf das Mittelmeer trifft. Berühmt ist das Cap Spartel vor allem für seinen Leuchtturm, der 1864 erbaut wurde und bis heute als Navigationshilfe für Schiffe auf der Straße von Gibraltar dient. Der „Phare du Cap Spartel“ ist der älteste Leuchtturm Marokkos und hat eine Höhe von 24 Metern. Wer will, erklimmt den Leuchtturm, spaziert durch die umliegenden Klippen und mediterranen Gärten und genießt dabei spektakuläre Ausblicke auf die Küste, die Meerenge von Gibraltar und die Stadt Tanger.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Höhle von Hércules (Grotte d’Hercule). Die Höhle ist natürlichen Ursprungs und wurde vermutlich von den Phöniziern geschaffen. Sie besteht aus zwei Hauptkammern – der kleineren „interior“ und der größeren „ocean“ Kammer –, deren natürliche Felsformationen und Öffnungen einen spektakulären Blick auf das Meer bieten. Laut lokaler Legende soll der griechische Held Hércules sich hier vor seiner elften Heldentat ausgeruht haben.

Strände in Tanger & marokkanische Riviera

Tanger bietet auch eine abwechslungsreiche Küste mit zahlreichen Stränden. Direkt an der Stadt liegen Strände wie Plage Municipale und Plage Malabata, die leicht erreichbar und ideal für entspannte Spaziergänge und Sonnenbaden sind. Überall locken herrliche Aussichten auf die Bucht von Tanger und die Straße von Gibraltar.

Die Mittelmeerstrände an der Nordküste sind bekannt als „marokkanische Riviera“. Hier macht sogar der marokkanische König Urlaub. Viele Buchten liegen zwischen hohen Klippen, versteckt und kaum bebaut. Östlich von Tanger, entlang der Küstenstraße in Richtung Tetouan, liegen beliebte Badeorte wie Playa Blanca, Dalya Beach oder Ksar Sghir. Diese Strände sind bekannt für ihr klares, oft ruhiges Wasser, feinen Sand und eine entspanntere Atmosphäre. Das Mittelmeer plätschert sanft an die Küste, im Hintergrund zeichnet sich das zerklüftete Rif-Gebirge am Horizont ab.


Tipps für Tanger: Hotels


 Offenlegung

Die Reise wurde unterstützt vom staatlichen Tourismusbüro Marokko. Meine Meinung ist aber völlig unvoreingenommen und stets meine eigene. Der Artikel enthält Empfehlungslinks. Bei einer Bestellung erhalte ich eine kleine Vermittlungsprovision – natürlich ohne Mehrkosten für meine Leser:innen.

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